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Diese Seite steht für aktuelle Mitteilungen zur Verfügung


Die letzten Änderungen in dieser Homepage wurden auf folgenden Seiten gemacht:

* Aktualitäten (Klassentreffen des Jahrgangs 1957 beim HOG-Treffen geplant, Einladung
                         zum Treffen der HOG-Perjamosch am 4. Juni 2017 in Karlsruhe, Der
                         Heimatbrief 2016 ist erschienen, das neue Buch "Wege in die Freiheit -
                         Deutsch-Rumänische Dokumentation" ist erschienen, Frau Krakker pflegt
                         die Dateikarten)

* Veranstaltungen  (Bilder vom Heimattag der Banater Schwaben in Ulm am 14./15. Mai
                                2016, Bilder vom Perjamoscher Treffen am 24. Mai 2015 in Karlsruhe)

* Bilder (Bilder und Videos vom Perjamoscher Treffen 2015 in Karlsruhe)

* Fotoalbum (Hinweis: Bilder vom Perjamoscher Treffen 2013 in Karlsruhe)

Vorstand (Aktualisierungen im neuen Vorstand der HOG, 2015)

* HOG Chronik (Aktualisierung der Liste mit den Heimatbriefen)

* Mitteilungen (Klassentreffen des Jahrgangs 1957 beim HOG-Treffen geplant, 
                         aktualisierte  Liste der Verstorbenen und Neugeborenen, Aktuelle Bilder aus
                         Perjamosch 2016-Friedhof zu Allerheilgen, Hinweis zur Ablage der
                         Bilder vom HOG-Treffen 2015 in Karlsruhe )

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Die HOG bietet an:

Die Videokassette "Regensburg und die Schwabenzüge" ist eine historische
Filmdokumentation über die Auswanderung deutscher Siedler im 18. Jahrhundert 
nach Südosteuropa.
Herausgeber: Landesverbände Bayern der Landsmannschaften der Banater Schwaben
und der Donauschwaben.
Das Video oder die DVD ist zum Preis von 20 Euro erhältlich.

Das Buch "Unser Heimatbuch" für 35 € + Versandkosten

"Bürger-Zeitung" vom 04. September 1941( in Kopie) für je 3 € + Versandkosten
"Bürger-Zeitung" vom 22. Juni 1941( in Kopie) für je 3 € + Versandkosten


"Deutscher Volkskalender" aus dem Jahre 1921,
redigiert von Alois Pirkmayer in Perjamosch.
XVIII. Jahrgang
Druck und Verlag von Alois Pirkmayer in Perjamosch.

Eine Kopie dieses Kalenders können Sie bei
Anton Enderle bestellen.

Preis: 3 € (Unkosten für Druck) + Versandkosten
 
             

                             Die DVD
                "Perjamosch 2000-2006"
                  von Gerhard Bitenbinder

       Der Preis der DVD ist 15 € plus Versandkosten

                    Familienbuch Perjamosch
                                  auf CD
                         von Anton Krämer
                  mit Ergänzungen bis 2005

      Der Preis der DVD ist 25 € plus Versandkosten.
Heimatbrief, Dezember 2007
38. Folge


Wer den Heimatbrief bestellen möchte, kann sich an
Herrn Anton Enderle, Vorsitzender der HOG Perjamosch, wenden.

Seine Anschrift finden Sie weiter unten.

Das Inhaltsverzeichnis des Heimatbriefes finden Sie
weiter unten.


Das Buch "Vom Banat an den Rhein" von
Anton Krämer umfaßt ca. 320 Seiten und
etwa 30 Fotos und befasst sich mit der
Kontinuität und dem Wandel im Banater
Dorfleben.
Das Buch behandelt auch Themen, die
bisher  innerhalb der Landsmannschaft nie
angesproche wurden, wohl eine Art
Vergangenheitsbewältigung.

Das Buch kann man über die HOG Perjamosch,
bei Herrn Anton Enderle beziehen.

Bestellung über die HOG-
Perjamosch bei Anton
Enderle
Mobiltelefon: 0160 / 4684063
Telefon:       0941 – 7000964


"Geschichte von Perjamosch" von Ludwig Baroti-Grünn
Nachdruck der Ausgabe von 1889, 5 €.





Bestellung bei
Stefan Michael Müller,
Wetterstein Str. 56,
90471 Nürnberg
Tel. 0911-5430692

"Die Brennessel" von Stefan Michael Müller
"Ruf der Heide" von Stefan Michael Müller




Bestellung bei Banat Verlag
Erding, Aneta Konschitzky,
Zugspitzstr. 64, 85435 Erding.
E-Mail:
banatverlag@gmx.de

"Walter Andreas Kirchner. Maler, Grafiker, Bildhauer"
von Walther Konschitzky, 240 Seiten.
"Banater Kalender 2009", herausgegeben von Walther
Konschitzky

Bestellung unter:
museum.banat@aon.at oder
Franz Ritter, Riedholzstr. 29,
4910 Ried im Innkreis,
Österreich

Banater Heimatstube auf Burg Obernberg (Österreich),
DVD




Bestellung über den
Buchhandel















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"Zinnsoldat" von Uwe Erwin Engelmann, Gedichte

"Das reiche Mädchen" von Richard Wagner, Roman

"Es reicht. Gegen den Ausverkauf unserer Werte"
 von Richard Wagner

"Die Tür zur hinteren Küche" von Johann Lippet, Roman

"KulturSchock Rumänien" von Joscha Remus,
 Reiseliteratur

"Rumänien und die Republik Moldau"
 von Joscha Remus, Reiseliteratur



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Volles Haus! Das könnte das Motto der letzten zwei Treffen in Karlsruhe sein.  Damit es auch diesmal ein voller Erfolg wird, sind alle  Landsleute aus Perjamosch und Großsanktpeter zu unserem gemeinsamen HOG – Treffen recht herzlich eingeladen. Wir treffen uns am Pfingstsonntag, dem 4. Juni, in der Badnerlandhalle in Karlsruhe-Neureut, Rubensstr. 21, 76149 Karlsruhe.

Ab 10 Uhr ist der Festsaal geöffnet.  Der Tagesablauf sieht genügend Zeit für ausführliche Gespräche und Begegnungen vor. Der offizielle Teil beginnt um 14 Uhr mit den Berichten des HOG Vorsitzenden Anton Enderle und der Sprecherin der Landsleute aus Großsanktpeter Elwine Oldenburg. Grußworte sprechen Vertreter der Gemeinde Perjamosch und  Karlsruhe- Neureut. Kassenwart Karl Gillich und die Kassenprüfer Erwin Hehn und Wendel Bittenbinder  haben sodann das Wort. Lebendiges Brauchtum bringen die „Lustigen Schwaben“  aus Leimen auf die Bühne. Der schwäbische Nachmittag steht unter dem Motto „Leit, wie schnell die Zeit vergeht!“.  Ab 17 Uhr spielt das Duo „Die Palomas“ mit Richard Zacharias (Großjetscha) und Siegfried Potche (Jahrmarkt) zum Tanz  auf. Um 18.30 Uhr trifft sich der HOG Vorstand zu einer Sitzung.

Gerhardt Bittenbinder  (Jahrgang 1957) organisiert das Treffen seiner ehemaligen Klassenkollegen aus Perjamosch, Großsanktpeter und Totina. Ehemalige Schüler der deutschen Abteilung der Perjamoscher Allgemeinschule sollen sich rechtzeitig bei Gerhardt Bittenbinder, Olaf-Lang-Weg 4, 85221 Dachau, Tel. 08131/6665544, Handy  016097463239, E-Mail: bittenbinder3010@gmail.com melden. Waltraut Anselmet (Hubert), Tel. 0911/6325685 ist für die ehemaligen Schüler aus Großsanktpeter die Ansprechpartnerin. Weitere Jahrgangstreffen sind erwünscht.   Das Restaurant in der Badnerlandhalle wird Sie mit kulinarischen Genüssen von der internationalen Küche  bis zur badischen Kochkunst verwöhnen.                                                                                                                     Des Weiteren werden Neuerscheinungen der  Perjamoscher Schriftsteller Franz Heinz, Richard Wagner und Stefan Michael Müller vorgestellt. Eine Bücherausstellung von Perjamoscher Schriftstellern sowie ein Verkaufsstand  mit Büchern und CD über Perjamosch und das Banat runden das kulturelle Angebot ab.

Gewinne für unsere Tombola können  bei Hermine Waldner (Portscher) abgeben werden. Der Reinerlös kommt unserem Hilfskomitee zugute. Am Vorabend des Treffens, am Samstagabend, dem 3. Juni, treffen wir uns – wie in den vergangenen Jahren auch – in der Gaststätte „Hellas Salute“, Am Wald 1, 76149 Karlsruhe. Wer nachher noch Lust auf eine „Fuxpartie“ hat – in unserem Hotel „Aviva“ hat er die Möglichkeit dazu.

Weitere Infos zum Treffen: Gerlinde Pohl, Tel. 0721 – 758398 (Organisation vor Ort); Hermine Waldner, Tel. 0951-296729, Hans Paul, Tel. 0721-71406 und Anton Enderle, Tel. 0941-7000964.

Der Vorstand



                                                                         In der Homepage veröffentlicht am 02.04.2017
                                                                                                                          Werner Enderle

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    Die Einladung und das Programm zu diesem Treffen finden Sie in tabellarischer
    Form weiter unten (
nach dem Inhaltsverzeichnis von "Heimatbrief 2016").
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Herr Gerhardt Bittenbinder plant für den Jahrgang 1957 ein Klassentreffen
(Klassen 1 - 8, mit den Razampeter, Totina usw) beim HOG-Treffen am Pfingstsonntag,
den 04. Juni 2017 in Karlsruhe.

Ansprechpartner für die Perjamoscher ist Gerhardt Bittenbinder.
Er ist wie folgt erreichbar:

Bittenbinder Gerhardt
Olaf-Lange-Weg 4
85221 Dachau

Telefon: 08131 6665544 (ab 19:00 Uhr bei mir anrufen)
Handy: 0160 97463239
E Mail: bittenbinder3010@gmail.com


Ansprechpartner für die Razampeter ist Frau Waltraut Anselment (geb Hubert),

Telefon:  0911 6325685 (abends)

                                                                     Veröffentlicht in der Homepage am 17.02.2017
                                                                                                                       Werner Enderle



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Perjamoscher Heimatbrief 2016

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Der Heimatbrief 2016, 47 Folge ist im Dezember 2016 erschienen.
Wer den Heimatbrief nicht bekommen hat und diesen lesen möchte, kann ihn per
E-Mail mailto:Anton.Enderle@t-online.de  oder telefonisch bei Herr Anton Enderle,
Mobiltelefon 0160 / 4684063, Telefon 0941-7000964, anfordern

Veröffentlicht am 21.12.2016
Werner Enderle

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Vorwort
Der letzte Weihnachtsabend

Aktivitäten der HOG

Einladung zum Perjamoscher HOG - Treffen in Karlsruhe 2017
Digitales Familienbuch

Persönlichkeiten

Walter Andreas Kirchner – Rückblick auf 50 Jahre Kunstschaffen
Dr. Stefan Hell – Großes Verdienstkreuz mit Stern verliehen
Richard Wagner – Umfangreicher Vorlass wird archiviert
Franz Heinz- Lesung beim Heimattag in Ulm
Franz Remmel – 85 Jahre alt
Stefan Michael Müller – Sinnsprüche in Perjamoscher Mundart
Franz Ritter – Soziales Engagement und Heimatliebe bleiben Vermächtnis

Erinnerungen

Elisabeth Krohn – Fronleichnam, Maria Himmelfahrt, Allerheiligen
Anni Engelmann – Aus der Schule geplaudert, Teil 9
Hermine Waldner – Unser Brot
Hermine Waldner – Meine Heedgass
Johann Heiberger – Eine lustige Verwechslung

Literatur

Franz Heinz - Baumverwandschaften
Franz Heinz – Bukarest – Düsseldorf, einfach

Geschichte

100. Todestag des Kaisers Franz Josef 1.
100. Todestag der Königin Elisabeth von Rumänien
Sissi-Denkmal in Karansebesch
Egresch -  Auf der Spur eines ungarischen Königs

Aktuelles aus dem Banat
300. Jahrestag der Befreiung des Banats von der osmanischen Herrschaft

Temeswar: Veranstaltungen, Ausstellungen, Bücher, Konzerte
Die verdrängte Geschichte Temeswars
Temeswar – Europäische Kulturhauptstadt 2021
Temeswar – 25 Jahre nach der Revolution
Temeswar – Vaporettis im Nahverkehr
Temeswar – 60 Jahre Germanistik
Nobelpreiträger Stefan Hell in Temeswar geehrt
Über die deutsche Sprache früher und heute an der Lenauschule
Harald Grill – Banat, das unterschätzte Land
Wege in die Freiheit – Buch über Familienzusammenführung erschienen
Arad – Aktuelles aus dem Deutsch-Rumänischen Wirtschaftsverein

Rumänien

Bedeutung der deutschen Sprache in Rumänien
Rumänien will seine royale Vergangenheit wiederbeleben
Königin Ana von Rumänien ist verstorben

Recht

Später Anerkennung für ehemalige deutsche Zwangsarbeiter
Deutsche als „Bausoldaten“ in der rumänischen Armee
Anmerkungen zur Entschädigung deutscher Zwangsarbeiter

Aktuelles aus Perjamosch und Umgebung

Eine Reise ins Banat
Schulisches aus Perjamosch 2016
Warjascher feiern banatschwäbische Kirchweih
Naturpark Marosch-Au
„Worschtkoschtprob“ in Lippa
Hartwig Zahn – Erfolgreicher Landwirt in Großsanktnikolaus
Allerheiligen 2016 in Perjamosch
Aktuelles aus Perjamosch 

Mitteilungen

Kurz berichtet
Leserbriefe
Unseren Toten zum Gedenken
Spenderliste
Impressum



Der Perjamoscher Heimatbrief 2016 wurde erstellt von Herrn Anton Enderle,
Vorsitzender der HOG Perjamosch.
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In der Homepage veröffentlich am 21.12.2016
W.E.

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                           am Pfingstsonntag, den 04. Juni 2017 in Karlsruhe


                               Treffpunkt: Badnerlandhalle in Karlsruhe - Neureut
                                                       Rubensstraße 21
                                                       76149 Karlsruhe

                                                   Tel.:0721 - 988 78 98
                                                www.Badnerlandhalle.de

                                             E-Mail: neureut@karlruhe.de


Programm:


Pfingstsonntag, 04. Juni 2017

10:00 Uhr 
     
11:00 Uhr

12:00 Uhr 

14:00 Uhr















16:00 Uhr




18:30 Uhr

20:00 Uhr




Saaleinlass

Begrüßung

Mittagessen

Grußworte:
Bürgermeister oder ein Vertreter der Gemeinde Perjamosch (angefragt)     
Ortsvorsteher von Karlsruhe-Neurat (angefragt)

Berichte:
1. Anton Enderle, Tätigkeitsbericht des HOG-Vorsitzenden
    Totengedenken
2. Elwine Oldenburg, Sprecherin der Landsleute aus Großsanktpeter
3. Karl Gillich, Bericht des Kassenwarts
4. Erwin Hehn und Wendel Bittenbinder, Bericht der Kassenprüfer
5. Sonstiges

Volkstumsnachmittag mit den „Lustigen Schwaben“ aus Leimen

Klassentreffen verschiedener Jahrgangsstufen (angefragt)

Duo Paloma – Tanzmusik für alle mit Richard Zacharias
(Großjetscha) und Siegfried Potche (Jahrmarkt)

Auftritt der Banatschwäbischen Trachtengruppe aus Leimen

Vorstandssitzung

Tanz für alle Banater Landsleute aus Karlsruhe und Umgebung


Die Landsleute aus Großsanktpeter sind recht herzlich zum
Perjamoscher Treffen eingeladen!

    

Pfingstmontag, 05. Juni 2017

09:00 Uhr    Ausklang im Foyer des Hotels „Aviva“


Bücherausstellung am Rande des Treffens:

Für die Dauer des Treffens findet eine Bücherausstellung von Perjamoscher Schriftstellern statt. Des Weiteren wird ein Bücherstand mit Verkauf eingerichtet. Angeboten werden Bücher über Perjamosch und das Banat.

Auch in diesem Jahr gibt es eine große Tombola. Wir bitten Sie, recht viele Preise für die Tombola zu spenden. Abgabe der Preise bei Hermine Waldner. Der Reinerlös der Tombola
kommt unserem Hilfskomitee zugute.


Zusätzliche Infos zum Treffen:

Gerlinde Pohl, Tel.: 0721 – 758398
Hermine Waldner, Tel.: 0951 – 29 67 29
Hans Paul, Tel.: 0721 - 71406
Anton Enderle, Tel.: 0160 – 4684063


Übernachtungsmöglichkeiten:

Hotel Aviva, Ohiostraße 15, 76149 Karlsruhe, Tel.: 0721 – 9154400

Fremdenverkehrsamt Karlsruhe, Tel.: 0721 – 37205376

Eine gesonderte Einladung und eventuelle Änderungen im Programmablauf erscheinen
in der Banater Post.

Anfahrt

Die Badnerlandhalle in Karlsruhe – Neureut ist bequem mit der Straßenbahn – Linie S1 (Neureut) oder S11 (Hochstetten) zu erreichen. Für PKWs stehen direkt und im Umfeld ausreichend kostenlose Parkplätze zur Verfügung.

Restaurant Badnerland
Inh. Hans u. Monika Schweickart

Rubensstraße 21
76149 Karlsruhe
Tel.: 0721/ 785188
Fax.: 0721/ 970-2639
Internet:
Restaurant Badnerland
E-Mail:
Restaurant

Restaurant Badnerland

Mit seinem vielseitigen Angebot an kulinarischen Genüssen – von der internationalen Küche bis zu den Freuden der badischen Kochkunst – hat sich das in der Badnerlandhalle etablierte Restaurant einen Namen gemacht.

Mit dem geschmackvoll eingerichteten Speiselokal, mit Gesellschaftsräumen (15-120 Personen), mit vier Kegelbahnen, Bierkeller und einer Küchenkapazität bis zu tausend Gästen (Saalbewirtschaftung) bietet das Restaurant alle Möglichkeiten, Ihren Wünschen optimal gerecht zu werden.

Die Badnerlandhalle und das Restaurant Badnerland bieten optimale Voraussetzungen für die Organisation von Jahrgangstreffen. Bei weiteren Fragen sind die Veranstalter gerne behilflich.

Am Vorabend des Treffen, am Samstagabend, dem 3. Juni 2017, treffen wir uns - wie in den vergangenen Jahren auch – in der Gaststätte „Hellas Salute“ Griechische und italienische Spezialitäten, Am Wald 1 (Ende Erzberger Straße), 76149 Karlsruhe,
Telefon 0721 – 75099950, E-Mail Adresse karlsruhe@hellas-salute.de

Wer nachher noch Lust auf eine „Fuxpartie“ hat – in unserem Hotel „Aviva“ hat er die Möglichkeit dazu.

Anton Enderle
HOG - Vorsitzender


                                                                        In der Homepage veröffentlicht am 02.01.2017
                                                                                                                         Werner Enderle

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Neuerscheinung: Wege in die Freiheit. Deutsch-rumänische Dokumente zur Familienzusammenführung und Aussiedlung

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Landsleute,

als Band 15 der Reihe „Banater Bibliothek“ ist am Freitag der lang erwartete Band von
Dr. Heinz Günther Hüsch „Wege in die Freiheit. Deutsch-rumänische Dokumente zur Familienzusammenführung und Aussiedlung 1968 – 1989“ erschienen. Das Buch ist von unserer Landsmannschaft herausgegeben worden, hat 382 Seiten, ist inhaltlich und drucktechnisch von hoher Qualität, mit Fadenheftung gebunden, hat einen festen Einband.

Der Band ist vor allem ein Quellenband. In ihm sind zum ersten Mal sämtliche Vereinbarungen abgedruckt, die die Ausreise der Deutschen aus Rumänien in die Bundesrepublik Deutschland ermöglichten. Darüber hinaus enthält das Buch Aktenvermerke, Eigenaufzeichnungen von Gesprächen, die der deutsche Verhandlungsführer, der damalige Bundestagsabgeordnete Dr. Heinz Günther Hüsch, mit den Vertretern des rumänischen KP-Generalsekretär Nicolae Ceausescu führte. Interessant sind die Aufzeichnungen über Gespräche mit Bundeskanzler Helmut Kohl, Politikern und Spitzenbeamten des Innenministeriums, auch hinsichtlich der Politik für die Deutschen in Rumänien nach der politischen Wende 1989. Dokumentiert ist ein Gespräch von Dr. Hüsch mit Nicolae Ceausescu, Verhandlungsprotokolle geben darüber Auskunft, wie um Zahlen, Begriffe, Beträge gerungen wurde. Kurze Beschreibungen der jeweiligen politischen Situation in Deutschland und Rumänien, ein Literaturverzeichnis sowie ein einleitender Beitrag zur Aussiedlungsgeschichte der Deutschen aus Rumänien vervollständigen den Band.

Das Buch kostet  34,80 Euro/Expl. Da es 1,2 kg wiegt, muss es als Päckchen verschickt werden. Somit kommen weitere Kosten in Höhe von 5,20 Euro je Sendung hinzu. Der Band kann ab sofort in unserer Bundesgeschäftsstelle in München erworben werden, Sammelbestellungen sind willkommen.

Näheres zu dieser Neuerscheinung erfahren Sie, wenn Sie mit einem Maus-Klick
folgende pdf-Datei öffnen: 

 

Wege in die Freiheit.pdf

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Programm

Samstag, 14 Mai


Auf der Seite
Veranstaltungen finden Sie Bilder vom Ulmer Treffen 2016


10:00 Uhr    




12:00 Uhr

12:15 Uhr

13:00 Uhr

13:30 Uhr



17:30 Uhr


19:00 Uhr


19:00 Uhr

21:00 Uhr

Auftritt der Banater Trachtengruppen Crailsheim und Frankenthal sowie der
Trachtengruppe aus dem Banat („Billeder Heiderose“, „Warjascher Spatzen“
und „Banater Rosmarein" aus Temeswar) in der Fußgängerzone.
Musikalische Begleitung: „Die Weinbergmusikanten“ (Ltg. Hans Wetzler)

Trachtenzug durch die Fußgängerzone zum Rathaus

Empfang durch Gunter Czisch, Oberbürgermeister der Stadt Ulm, im Rathaus

Festzug zum Auswandererdenkmal am Donauufer

Gedenkfeier mit Kranzniederlegung
Ansprache: Ministerialdirigent Herbert Hellstern, Innenministerium Baden-
Württemberg

Schauspielführung durch das Donauschwäbische Zentralmuseum Ulm
(Anmeldung erforderlich)

Konzert der Donauschwäbischen Singgruppe Landshut (Ltg. Reinhard
Scherer) im Donauschwäbischen Zentralmuseum Ulm

Jugenddisco „Project Schwowe" mit DJ Gerry im ROXY

Ausklang des Tages im Hotel „Ulmer Stuben" mit Willi Hack
 

Pfingstsonntag, 15.Mai

                     



Alle Veranstaltungen am Pfingstsonntag finden auf dem Ulmer 
Messegelände statt (Böfinger Straße 50)

Donauhalle
08:00 Uhr 

08:30 Uhr 

09:00 Uhr 





10:00 Uhr 












anschI.




13.00 Uhr 





12.00 Uhr


13:00 Uhr 











Ab 13:00 Uhr



15:30 Uhr

Ab 17:00 Uhr









Einlass in die Donauhalle sowie die Messehallen 1 und 2

Musikalischer Auftakt vor der Donauhalle

Eröffnung der Ausstellung „Die deutsche Minderheit in Rumänien.
Geschichte und Gegenwart im vereinten Europa“ im Foyer der Donauhalle
durch Dr. Paul-Jürgen Porr, Vorsitzender des Demokratischen Forums der
Deutschen in Rumänien, und Ovidiu Ganţ, Abgeordneter der deutschen
Minderheit im rumänischen Parlament

Einzug der Fahnen- und Trachtenträger in die Donauhalle

Kundgebung zum Heimattag 2016

Festrede von Dr. Marcel Huber, Leiter der Bayerischen Staatskanzlei,
Staatsminister für Bundesangelegenheiten und Sonderaufgaben

Ansprachen von Hartmut Koschyk MdB, Beauftragter der Bundesregierung
für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, und Dr. Sergiu Nistor,
Berater des rumänischen Staatspräsidenten Klaus Johannis

Grußworte

Pfingstmesse mit Erzbischof em. Dr. Robert Zollitsch, Msgr. Andreas
Straub, Pfr. Peter Zillich. Musikalische Begleitung: Donauschwäbische
Singgruppe Landshut und Original Donauschwäbische Blaskapelle
Reutlingen (Ltg. Johann Frühwald)

Kulturprogramm der DBJT: „Zwaa Schwowe reise um die Welt“ - der
Banater Jugend- und Trachtengruppen präsentieren Tänze von einst und
jetzt. Regie: Melanie Müller

Konferenzräume

Sinn und Möglichkeiten der Familienforschung im Banat.
Referentin: Dr. Hertha Schwarz (Konferenzraum 1)

Literarischer Salon mit den Schriftstellern Franz Heinz und Siegfried
Chambre. Moderation: Katharina Kilzer und Walter Roth (Konferenzraum 2)

Foyer der Donauhalle

Info- und Bücherstände mit Bezug zum Banat
(nur nach vorheriger Anmeldung und Genehmigung)

Messehallen 1 und 2

Treffen der Landsleute nach Heimatortschaften

Blasmusik in den Hallen mit der Original Donauschwäbischen Blaskapelle
Reutlingen und der Original Banater Blaskapelle Göppingen
(Ltg.: Horst Stromer)

Tanzauftritte der Trachtengruppen der DBJT in den Hallen

Tanzunterhaltung in Halle 1 mit den „Schlagerbengeln“ Andy, Sandra und
Eugen (Ende 1 Uhr)

Banater Schachturnier von 10.00 bis 17.00 Uhr
Betreuung: Alfred Selpal

Für unsere Kleinen

Banater Kinderclub und Hüpfburg im Freien




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Stand: 12. April 2016
Aus „Banater Post“ vom 20 April 2016

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Mitteilung

Ab 01. Oktober 2015 werden die Dateikarten von Frau Gerda Krakker gepflegt. Diese Arbeit
wurde vorher von Herrn Gerhard Bittenbinder erledigt. Bitte unterstützen Sie Frau Krakker in ihrer neuen Funktion, indem Sie ihr Mitteilungen über Geburten, Ehen, Sterbefälle und
sonstige Ereignisse machen. Ihre Kontaktdaten lauten:

Tel.-Nr: 0871 13062
E-Mail:
gerda-johann.krakker@t-online.de

Veröffentlicht in der Homepage am 13.10.2015
Werner Enderle

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Hinweise


Auf der Seite Bilder können Sie alte und aktuelle Bilder aus Perjamosch betrachten, sowie auch Bilder und kurze Videos vom Perjamoscher Treffen 2015 vom 24. Mai 2015
in Karlsruhe.

Bilder vom Heimattag der Banater Schwaben in Ulm 2014 und vom Perjamoscher
Treffen 2015 finden Sie auf der Seite Veranstaltungen .

Bilder vom Perjamoscher Treffen 2013 finden Sie noch im Fotoalbum.

Das Programm zum "Perjamoscher Treffen 2015" finden Sie auf der/dieser Seite
 
weiter unten

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Das Inhaltsverzeichnis vom Perjamoscher Heimatbrief 2015 finden Sie weiter unten
nach dem Bericht vom HOG-Treffen Perjamosch




 **********************   Bericht zum Perjamoscher Treffen 2015  ************************


HOG – Treffen Perjamosch / Großsanktpeter in Karlsruhe

Karlsruhe ist für die Perjamoscher ein gutes Pflaster! An Pfingstsonntag trafen sich die Landsleute aus Perjamoscher und Großsanktpeter zum zweiten Mal in Karlsruhe und wieder war es ein großer Erfolg. Fast 400 Teilnehmer fanden den Weg in die Neureuter Badnerlandhalle. Die Mobilisation durch Einladungen, persönliche Anrufe, E-Mails, aber vor allem durch die Perjamoscher Facebook Gruppe hat sich gelohnt. Gerlinde Pohl (Jahrgang 1950) und Hilde Klein (Jahrgang 1955)  organisierten ihre Klassentreffen. Viele der Teilnehmer, die zum ersten Mal dabei waren, bedauerten, dass sie bisher solcher Treffen ferngeblieben sind. Jahrgangstreffen eingebettet in das allgemeine HOG-Treffen – eine Möglichkeit, die Zielgruppe zu erweitern.

Um 10 Uhr Sonntag standen die ersten schon am Eingang. Und es wurden immer mehr. War das eine Wiedersehensfreude! Mit den Gesprächen war man schnell in der Vergangenheit oder bei den Enkeln…

Ernst Ehling hat mit seinem Akkordeon in der Zwischenzeit sehr anspruchsvolle Stücke gespielt; Manfred Engelmann zeigte Dias von Perjamosch. HOG-Vorsitzender Anton Enderle eröffnete um 14 Uhr den offiziellen Teil des Treffens. Die Ansprache - kurz aber aussagekräftig. Im Tätigkeitsbericht wurde die Renovierung der Kapelle auf dem Altdorfer Friedhof durch den Perjamoscher Jungunternehmer Dieter Bortscher und die Erneuerung des Torbogens und des Zauns am Neudörfer Friedhof dank der Franz-Remmel - Stiftung besonders hervorgehoben. Der Perjamoscher Zahnarzt Mihai Diaconu, im Baragan geboren, regt die Errichtung eines Gedenksteins an, der an die Opfer der Deportation erinnern soll. Engagement  auf vielen Ebenen, das seinesgleichen im Banat Nachahmer finden sollte.

Stolz können wir auf die Buchveröffentlichungen Perjamoscher Schriftsteller in den letzten zwei Jahren sein. Vorgestellt wurden  die Bücher Habsburg, Herr Parkinson und die Lyrikanthologie Und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus von Richard Wagner; die Graphik Novel Elternerde von Annemarie Otten; zwei Bücher in Perjamoscher Mundart Di Spilmanns und Schwowische Sinnspich Stefan Michael Müller. Und wie der Zufall es so will: Als der neue Roman Kriegerdenkmal von Franz Heinz präsentierte wurde, betrat der  Schriftsteller höchstpersönlich den Saal, die Überraschung und Freude hätte nicht größer sein können…

Bei der Totenehrung wurde an das Wirken verdienter Perjamoscher gedacht, die in den letzten zwei Jahren verstorben sind: Karl Herbeck, langjähriger HOG-Vorsitzender, Heimatpriester Martin Ehling, Kindergärtnerin Elisabeth Krohn, Feuerwehrkommandant Hans Bauer, HOG-Vorstandsmitglied Jakob Laub und Vorstandsvorsitzender des KV Kempten Franz Schlosser.

Eva Bednar, die Tochter des Perjamoscher Künstlers Franz Ferch, schenkte der HOG ein Ölgemälde und fünf Aquarelle, die zu einem späteren Zeitpunkt versteigert werden sollen. Der Reinerlös soll für kulturelle Vorhaben der HOG verwendet werden.  Elwine Oldenburg sprach im Namen der Ratzampetrer Landsleute und Werner Gilde, der mit seinen Billedern am Vortag die Neureuter Bevölkerung auf banatschwäbisches Brauchtum eingestimmt hatte, sprach im Namen des Bundesvorstandes ein Grußwort. Die Leimener Trachtengruppe unter der Leitung von Josef und Hilde Klein brachten mit ihren Tänzen und Wortbeiträgen in ihren schönen Trachten  Stimmung in den Saal.

Gerda Krakker (geb. Remmel) übernahm von Elfriede Schuch die Leitung des Perjamoscher Hilfskomitees. Frau Schuch hat segensreich viele Jahre für die Bedürftigen, Alten und Kranken in Perjamosch gewirkt. Dafür ein herzliches Vergelt´s Gott! Der beachtliche Reinerlös der Tombola, von Hermine Waldner betreut, wird auch dem Hilfskomitee zur Verfügung gestellt.

Das Duo Paloma mit  Hans Griffaton und Richard Zacharias sorgte mit vertrauten Liedern für gute Stimmung. Getanzt wurde bis früh in den Morgen. Da einige sich noch nicht trennen konnten, wurde im Foyer des Hotels bis halb vier erzählt und die Männer haben Karten gespielt.

Das Hotel Aviva in Karlsruhe, wo die meisten Perjamoscher übernachteten, war am Morgen fest in schwowischer Hand. Mit Gud Morjet und Ausgschloof? wurde jeder begrüßt und für einen Augenblick hätte man meinen können „ mir sin derhem in Prjamosch“…

Und dass die Landsleute aus Perjamosch und Großsanktpeter an Bewährtem festhalten stand bei der Verabschiedung fest: In zwei Jahren am Pfingstsonntag sehen wir uns wieder in Karlsruhe in der Neureuter Badnerlandhalle. Katharina Art mit ihren 89 Jahren die älteste Teilnehmerin (der jüngste war Frederick Klein, 10 Monate alt) stellte treffend fest: „Scheen wor´s  weder! Es sol me jede leed ton, der wo net debei wor.!“

Hermine Waldner



                                                                                  In der HP Veröffentlicht am 29.07.2015
                                                                                                                       Werner Enderle

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Nur einige Gedanken - viel zu wenig für die vier entscheidenden Jahre unserer Schulzeit. Tüten mit Süßigkeiten gab es nicht am ersten Schultag, aber wir waren aufgeregt und voller Erwartung, formbare und wissbegierige Kinder im zarten Alter von sieben Jahren. Die Schule war fast wie ein zweites Zuhause und unsere Lehrerin war beinahe wie unsere Mutter. Alle Ereignisse aus der Schule wurden heimgetragen (und waren sehr wichtig), die Ereignisse von daheim wurden manchmal in die Schule getragen. Die Lehrerin war auch Psychologin, Beraterin und Vertrauensperson.

Die Fibel war unser erstes Buch, ein kleines Heiligtum. Ganz still war es im Klassenzimmer, wenn die Lehrerin uns eine neue Welt eröffnete, die Welt der Buchstaben und Zahlen. Unsere Lehrerin war kompetent, energisch und warm, ihre Augen sind graublau, ruhig und klug. Sie lehrte uns Kinder, sie hielt Elternbesprechungen, machte Hausbesuche, orga­nisierte Schulfeste und Ausflüge. Für den Frauentag am 8. März wurden eifrig kleine Geschenke genäht und gebastelt, Gedichte und Lieder vorbereitet. Unsere Mütter, stilllauschend im Klassenzimmer, folgten erwartungsvoll unseren Darbietungen.

Unsere Lehrerin pflegte und hegte die ersten Bäumchen, später bildete sich dann an den Stämmen Jahresring um Jahresring. Wir sind alle rechtschaffene Menschen geworden, alle ohne Ausnahme. Während unserer Schulzeit hatten wir noch viele gute Lehrerinnen und Lehrer - aber die erste Lehrerin, das ist wie die erste Liebe, die vergisst man nie.

Anni Engelmann wurde am 17. November 1925 in Wojteg als Tochter der Eheleute Josef Krumenacker (Maschinist) und Maria, geb. Stein, geboren. Sie besuchte die Volksschule in Wojteg und danach .die Vorbereitungsklasse der Pädagogischen Lehrerbildungsanstalt in Kronstadt. Am 14. Januar 1945 wurde sie - wie viele andere Deutsche auch - zur Zwangsarbeit nach Russland deportiert, von wo sie am 11. Dezember 1949 in ihren Heimatort zurückkehrte. Im September 1950 heiratete sie Franz Engelmann (geb. 1925 in Neusiedl auf der Heide) und trat gemeinsam mit ihm im selben Jahr in Perjamosch ihre· Lehrertätigkeit an, die sie im Sommer 1973 beendete, als sie gemeinsam mit ihrem Mann und Sohn Manfred in die Bundesrepublik Deutschland aussiedelte. Ihr zweiter Sohn Erwin, der schon verheiratet war, konnte seiner Familie erst später folgen. In Siegen war Anni Engelmann an ein Diesterwegschule noch bis zu ihrer Pensionierung am 1. August 1988 als Grundschullehrerin tätig.

Seither lebt sie im Ruhestand und widmet sich intensiv sozialen Tätigkeiten. Der Erhalt der deutschen Schule in Perjamosch, das Wohl der älteren Bürger, die noch dort leben, die Pflege des banatdeutschen Kulturgutes waren stets Schwerpunkte ihrer Tätigkeit in den vergangenen Jahren. Gemeinsam mit ihrem Ehemann war sie lange im Vorstand des Hilfskomitees Perjamosch tätig. Viele Jahre war sie Schriftführerin der Heimatortsgemeinschaft Perjamosch. Ihr Berufsleben und die damit verbundenen Entwicklungen im deutschen Schulwesen im Banat sowie der Neueinstieg in den Schuldienst in Siegen, ihrem neuen Wirkungskreis, hat sie in der umfangreichen Erinnerungsschrift "Aus der Schule geplaudert" festgehaltern. Der "Perjamoscher Heimatbrief" veröffentlicht in Fort­setzung den gesamten Text. Manch eine ehemalige Perjamoscher Kollegin hat sie zu erlebnisreichen Reisen nach Deutschland eingeladen.

Zu ihrem 90. Geburtstag wünschen ihre ehemaligen Schüler und die Perjamoscher Landsleute der Jubilarin alles Gute und noch viele gesunde und erlebnisreiche Jahre.

Hedwig Enderle

Artikel aus der "Banater Post" , Dezember 2015
Veröffentlicht in der Homepage am 03.04.2016, W.E.

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Denken Perjamoscher, an die Krohn-Tante, so verbinden sie damit die Kinderkirchweih. Ohne sie wäre eine Banarer Tradition in Perjamosch viel eher verschwunden: Als es kaum noch Jugendliche gab, die „Buwe, was ham'er heit" riefen, ließ sie ihre Kindergartenkinder in Tracht und mit Blasmusik durchs Dorf aufmarschieren.

Am 10. Januar starb Elisabeth Krohn in Heßheim im Alter von 84 Jahren. Sie wurde am 21. November 1930 als einziges Kind von Jakob und Margarete Krohn, geb. Bittenbinder, in Perjamosch in ihrem bäuerlichen Elternhaus in der Bohnengasse geboren. Als Kind wurde sie Krohn Lissi genannt, hatte aber wie alle Perjamoscher einen Spitznamen: Jottos Lissi.
Elisabeth Krohn besuchte elf Jahre die Perjamoscher Klosterschule (vier Jahre den Kindergarten, vier Jahre die Volksschule, drei Jahre das Gymnasium) und ein Jahr, von 1942 bis 1943, das deutsche Gymnasium in Perjamosch. Den Kurs für Kindergärtnerinnen absolvierte sie 1949 in Temeswar. Das Diplom für Kindergärtnerinnen erwarb sie nach einem Fernstudium (zwei Jahre in Temeswar und zwei Jahre in Klausenbburg).

Elisabeth Krohn war sieben Jahre von 1949 bis 1956 als Hilfskindergärtnerin am deutschen Kindergarten in Alexanderhausen und 29 Jahre als Kindergärtnerin in Perjamosch, ihrem Heimatdorf, tätig. Sie war, wie man so schön sagt, mit Leib und Seele Kindergärtnerin. Sie liebte die Kinder über alles und hat nur für ihren Beruf gelebt. Nicht selten hat sie zwei Generationen die Näschen geputzt, die Tränen getrocknet, die aufgeschürften Knien verarztet.

Traditionspflege hatte für sie immer schon einen hohen Stellenwert. Das Kirchweihfest de Kinder war ihr ureigenes Kind, untrennbar mit ihrem Namen verbunden. Nach einem einem ersten Versuch 1967 folgte 1973 und mit Unterbrechungen bis 1983 die Kirchweih für Kinder. Acht Feierlichkeiten hat sie in einer Zeit organisiert, in der die Kinderkirchweih der Ersatz für das Kirchweihfest der Jugend war. Obwohl Kindergärtnerin Elisabeth Krohn nie verheiratet war, lebte sie nicht allein. Nach ihrer Aussiedlung fand sie familiären Anschluss bei der Perjamoscher Familie Johann Poth in Heßheim in der Nähe von Frankenthal.
Ihre Menschenkenntnis und Beobachtungsgabe verhalfen ihr zu differenzierten Schilderungen des facettenreichen Dorflebens. Elisabeth Krohn hat der Redaktion des Perjamoscher Heimatbriefes ein Manuskript von 255 Seiten über Perjamosch zur Verfügung gestellt. Teile daraus werden in jedem Perjamoscher Heimatbrief veröffentlicht. Ansiedlungsgeschichte des Ortes, das Kirchenjahr, das Vereinsleben, Mundart, örtliche Institutionen und Persönlichkeiten, bäuerliches Leben, Handwerk und Berufe, Kleidung, Essen und Trinken-all das und noch vieles mehr beschreibt sie hochinteressant und mit einer großen Liebe fürs Detail.

Perjamosch hat einen seiner Chronisten verloren! Um bei ihrer Beschreibung über Tod und Begräbnis in Perjamosch zu bleiben, müssten die Kirchenglocken im Altdorf „ausleide“. Zuerst „a Zaiche gen, zwaa Gsätzcher for a Weib“ und danach „ausleide mit alle Glocke“. Und das dreimal am Tag bis zur Beerdigung. Vor der Kirche neben dem großen Kreuz stand ein Pfosten, an dem bei einem Sterbefall eine schwarze Fahne hing und auf einer Tafel unter der Fahne waren der Name und die Hausnummer des Verstorbenen zu lesen…
Die Perjamoscher Landsleute werden ihrer ehemaligen Kindergärtnerin Elisabeth Krohn ein ehrendes Andenken bewahren.

Hermine Waldner geb. Portscher

Artikel aus der Banater Post" Februar 2015
Veröffentlicht in der Homepage am 04.04.2016, W.E.

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Vorwort                                                                                                              
Weihnachtsglückwunsch                                                                   

Aktivitäten der HOG

Perjamoscher Treffen in Karlsruhe
Klassentreffen des Jahrgangs 1955
Gerda Krakker - Neue Verwalterin unserer HOG - Kartei

Persönlichkeiten

Richard Wagner – Träger des Bundesverdienstordens - Ein Interview
Richard Wagner – In der Zeitschrift "Matrix"
Richard Wagner – "Habsburg. Bibliothek einer verlorenen Welt"
Richard Wagner -- "Herr Parkinson"
Ralf Bednar – Erfolgreich in vielen Kunstsparten
Annemarie Otten – Familiengeschichte in Comic
Anni Engelmann - 90. Geburtstag einer verdienten Perjamoscher Lehrerin
Hermine Waldner - Engagement beim Bamberger Hausnotruf
Hans Jürgen Stein - Erfolgreich als Manager in Leipzig
Franz Schlosser - Helfen war ihm eine Herzenssache
Elisabeth Krohn - Kindergärtnerin mit Leib und Seele

Erinnerungen

Elisabeth Krohn – Tod und Begräbnis in Perjamosch
Anni Engelmann – Aus der Schule geplaudert, Teil 8
Hermine Waldner - Oma sein gestern und heute
Hans Tittenhofer– Das Warjascher Trachtenfest
Anni Engelmann – 38 Jahre Perjamoscher Hilfskomitee

Literatur und Film

Multikulturelles Banat in den "Spiegelungen"
Franz Heinz - Die Freiheit der Pferde
Rumänische Revolution - Drei Mal Temeswar

Mundart

Stefan Michael Müller - De PIettemann
Manfred Engelmann – Uihel

Geschichte

Brief König Karls I. an den Staatspräsidenten Klaus Johannis
Rumäniens verlorene Jahrzehnte
Nationalität und Identität
Förderpreis für Forschungsgruppe „Familienzusammenführung“

Aktuelles aus dem Banat

Die Schule der Nobelpreisträger
Ehemalige Lenau – Schüler trafen sich in Temeswar
Evangelische Christen in Temeswar
Wochenendausflüge im Banat
Lexikon der Temeswarer Straßennamen
Temeswarer-Flughafen gut ausgelastet
Erforschung der römisch - katholischen Friedhöfe im Banat
Deutsch-Rumänischer Wirtschaftsverein fördert duale Ausbildung
Menschwerdung korrigiert
Bisons im Banat
Kirchweih in Großsanktnikolaus
Arader Festung wird Stadtbesitz

Perjamosch 2015

Erinnern an das Unverlorene
Perjamosch im Herbst 2015
Perjamosch aktuell: Dezember 2014 - November 2015
Perjamosch - Anno Domini 2015
Karl Kuhn - Ein noch rüstiger Hundertjähriger
Perjamoscher Fußballmannschaft steigt in die 4. Liga auf

Recht

Bundestag beschließt Entschädigung deutscher Zwangsarbeiter
Rumänien verdoppelt Entschädigungsrenten
Neues EU – Erbrecht

Mitteilungen

Kurz berichtet
Leserbriefe
Unseren Toten zum Gedenken
Spenderliste
Impressum


Veröffentlicht am 25.12.2015
Werner Enderle
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Uwe Ungureanu – unser neuer Friedhofswärter

Nachdem Ghiţă Ciumedeanu seine Tätigkeit als Friedhofswärter aus gesundheitlichen Gründen zum 31. Dezember 2014 aufgibt, hat unser Heimatpriester Attila Kozovits schon einen neuen gefunden. Es ist dies Alexander-Uwe Ungureanu, geboren am 1. August 1984 in Perjamosch. Seine Eltern Dumitru Erna Ungureanu, geb. Löb, sind beide Perjamoscher. Er hat noch zwei Schwestern.
In Perjamosch und Großsanktnikolaus ist er zur Schule gegangen. 2004 bestand er seine Abiturprüfung. Seit 2011 arbeitet er als Schofför bei der Bäckerei Di-Si Panif in Perjamosch.

Seit 2009 ist er mit Maria Magdolna, geb. Ambrus, verheiratet. Die Familie hat zwei Kinder, von denen der älteste vier Jahre alt ist.
Man kennt ihn im Dorf als ernsten und gewissenhaften jungen Mann. Wir wünschen uns eine lange und gute Zusammenarbeit. Ghita Ciumedeanu danken wir für die geleisteten Dienste in den vergangenen Jahren. 

                                                                                Der Vorstand der HOG Perjamosch
                                             Uwe Ungureanu mit Familie


                                                                                         Veröffentlicht am 10.01.2015
                                                                                                            Werner Enderle


Das offizielle Wappen von Perjamosch wurde von Vintila Rusan de Priamus und seinem Sohn Dr. Tiberius Rusan de Priamus entworfen und den zuständigen rumänischen Behörden zur Genehmigung vorgelegt. Das von Johann Parison gestaltete Wappen folgt nicht heraldischen Vorgaben und ist eher mit einem Kunstwerk vergleichbar.

Im Folgenden fassen wir die wichtigsten Gedanken des Gutachtens zusammen, das die Autoren zur Begründung der einzelnen Teile des Wappens erstellt haben. Fünf Bereiche in unterschiedlichen historischen Zeiträumen sind im Wappen wiederzufinden.

1. Das Keramikgefäß steht für die Kultur Periam - Pecica aus der Jungsteinzeit und aus der Bronzezeit, wie es archäologische Ausgrabungen belegen.

2. Das christliche Kreuz symbolisiert das christliche Leben auf dem Gebiete des heutigen Perjamosch. Schon im 4. Jhdt. gab es eine erste christliche Gemeinde. 1232 wird in kirchlichen Dokumenten das Kloster Rahoncza am Maroschufer erwähnt. 1743 wird von einer Kirche im alten Dorf am Maroschufer berichtet; 1772 wird die römisch-katholische Kirche im Altdorf dem heiligen Johann von Nepomuk geweiht. Die 1847 begonnene Kirche im Neudorf (Haulik) wird 1856 geweiht. 1926 erfolgt der Bau der orthodoxen Kirche. Der männliche Oberarm, dessen Ellenbogen sich auf fruchtbaren Boden stützt, und die drei reifen Ähren versinnbildlichen die Hauptbeschäftigung der Menschen im Laufe der Jahrhunderte. Trotz Hungersnöten, Epidemien und Überschwemmungen waren sie, gestärkt durch ihren christlichen Glauben, stets bereit, neu anzufangen.

3. Teile einer Burgmauer stehen für die Befestigungsanlagen, die es schon seit frühesten Zeiten gab. Am Anfang bestanden sie nur aus einem Erdwall, der schon 1332 als ein aus Steinen befestigtes Kastell Pereamus in alten Dokumenten auftaucht.
Das geschwungene Band in der Mitte des Wappens stellt die Marosch dar. Sie war für die wirtschaftliche Entwicklung des Ortes von größter Bedeutung.

4. Das offene Buch steht für die schon seit dem Mittelalter bestehende Schultradition. 1820 wurde die neue deutsche Schule errichtet. 1860 übernahmen die Schwestern des Ordens Unserer lieben Frau die Leitung der Mädchenschule im alten Dorf. Im Jahre 1877 wurde das Klostergebäude errichtet. 1879 eröffnete der Kindergarten. Im Jahre 1911 wurde die Knabenbürgerschule gebaut, die 1919 in eine deutsche Bürgerschule mit einer rumänischen Abteilung umgewandelt wurde. Am 15. Mai 1928 wurde diese Schule zu einem Gymnasium. Heute gibt es in Perjamosch vom Kindergarten bis zum Gymnasium alle Schularten.

5. Drei grüne Dreispitzhüte symbolisieren die Existenz und den Beitrag der deutschen Bevölkerung zum Aufbau und Entwicklung unseres Heimatortes über drei Jahrhunderte. Die Aufbauleistung der banatschwäbischen Bevölkerung wird von den Autoren des Wappens als "tiefgehend" bezeichnet. Fast 300 Jahre prägten Deutsche das wirtschaftliche, kulturelle und gesellschaftliche Leben des Ortes. Die drei Hüte stellen die drei Schwabenzuge dar, die deutsche Siedler ins Pannonische Becken brachten.
Das Wappen hat ein Motto: Verpflichtung und Tradition.

Die Bewohner von Perjamosch sollen sich die Gegenwart vergegenwärtigen und daraus Verpflichtung für die Vergangenheit erkennen und Zuversicht für zukünftige Entwicklungen schöpfen. Tradition heißt, in der Kontinuität menschlicher Besiedlung in diesem Raum wirken. Als Ganzes und jeder als Mitglied seiner Familie.

Zur Entstehung des Wappens

Im Jahre 2008 schlägt zum ersten Mal die Verwaltung der Gemeinde Perjamosch vor, das von der Familie Rusan de Priamus nach heraldischen Vorgaben gestaltete Wappen, den zuständigen Behörden zur Genehmigung vorzulegen. Drei Jahre später wird das vorgestellte Wappen von den Kommissionen für Wappenkunde aus Temeswar und Klausenburg genehmigt. Im Frühjahr des Jahres 2013 genehmigt die Nationale Kommission für Wappen- und Siegelkunde aus Bukarest, die im Rahmen der Rumänischen Akademie der Wissenschaften tätig ist, das neue Perjamoscher Wappen. Am 3. Juli 2013 wird das Wappen durch Beschluss Nr. 366 der rumänischen Regierung, veröffentlicht im Amtsblatt Nr. 399, als offizielles Wappen der Gemeinde Perjamosch anerkannt.

Es ist erfreulich, dass die Autoren des Wappens die Vorschläge der HOG Perjamosch berücksichtigt haben und mit den drei Dreispitzhüten ein sichtbares und unverwechselbares Zeichen für unsere historische Rolle gefunden haben. Wir bedauern, dass bei der Wahl der Straßennamen diese Chance von der damaligen Kommunalverwaltung vertan wurde. Umso mehr freut es uns, dass dieses offizielle Wappen der geschichtlichen Wahrheit gerecht wird.

                                                                                                                         Anton Enderle

 
                                                                                           
Um auf die Homepage der Gemeinde Perjamosch zu kommen, klicken Sie bitte auf
folgenden Link:

http://www.primatimperiam.ro/                                                                                 


                                                                                   Veröffentlicht am 15.01.2015
                                                                                                      Werner Enderle


Denken Perjamoscher an die Krohn Tante, so denken sie an die Kinderkirchweih. Ohne sie wäre eine Banater Tradition in Perjamoscher viel eher verschwunden. Als es kaum noch Jugendliche gab, die „Buwe, was ham´er heit“ riefen, ließ sie ihre Kindergartenkinder in Tracht und mit Blasmusik durchs Dorf marschieren.

Am 10. Januar starb Elisabeth Krohn in Heßheim im Alter von 84 Jahren.

Sie wurde am 21. November 1930  als einziges Kind von Jakob und Margarete Krohn, geb. Bittenbinder, in Perjamosch in ihrem bäuerlichen Elternhaus in der Bohnengasse geboren.

Als Kind wurde sie Krohn Lissi genannt, hatte aber wie alle Perjamoscher einen Spitznamen: Jottos Lissi. Elisabeth Krohn besuchte elf Jahre die Perjamoscher Klosterschule (vier Jahre den Kindergarten, vier Jahre die Volksschule, drei Jahre das Gymnasium und ein Jahr von 1942-43 das Deutsche Gymnasium in Perjamosch). Den Kurs für Kindergärtnerinnen absolvierte sie 1949 in Temeswar. Das Diplom für Kindergärtnerinnen erwarb sie nach einem Fernstudium (zwei Jahre in Temeswar und zwei Jahre in Klausenburg).

Elisabeth Krohn war sieben Jahre von 1949 bis 1956 als Hilfskindergärtnerin am deutschen Kindergarten in Alexanderhausen und 29 Jahre als Kindergärtnerin am deutschen Kindergarten in Perjamosch, ihrem Heimatdorf, tätig. Sie war, wie man so schön sagt, mit Leib und Seele Kindergärtnerin. Sie liebte die Kinder über alles und hat nur für ihren Beruf gelebt. Nicht selten hat sie zwei Generationen, die Näschen geputzt, die Tränen getrocknet, die aufgeschürften Knien verarztet.

Traditionspflege hatte für sie immer schon einen hohen Stellenwert. Das Kirchweihfest der Kinder war ihr ureigenes Kind, untrennbar mit ihrem Namen  verbunden. Nach einem ersten Versuch 1967 folgte 1973 und mit Unterbrechungen bis 1983 die Kirchweih für Kinder. Acht Feierlichkeiten hat sie in einer Zeit organisiert, in der die Kinderkirchweih der Ersatz für das Kirchweihfest der Jugend war. Obwohl Kindergärtnerin Elisabeth Krohn  nie verheiratete war, lebte sie nicht allein. Nach ihrer Aussiedlung fand sie familiären Anschluss bei der Perjamoscher Familie Johann Poth in Heßheim in der Nähe von Frankenthal.

Ihre Menschenkenntnis und Beobachtungsgabe verhalfen ihr zu differenzierten Schilderungen des facettenreichen Dorflebens.  Elisabeth Krohn hat der Redaktion des Perjamoscher Heimatbriefes ein Manuskript von 255 Seiten über Perjamosch zur Verfügung gestellt. Teile daraus werden in jedem Perjamoscher Heimatbrief veröffentlicht.  Ansiedlungsgeschichte des Ortes, das Kirchenjahr, das Vereinsleben, Mundart, örtliche Institutionen und Persönlichkeiten , bäuerliches Leben, Handwerk und Berufe, Kleidung, Essen und Trinken -  all das und noch vieles mehr beschreibt sie hochinteressant und mit einer großen Liebe fürs Detail.

Perjamosch hat eine seiner Chronisten verloren! Um bei ihrer Beschreibung über Tod und Begräbnis zu bleiben, müssten die Kirchenglocken im Altdorf „ausleide“. Zuerst „ a Zaiche gen, zwaa Gsätzcher for a Weib“ und danach „ausleide mit alle Glocke“.  Und das dreimal am Tag bis zur Beerdigung. Vor der Kirche neben dem großen Kreuz stand ein Pfosten an dem bei einem Sterbefall eine schwarze Fahne hing und auf einer Tafel unter der Fahne waren der Name und die Hausnummer des Verstorbenen zu lesen.
                                                                                             
Die Perjamoscher Landsleute werden ihrer ehemaligen Kindergärtnerin Elisabeth Krohn ein ehrendes Andenken bewahren.

                                                                                                        Hermine Waldner

In der Homepage veröffentlicht am 23.01.2015
von Werner Enderle

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Bilder zum Ulmer Treffen 2014 finden Sie auf der Homepage-Seite Veranstaltungen . 
Klicken Sie auf diesen Link bzw. Verknüpfung, wenn Sie diese Bilder sehen wollen.         

                                                                                                Veröffentlicht am 11.03.2015
                                                                                                                     Werner Enderle


Vorbildlicher Einsatz im Vereins- und Kulturleben

Jakob Hans Bauer, langjähriger An­gestellter der Perjamoscher Hut­fabrik und über mehrere Jahrzehnte Kommandant der Perjamoscher Frei­willigen Feuerwehr, verstarb am 23. Juli in Siegen (Nordrhein-Westfalen) im Alter von 85 Jahren. Sein Tod ist für alle, die ihn kannten und schätz­ten, ein schwerer Verlust.

Geboren wurde Jakob Hans Bauer am 15. April 1929 als Sohn von Maria und Jakob Bauer in Perjamosch. Hier besuchte er auch die Volksschu­le. Als Jugendlicher hat er den Krieg mit seinen schrecklichen Folgen mit­erlebt. Im September 1944 flüchtete die Familie nach Oberösterreich und kehrte erst ein Jahr später nach Per­jamosch zurück. Die Lebensverhält­nisse waren damals schwierig, be­sonders für die deutsche Bevölkerung. Jakob Hans Bauer bekam Arbeit in der Perjamoscher Hutfabrik und heiratete 1952 Margarethe Niesz. Im selben Jahr wurde der Sohn Peter und 1955 die Tochter Renate gebo­ren.

Als junger Mann trat er in die Freiwillige Feuerwehr ein und in den sechziger Jahren wurde er deren Kommandant. Beide Kinder reisten bereits 1975 in die Bundesrepublik Deutschland aus. Die Ausreise der Eltern gelang erst 1984. Diese arbei­teten bis zu diesem Zeitpunkt in der Hutfabrik. Hier war Jakob Hans Bauer auch Leiter der Betriebsfeuer­wehr, Vorsitzender der Gewerkschaft und Mitglied im Betriebsrat. In Deutschland zog das Ehepaar zu sei­nen Kindern nach Siegen. Bis zur Rente arbeiteten er in einem Kauf­haus und seine Ehefrau in einem Krankenhaus.

Jakob Hans Bauer hat sich in Perjamosch vielfach für die deutsche Gemeinschaft eingesetzt und das in vielen Bereichen: Sport, Schule, Kin­der- und Jugendkirchweih, Feuerwehr, deutsches Kulturleben, Kirche, Brauchtum. Er und die Feuerwehr halfen bei allen Sportveranstaltun­gen. Mit Begeisterung und großer Hingabe wurde die Handballmann­schaft unterstützt, die den Namen der Gemeinde Perjamosch für einige Jahre in die Schlagzeilen der Sport­presse brachte, Die Großfeldhandballer spielten ab 1950 drei Jahre lang in der
A-Liga.

Als Klassenlehrer des Sohnes und als Mathelehrer beider Kinder, aber auch als stellvertretender Schulleiter von 1970 bis 1980 gab es stets eine gute schulische und außerschulische Zusammenarbeit mit Jakob Hans Bauer. Auf die Feuerwehr und ihren Kommandanten war immer Verlass. Sie half über viele Jahre tatkräftig mit bei der Organisation und Durch­führung der Kinder- und Jugendkirchweih. Zudem organisierte der Kommandant mit seiner Feuerwehr schon ab den fünfziger Jahren Tanz­unterhaltungen für
die deutsche Be­völkerung. Auch aus den Nachbar­gemeinden kamen viele Jugendliche,
und so mancher fand hier seinen Partner fürs Leben.

Ein Verdienst der Hutfabrik und der Feuerwehr war es auch, die wenigen Musikanten,
die es in Perja­mosch noch gab, in der Fabrik zu be­schäftigen und durch die Feuerwehr
zu unterstützen. Zu der so genannten "Hutfabrik-Kapelle" kamen später noch einige Jungmusikanten dazu, und die Kapelle spielte sogar einige Male zur Kirchweih, Unter
der Lei­tung von Jakob Hans Bauer traf man sich auch mit Feuerwehren aus an­deren Ortschaften zu Feuerwehr­übungen oder Wettbewerben. Die Perjamoscher Feuerwehr
war oft Ver­anstalter solcher Wettbewerbe, die zu einer Art Feuerwehrfest wurden. Zudem wurde die Perjamoscher Feuerwehr mehrfach ausgezeichnet.

Zur Faschingszeit lebten in den sechziger und siebziger Jahren die Trachtenfeste und Maskenbälle wie­der auf. Die Feuerwehr und die deutschen Lehrer organisierten solche
auch in Perjamosch. Der letzte große Trachtenball wurde 1976 im Kultur­heim von Perjamosch veranstaltet. Vor mehr als 700 Zuschauern sind 27 Paare in den Trachten
aus 15 Ort­schaften aufmarschiert. Auch dies­mal zeigte der Kommandant großen Einsatz.

In meiner 18-jährigen Lehrertätig­keit in Perjamosch (1954-1956 und 1964-1980) und in
der Zwischenzeit, als ich in der Nachbargemeinde War­jasch tätig war, gab es fast keine
grö­ßere Veranstaltung im Dorf, bei der Jakob Hans Bauer und die Feuerwehr nicht
irgendwie dabei waren. Zu­sammen organisierten wir von 1970 bis 1978 die Kirchweihfeste. All das wird mir und vielen Perjamoschern in guter und dankbarer Erinnerung bleiben.

                                                                                                       Johann Heiberger


                                                                                       veröffentlicht am 14.11.2014
                                                                                                                          W.E.

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Vorwort                                                                                                              
Weihnachtsglückwunsch                                                                   
Innere Weihnacht

Aktivitäten der HOG

Perjamoscher Treffen in Karlsruhe
Der neue Vorstand der HOG Perjamosch
Gerhardt Bittenbinder – Neuer Verwalter der HOG-Kartei
 
Persönlichkeiten

Herta Müller zum 60. Geburtstag – Schreiben gegen das Vergessen
Herta Müller erhält bayerischen Maximiliansorden
Walter Andreas Kirchner – Es gibt keine Zeitlose Kunst
Anton Enderle zum 60. Geburtstag – Aus Kindern werden Erwachsene
Dr. Erich Lammert – Banater Wunderbrunnen
Stefan Michael Müller – Neuer Prosaband „Die Spilmanns“ erschienen
Ehrenvorsitzender Karl Herbeck verstorben – Immer die Heimat im Sinn

Erinnerungen

Karl Herbeck – Langen: ein neuer Lebensabschnitt begann
Anni Engelmann - Aus der Schule geplaudert, Teil 6
Elisabeth Krohn – Das Kirchenjahr (Fasching, Fastenzeit, Ostern)
Johann Heiberger – Ihr wart die Besten

Literarische Texte

Herta Müller - Herzwort und Kopfwort
Franz Heinz - Das stumme Dorf
Uwe Erwin Engelmann - Ich würde dich gerne wiedersehen
                                     - Dorfleben in Südosteuropa
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Veröffentlicht am 10.01.2014
Werner Enderle

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Immer die Heimat im Sinn


Karl Herbeck, Vorsitzender der Heimatortsgemeinschaft Perjamosch von 1981 bis 1991 und danach Ehrenvorsitzender, ist am  August in hessischen Michelstadt gestorben. Am 15. November wäre er 96 Jahre alt geworden. 1917 in Perjamosch-Haulik geboren, erlebte er die Schicksalsjahre seiner Banater Heimat ebenso mit wie die Integration seiner Landsleute in der Bundesrepublik Deutschland. Mit Charlotte Hofmann – einem „echt Langener Mädche“ – seit 1948 verheiratet und Vater zweier Töchter, fand er in Langen und später in Michelstadt/Odenwald eine neue Heimat, ohne dabei seine Verbundenheit mit der alten aufzugeben. Vorbildlich hat er sein Wissen und seine Arbeitskraft für die vielfältigen Belange und Aufgaben eingesetzt, die er als Vorsitzender der Heimatortsgemeinschaft Perjamosch und als Mitglied im „Arbeitskreis donauschwäbischer Familienforscher“ zu bewältigen hatte. Dass er zugleich in der „Hessischen Familiengeschichtlichen Vereinigung Darmstadt“ tätig war, ist für sein Bemühen bezeichnend, beide „Heimaten“ aktiv zu verinnerlichen. Ihm ging es, neben der Perjamoscher Erinnerungspflege darum, historische und kulturelle Interferenzen sichtbar zu machen, die sich nicht zuletzt mit Blick auf die hessischen Zuwanderer während der Besiedlung des Banats im 18. Jahrhundert ergeben.

Besonders verdienstvoll ist Karl Herbecks Beitrag zum „Familienbuch der katholischen Pfarrgemeinden Perjamosch und Perjamosch-Haulik und ihrer Filialen“, in zwei Bänden erarbeitet und herausgegeben von Anton Krämer. Mit der Verkartung der Kirchenbücher von 1755-1835 hat Karl Herbeck wertvolle und mühsame Vorarbeiten für dieses Standartwerk geleistet, das den Perjamoschern (sowie den Nachbarn in Großdorf, Neu- und Großsanktpeter) ermöglicht, den jeweiligen Stammbaum 250 Jahre zurück zu verfolgen. Darüber hinaus erschienen unter seiner Regie 26 Heimatbriefe, der von Oskar Peternell erstellte Band „Perjamosch, Bilder aus einer donauschwäbischen Dorfgemeinschaft im Nordbanat“ und das inzwischen weit verbreitete „Perjamoscher Kochbuch“, herausgegeben von Konrad Schuch.

Nicht unerwähnt bleiben dürfen die alle zwei Jahre veranstalteten Perjamoscher Treffen, die neben den Heimatbriefen dazu beitragen, die Zusammengehörigkeit der Gemeinde aufrecht zu erhalten, Begegnungen mit Freunden, Nachbarn und Verwandten zu ermöglichen und den Gedankenaustausch zu fördern. Karl Herbecks Anliegen war es, auf diesen Treffen auch die bereits in Deutschland aufgewachsenen jungen Perjamoscher einzubinden und zugleich, über die Teilnahme noch in der Banater Heimat lebender Gäste, persönliche Beziehungen zum Banat zu fördern und die Zugehörigkeit nachhaltig ins Bewusstsein zu bringen.

Meine eigenen Erinnerungen  an ihn gehen zurück in meine Kindheit, als wir uns auf dem Eis der Großen Kaul im Bogenfahren versuchten, den Hexenkranz probten und auch den Kadettensprung wagten - angeleitet vom damaligen Präparandisten ( Student der Lehrerbildungsanstalt „Banatia“) Herbeck. Vier Jahrzehnte später erst begegneten wir uns wieder auf einem der HOG-Treffen, und seither haben wir uns nicht mehr aus den Augen verloren. 2007 übersandte er mir, neben einigen persönlichen Unterlagen, seine „Erinnerungen“, ein 224 Manuskriptseiten umfassender Lebensbericht, in die Abschnitte 1917-1941 und 1941-1979 gegliedert. Mit dem Einverständnis des Autors und der Zustimmung des heutigen HOG-Vorsitzenden Anton Enderle sind einige Auszüge daraus im Heimatbrief erschienen. Es sind authentische Berichte aus dem Leben des Autors und zugleich anschauliche Schilderungen des Heimatdorfes bis 1945 sowie über die Integration in die westdeutsche Gesellschaft.

Als Junglehrer unterrichtete Karl Herbeck von 1940 bis 1944 in Anina und Orawitza im Banater Bergland. Nach dem Krieg – er diente im rumänischen und im deutschen Heer – aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft entlassen, war er bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand als Lehrer und Leiter des pädagogischen Seminars in Langen tätig. „Seine Entscheidung, Lehrer zu werden“, schrieb Evi Krämer 1987 im Heimatbrief, „war gewiss richtig. Er war es lebenslang und mit Leib und Seele, wie alle damaligen jungen Absolventen der einstigen deutschen Lehrerbildungsanstalt in Temeswar, die ihren Beruf als Berufung verstanden und daran, trotz vieler Widrigkeiten und oft versuchter Zurücksetzungen in den ersten Nachkriegsjahren, festhielten.“

Seinen „Erinnerungen“ beigefügt sind Blätter mit Zitaten deutscher Gelehrter und Dichter über das Leben und die Zeit. Sie mögen Karl Herbeck besonders dann als Leitsätze gedient haben, wenn angesichts von Not und Unrecht Gelassenheit gefordert war, oder auch die Vereinsamung im Alter ihren Schatten warf. Dazu notierte er einen Gedanken von Wilhelm von Humboldt: „Es ist sicher ein Vorzug des Alters, den Dingen der Welt ihre materielle Schärfe und Schwere zu nehmen und sie mehr in das innere Licht der Gedanken zu stellen, wo man sie in größerer, immer beruhigender Allgemeinheit übersieht.“ Allen, die Karl Herbeck näher kannten,  wird dieses „innere Licht“ nicht unbemerkt geblieben sein, wie es den ganzen Menschen erhellt, zugänglich bleiben lässt und der Zeit zukehrt.

In einem Brief vom 10. April 2008 schrieb er: „Mehrfache Kreise bestimmten mein Leben: die Familie, die Freunde, die Klassenkameraden – auch jene meiner Frau, die Banater Heimat, die hessische Heimat, das Land meiner Herkunft und Deutschland.“ Er wollte nicht heimatlos sein, und das vor allem hat er weitergeben an seine Kinder und Enkel und auch an uns, die ihn eine Strecke weit begleiten durften.

                                                                                                                Franz Heinz


Ausführliche Artikel über Karl Herbeck sind im Perjamoscher Heimatbrief, 28. Folge, von Evi Krämer und in der Banater Post, Nr. 21, 2007 von Anton Krämer erschienen.


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War das eine Wucht! Dass Besucher beim Einlass lange Schlange stehen, dass Stühle herbeigeschleppt werden müssen, habe ich in all den Jahren meiner Vereinstätigkeit schon erlebt, aber dass die Eintrittskarten ausgehen, das noch nicht! So gesc hehen beim Treffen der Perjamoscher und Großsanktpeterer Landsleute am Pfingstsonntag in Karlsruhe. Dabei waren die Voraussetzungen nicht die besten. In den vergangenen Jahren hatten die HOG Treffen in  Barbing bei Regensburg  - wohl auch wegen der  geographischen Randlage - immer weniger Besucher. Einige organisatorische Neuerungen brachten den riesigen  Erfolg: Die Landsleute aus Großsanktpeter und Perjamoscher beschlossen, die Treffen in Zukunft gemeinsam zu organisieren. Mit Karlsruhe wurde eine Stadt ausgewählt,  die für viele Teilnehmer kurze Anfahrtswege bedeutete. Und ganz wichtig: Auf Facebook bildete sich eine Perjamosch-Gemeinschaft, initiiert von Hilde Klein und Hermine Waldner, die eine jüngere Zielgruppe ansprach, die noch bei keinem Treffen dabei war.

400 Perjamoscher und Razampeterer hatten sich viel zu erzählen, so dass der offizielle Teil zügig ausgetragen wurde. Anton Enderle legte den Tätigkeitsbericht vor, Karl Gillich den Kassenbericht.  

In seiner Totenehrung würdigte der HOG-Vorsitzende drei Persönlichkeiten, die in den letzten zwei Jahren verstorben sind: Josef Schönherr, Deutschlehrer und langjähriger Schulleiter der Perjamoscher deutschen Schule; Hans Frank, Redakteur beim Neuen Weg und später Mitherausgeber der ADZ (Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien); Schwester Margarita  (Maria Terhes), Franziskanerin und später Krankenschwester und Pfarrhaushälterin in Perjamosch.

Die Heimatgemeinde vertraten der Bürgermeister Cornel Dumitras und der Jungunternehmer Dieter Bortscher – übrigens der größte Arbeitgeber im Ort. Aufhorchen ließ der Bürgermeister mit zwei Vorhaben: Im alten Feuerwehrhaus soll eine Heimatmuseum entstehen und eine kurze Geschichte von Perjamosch  soll in rumänische Sprache erscheinen. Für beide Vorhaben wünscht er sich die fachkundige Hilfe der HOG.

Elisabeth Krohn, unsere langjährige Kindergärtnerin, wurde besonders herzlich begrüßt. Sie war stets umringt von ehemaligen Schülern, die ihr stolz den eigenen Nachwuchs präsentierten.

Leitgedanken aus dem HOG Bericht: Der Perjamoscher Heimatbrief, das geistige  Bindeglied zwischen allen ehemaligen  Bewohnern des Ortes, wird  vor Weihnachten 2013 in seiner 44. Folge erscheinen. Mit seinen ca.  170 Seiten ist der Heimatbrief zu einem Heimatbuch geworden.  Im Banat Verlag Erding ist unter dem Titel Banater deutsche Lebensformen eine Auswahl der wichtigsten Artikel von Dr. Erich Lammert erschienen. Ein posthumes Dankeschön seiner Landsleute für sein jahrzehntelanges Wirken als Arzt und Volkskundler in Perjamosch.  Auch das Buch in Perjamoscher Mundart Die Spilmanns von Stefan Michael Müller wurde der Öffentlichkeit vorgestellt. Eine umfangreiche Ausstellung mit Büchern von Perjamoscher Autoren rundete das kulturelle Angebot ab. Schwerpunkt der Ausstellung: Werke von Richard Wagner anlässlich seines 60. Geburtstags.

Elfriede Schuch, Vorsitzende des Hilfskomitees, wird auch in Zukunft  dafür sorgen, dass den Alten und Kranken in Perjamosch das Brennmaterial  für den Winter kostenlos ins Haus geliefert wird samt einer Geldspende. Die Mittel kommen von der HOG aber vor allem von privaten Sponsoren, die die Vorsitzende seit Jahren von der Notwendigkeit ihrer Hilfe überzeugen kann.

Vieles haben die Perjamoscher schon in Wort und Bild festgehalten: Heimatgeschichte und Heimatbücher, Kochbuch und Fotoalben, Familienbuch und eine CD. Eines steht aber noch aus: die Dokumentation der Friedhöfe. Vorgeschlagen wurde eine digitale Bestandsaufnahme aller Grabstellen in beiden Friedhöfen. Ob sich dafür Freiwillige finden?

Für die Tombola spendeten die Anwesenden viele Gewinne, so dass eine beträchtliche Summe dem Hilfskomitee überreicht werden konnte.

Die Banater Trachtengruppe aus Karlsruhe (Leitung  Heidi Müller und Werner Gilde) brachten heimatliches Brauchtum auf die Bühne. Obwohl am Vortag beim Billeder Treffen im Einsatz, war der Auftritt bei den Perjamoschern ihnen ein wichtiges Anliegen.  Das Duo Paloma sorgte bis spät in die Nacht für ausgezeichnete Stimmung.

Mit herzlichem Dank  für seine geleistete Arbeit wurde Johann Vollmann (Düsseldorf) auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand verabschiedet. Die Kartei wird in Zukunft Gerhard Bittenbinder (Neufahrn) führen. Für Roswitha Marx (Landshut) rückt Wendel Bittenbinder (Bad Schönborn) als Kassenprüfer nach .Und Gerlinde Pohl, (Karlsruhe), die für die Organisation vor Ort zuständig war, hat sich als Organisationsreferentin  bestens empfohlen. Elvine Oldenburg (Sandhausen) und Hans Paul (Karlsruhe) werden die Anliegen der Landsleute aus Großsanktpeter im Vorstand vertreten.

Katharina Art (Rietheim), mit ihren 87 Jahren die älteste Teilnehmerin, (die jüngste war Maja Klein aus Dettenheim, 8 Monate alt) stellte treffend fest: „ Scheen wor´s weder! Es soll me jede leed toon, ter wo net debei wor.“

Anton Enderle
veröffentlicht am 26.06.2013


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Mit zwei Neuheiten konnten die Perjamoscher am Pfingstsonntag in Karlsruhe überraschen: Zum ersten Mal wurde das Treffen in Baden-Württemberg organisiert, und Landsleute aus Großsanktpeter und Perjamosch begegnten sich zum ersten gemeinsamen HOG-Treffen. Dieses fand statt am 19. Mai im KSC-Clubhaus (im Stadion) in 76131 Karlsruhe (Adenauerring 17, Tel. 0721/9887898, www.ksc-clubhaus.de). Der Festsaal war ab 9 Uhr geöffnet.
Der offizielle Teil begann um 14 Uhr mit den Berichten des HOG-Vorsitzenden Anton Enderle und der Sprecherin der Landsleute aus Großsanktpeter, Elwine Oldenburg. Der Perjamoscher Bürgermeister Cornel Dumitras ergriff auch das Wort.
Das Buch von Dr. Erich Lammert ("Banater deutsche Lebensformen") wurde ebenso der Öffentlichkeit vorgestellt wie das Buch in Perjamoscher Mundart "Die Spilmanns" von Stefan Michael Müller. Kassenwart Karl Gillich und Franz Ritter, Vertreter der Perjamoscher aus Österreich, hatten sodann das Wort. Ernst Ehling überraschte die Besucher mit einer Musikeinlage. Ab 17 Uhr spielte das Duo Paloma zum Tanz auf.
Ein Highlight dieses Treffens war der Auftritt der Karlsruher Banater Trachtengruppe, welche einige Volkstänze vorführte. Um 18.30 Uhr traf sich der HOG-Vorstand zu einer Sitzung. Im Rahmen der Vorstandssitzung wurden neue Mitglieder in den Vorstand aufgenommen, während andere auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand entlassen wurden. Näheres zum neuen Vorstand finden Sie auf der HOG-Seite Vorstand und HOG-Chronik.
Eine Bücherausstellung von Perjamoscher Schriftstellern sowie ein Verkaufsstand mit Büchern und CDs über Perjamosch und das Banat rundeten das kulturelle Angebot ab. Der Tombola wurde auch diesmal von Hermine Waldner (Portscher) organisiert. Der Reinerlös kommt dem Hilfskomitee zugute.
Die Teilnehmer des Treffens hatten genügend Zeit für ausführliche Gespräche. Einige trafen nach langer Zeit wieder ihre alten Kameraden, Nachbarn, Bekannten oder gar Verwandten. Die große Anzahl der Teilnehmer waren von dem Treffen begeistert und hatten beschlossen, das nächste Treffen im Jahre 2015 erneut in Karlsruhe abzuhalten. Bei guter Musik und gut gelaunt, begaben sich viele "Perjamoscher" erst nach Mitternacht zur Ruhe.
Ein großes Lob an die Organisatoren Gerlinde Pohl, Hermine Waldner und selbstverständlich auch an Anton Enderle für das erfolgreiche Gelingen dieses Treffens.
Es war Klasse. Vielen Dank!

                                                                                                                  W. Enderle
                                                                                        Veröffentlicht am 01.06.2013 


Bilder vom Perjamoscher Treffen 2013 in Karlsruhe finden Sie im Fotoalbum und auf der Homepageseite Bilder.
                                                                                                              


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Die Andacht mit dem Heimatpriester Attila Kozovics (Perjamosch) entfällt.!!
 
Der Perjamoscher Bürgermeister, Herr Dumitras Cornel und Herr Dieter Bortscher haben die Einladung des HOG-Vorsitzenden Herr Anton Enderle angenommen und werden am Treffen teilnehmen. Ein Highlight dieses Treffens wird der Auftritt der Karlsruher Banater Trachtengruppe sein, die von Frau Hilde Klein geleitet wird.    
    
                                                                                        Veröffentlicht am 12.05.2013
                                                                                                           Werner Enderle
  



  


Als ich im September 1960 zum ersten Mal eine erste Klasse übernahm, erwarteten mich 26 Schüler - alle aufgeregt und neugierig. Für sie begann ja ein neuer Lebensabschnitt. Auch ein kleiner, blonder Junge mit blauen Augen schaute mich erwartungsvoll an: Anton Enderle, von allen nur Toni genannt, und das ist er auch für mich bis heute geblieben. Er wurde am 15. Februar 1953 als Sohn der Eheleute Franz und Eva Enderle (geb. Amboß) in Perjamosch geboren. Hier war er zuhause, kannte jeden, grüßte jeden, und hier ging er auch acht Jahre zur Schule. Fleiß, Gewissenhaftigkeit und Hilfsbereitschaft  zeichneten ihn aus.
Die vier Grundschuljahre waren für uns alle - Lehrer und Schüler - eine schöne Zeit. Auch wenn sich nach. der 8. Klasse die schulischen Wege der 26 Schülerinnen und Schüler trennten, verbindet sie auch heute noch die Gemeinschaft von einst. Toni bestand die Aufnahmeprüfung in Temeswar und machte 1972 sein Abitur am Nikolaus-Lenau-Lyzeum. Danach studierte er an der dortigen Universität Philologie (Fachbereich Deutsch-Rumänisch).
Verbunden mit den Menschen seiner Heimatgemeinde, mit ihren Sitten und Bräuchen, beschäftigte er sich schon während seiner Studienzeit intensiv mit Dialektologie, beteiligte sich an Feldforschungen und machte in seinen Praktika Mundartaufnahmen in den Banater Dörfern. Diese Aufnahmen der Germanistikstudenten legten den Grundstein für das "Banater Mundartwörterbuch". Auch in seiner Diplomarbeit beschäftigte er sich mit banat-schwäbischen Spracheigenheiten: „Banater Volksetymologien unter besonderer Berücksichtigung der rheinfränkischen Mundart von Perjamosch". 1976, nach Beendigung seines Studiums, bekam Toni eine Planstelle als Deutschlehrer an einem Lyzeum in Sathmar. Ein Jahr davor hatte er seine Jugendliebe Hedwig Portscher geheiratet, und 1977 wurde Tochter Claudia geboren. Nachdem seine Frau ihr Medizinstudium 1978 abschloss, bekam sie eine ArztsteIle in Sathmar, wo sie und Toni bis zu ihrer Aussiedlung blieben. hier wurde Toni zusammen mit anderen Lehrern an der deutschen Volkshochschule unter der Leitung von Dr. Ernst Hauler tätig. Im Umgang mit den Sathmarer Schwaben wurde lhm zum ersten Mal bewusst, was der Verlust der nationalen Identität bedeutet und welche Folgen dies haben kann. Das bestärkte ihn in seiner Absicht, nach Deutschland auszusiedeln, was dann auch im März 1981 geschah, Erste Anlaufstelle der jungen Familie war. Landshut. Hier lebten die Schwiegereltern und viele Perjamoscher Landsleute, wodurch ihr die Eingliederung erleichtert wurde. Toni wirkte zunächst als Dozent an der Volkshochschule in Landshut. Nachdem seine Frau eine ArztsteIle in Regensburg erhalten hatte, übersiedelte die Familie dorthin, Nach einem zweijährigen Studium der Heilpädagogik begann Toni seine Tätigkeit als Lehrer im Förderschuldienst der Stadt Regensburg, die er auch heute noch ausübt.
Gleichzeitig mit dem Umzug nach Regensburg begann Tonis ehrenamtliches Wirken. Bereits 1981 übernahm er den Vorsitz - des Kreisverbandes Regensburg der Landsmannschaft der Banater Schwaben. Als Vorsitzender war und ist er für seine Landsleute immer da. Unter seiner Leitung gab und gibt es auch heute noch viele Veranstaltungen. Als Vertreter der Banater Schwaben im Aussiedlerbeirat der Stadt Regensburg war er federführend für die Organisation der ersten Aussiedlerkulturtage der Stadt im Jahr 2010 verantwortlich. Auch im Kreis- und Bezirksverbandes Bundes der Vertriebenen vertritt er die Belange der Banater Schwaben. Regensburg war nach Ulm die zweitwichtigste Sammelstelle der deutschen Auswanderer ins Pannonische Becken im 18. Jahrhundert. So ist auch die  Geschichte der Banater Schwaben mit der Stadt Regensburg verbunden. Diese Verbundenheit, aber auch der Wunsch, die Auswanderung der Ahnen der Vergessenheit zu entreißen, waren und sind Toni ein großes Anliegen. So wurde 1992 in Zusammenarbeit mit Philipp Beck von der donauschwäbischen Landsmannschaft am Donauufer eine Gedenktafel .zur Erinnerung an die Auswanderung enthüllt und ein Dokumentationsfilm initiiert ("Regensburg und die Schwabenzüge“). Anlässlich der Erstaufführung des Filmes veranstaltete  der Landesverband Bayern der Banater Schwaben in der Altstadt von Regensburg einen Umzug mit 150 Trachtenpaaren. Für uns Perjamoscher war und ist sein schönstes Ehrenamt der Vorsitz: der Heimatortsgemeinschaft, den er im Jahr 2003 übernommen hat. Toni leistet auch in dieser Eigenschaft hervorragende Arbeit. Neben der Organisation der Heimattreffen ist er seit 2007 für die, Redaktion des seit 1981 erscheinenden "Perjamoscher Heimatbriefes" verantwortlich. 2008 erschienen mit Unterstützung der HOG Perjamosch die Lebenserinnerung von Anton Krämer Buchform, 2012 folgte das Buch „Banater deutsche Lebensformen", das die wichtigsten. wissenschaftlichen Artikel von  Dr. Erich Lammert vereint. Dafür gebührt ihm Lob und Dank. Wir wünschen dem Jubilar auch weiterhin eine segensreiche Tätigkeit für die Gemeinschaft und noch viele schöne Lebensjahre im Kreise seiner Lieben.

Anni Engelmann
                                                                          aus "Banater Post" vom 05. März 2013
                                                                                        Veröffentlicht am 07.03.2013
                                                                                                                           W.E.

Den Glückwünschen schließt sich auch die HOG Perjamosch an.

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Der Perjamoscher Pfarrer Kozovits Attila hat uns aus dem kirchlichen Bereich folgende Informationen zukommen lassen:

– Der Weihnachtsgottesdienst 2012 wurde von sehr vielen Gläubigen besucht. Die Jugendlichen der katholischen Gemeinde haben die Kirche gereinigt, geschmückt und den Weihnachtsbaum sowie auch die Weihnachtskrippe aufgestellt.
Anfang Februar hat Pfarrer Kozovits jemand in Warjasch gefunden, der die Krippenfiguren reparieren kann. Ende Januar wurde die Krippe abgebaut und die Figuren nach Warjasch gebracht, wo diese im Laufe des Jahres restauriert werden. Er ist davon überzeugt, dass dieses eine eine gute Sache ist, da viele Statuetten und Figuren beschädigt sind. Seine Worte: „Jetzt werden wir wieder was Schönes haben”.

– Am 3./4. und 5. Januar war Hausweihe, so dass er durch ganz Perjamosch ziehen musste. Mit dabei war Ungureanu Alexander, welcher die Gemeinde gut kennt und weiß, wo Katholiken wohnen, egal ob Deutsche, Rumänen oder Ungarn.

-Und nun einige Neuigkeiten aus der Gemeinde im Jahre 2012:

Es wurden fünf Kinder getauft:

- am 23. Juni 2012 CRISTINA-ANDREA,geboren am 8. Februar 2012,
  Eltern: (Vater unbekannt) und Csokasi Brigite

- am 19. August 2012 DAVID-CASIAN, geboren am 23. Juni 2012
  Eltern: Axinte Florin und Filip Claudia

- am 17 November 2012 ALESIA-DENISA, geboren am 27. Augut 2012
  Eltern: Szikszai Sebastian und Vainer Mihaela

- am 29. Dezember 2012 JASON-MICHAEL und JONATHAN (Geschwister die in
  Australien leben, aber aus Perjamosch stammen), geboren 5. November 1993
  bzw. 7. Dezember 2000,
  Eltern: Trifan Jakob und Spiridon Gabriela

Im Jahre 2012 gab es keine Trauungen.

Begräbnisse gab es leider mehrere.

Verzeichnet wurden folgende Sterbefälle:

am 03. März 2012 DOBRICI (geb. Schmidt) MARGARETA, 88 Jahre alt,
am 25. Juli 2012 KLEIN JOHANN-KARL, 74 Jahre alt,
am 11. August 2012 TUFOI (geb. Leckner) ANGELA-ANA, 49 Jahre alt,
am 24. November 20125 KEREKES MIHAI, 91 Jahre alt,
am 24. Dezember 2012 CZEGLEDI JÓZSEF, 72 Jahre alt
am 28. Dezember 2012 TEBO (geb. Strung) ELISABETH, 89 Jahre alt.

am 19. Januar 2013 WAGNER KATHARINA, 76 Jahre alt,
            begraben in Grosssanktnikolaus
am 28. Januar 2013 VARGA ELISABETA (geb. Bachmann), 71 Jahre alt
am 31. Januar 2013 DEATCU (geb. KOCHER) ECATERINA, 84 Jahre alt.

Taufen:

am 3. Februar 2013 LIVIU-NICOLAS, geboren am 16. November 2012
Eltern: Ponta Liviu und Czegledi Gyöngyi)

Pfarrer Kozovits hat für dieses Jahr die Außenrenovierung des Pfarrhauses geplant. Ob es klappen wird, ist noch ein Rätsel ...

Wie Sie erfahren haben, hat das Jahr 2013 schon mit vielen Aktivitäten begonnen.

Aus der E-Mail von Pfarrer Kozovits an Anton Enderle, Vorsitzender der HOG Perjamosch.

                                                                                       
                                                                                        Veröffentlicht am 10.03.2013
                                                                                                                           W.E.

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Inhaltsverzeichnis des Perjamoscher Heimatbriefes 2012

                                                                                                                  
Vorwort 
Weihnachtsglückwunsch
Lieber Weihnachtsmann

Aktivitäten der HOG

Einladung zum HOG-Treffen
Ehrungen des Bundesvorstandes
Perjamosch im Facebook
 
Persönlichkeiten

Dr. Erich Lammert - Bausteine zu einer Kulturgeschichte des Banats
Karl Grünn - Pfarrer, Dichter und Freigeist
Richard Wagner zum Sechzigsten
Franz Remmel - Rumänischen Roma ein zehnter Band gewidmet
Jakob Konschitzky - Musiker und Musikpädagoge aus Berufung
Stefan Michael Müller - Erlebnisse in Perjamoscher Mundart
Erika Zillich - Eine Siebzigerin
Drei Perjamoscher Persönlichkeiten - Dr. Werner Niederkorn
                                                     - Gernot Waldner
                                                     - Jakob Dreier
Josef Schönherr - Nachruf auf unseren Freund und Kollegen
Schwester Maria Terhes - Ein Leben im Glauben und Dienen

Erinnerungen

Karl Herbeck - Privatlehrer in Gertianosch
Anni Engelmann - Aus der Schule geplaudert, Teil 5
Elisabeth Krohn - Weihnachten, Silvester, Neujahr, Dreikönig
Hans Frank - Kuriose Vorfälle rund ums Zeitungsmachen
Dr. Werner Niederkorn - Sic transit gloria mundi
Emil Andreas Zimmermann - Gedanken zur Heimat
Katharina Frank - Es war einmal…

Prosa und Lyrik

Franz Heinz - Dr. Erich Lammert oder Fragen bringen näher
Jan Cornelius - Was sind Sie denn für ein Landsmann?
Jan Cornelius - In Deutschland musst du Deutsch sprechen
Jan Cornelius - Zugfahrten früher und heute
Hans Dama - Banater Schwaben
Franz Wilhelm - Die Marosch
Elsi Hollerbach A Traam

Reportagen

Temeswar - Stets offen für neue Wege
Banat - „Blauer Pfeil“ zwischen Temeswar und Werschetz
Arad - Ein Blutgericht, Märtyrer, Dichter und Tänzerinnen
Donau - Ein europäischer Strom
Ada-Kaleh - Eine verlorene Insel inmitten der Donau
Maria-Radna - Nicht nur eine Wallfahrtskirche braucht eine neue Fassade   
Sarafol - Ein liebenswertes Dorf

Geschichte

Das rumänische Königshaus - Prinz Nikolaus
Das traurige Lied der Carmen Sylva
Banater Wassermühlen
Der Exodus der Deutschen hat geschadet
Großfeldhandball in Perjamosch und Warjasch, Teil 2

Perjamosch 2012

Hundertjahrfeier der Bürgerschule in Perjamosch
Die Hutfabrik hat ihre Tore für immer geschlossen
Wo ist die Plätt (Fähre)?
Perjamosch aktuell: Dezember 2011 - November 2012
Die Kirsch - Drillinge
Perjamoscher im Kalender 2013
Deutsche in Perjamosch
Der Weg der Roma in die Mitte der Gesellschaft

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Veröffentlicht am 30.12.2012

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                                       Treffpunkt: KSC – Clubhaus
                                      Adenauerring 17 (im Stadion)
                                               76131 Karlsruhe

                                            Tel.:0721 - 988 78 98
                                            www.ksc-clubhaus.de

                                      E-Mail: info@ksc-clubhaus.de


Programm:


Pfingstsonntag, 19. Mai 2013

09:00 Uhr      

10:00 Uhr

11:00 Uhr 



14:00 Uhr  













16:00 Uhr  


17:00 Uhr

18:30 Uhr

20:00 Uhr
Saaleinlass                                                                                            

Begrüßung

Andacht mit dem Heimatpriester Attila Kozovics (Perjamosch) im
Tagungsraum  ---- entfällt !!
Totengedenken

Grußworte:
1. Pfarrer Attila Kozovics, Perjamosch
2. Bürgermeister Cornel Dumitraş, Perjamosch (angefragt)

Berichte:
1. Anton Enderle, Tätigkeitsbericht des HOG-Vorsitzenden
2. Buchpräsentation: Dr. Erich Lammert, Banater deutsche Lebensformen
3. Elvine Oldenburg, Sprecherin der Landsleute aus Großsanktpeter
4. Franz Ritter, HOG-Vertreter für Österreich
5. Karl Gillich, Kassenwart
6. Erwin Hehn, Kassenprüfer
7. Sonstiges


Musikeinlage Ernst Ehling
Evtl. Klassentreffen

Duo Paloma

Vorstandssitzung

Tanz für alle – auch für die Landsleute aus Karlsruhe und Umgebung




Ganz herzlich sind auch die Landsleute aus Großsanktpeter
zum Perjamoscher Treffen eingeladen!

Bücherausstellung am Rande des Treffens:

Für die Dauer des Treffens fand eine Bücherausstellung von Perjamoscher Schriftstellern statt. Des Weiteren wurde ein Bücherstand mit Verkauf eingerichtet. Angeboten wurden Bücher und DVDs über Perjamosch und das Banat.

In diesem Jahr gab es wieder eine Tombola! Der Reinerlös kommt unserem Hilfskomitee zugute.


Zusätzliche Infos zum Treffen:

                                     Gerlinde Pohl, Tel.: 0721 – 758398

                                 Hermine Waldner, Tel.: 0951 – 29 67 29

                                    Anton Enderle, Tel.: 0941 – 7000964
                                              Handy: 0160 – 4684063


Übernachtungsmöglichkeiten:

Hotel Aviva, Ohiostraße 15, 76149 Karlsruhe, Tel.: 0721 – 9154400

Fremdenverkehrsamt Karlsruhe, Tel.: 0721 – 37205376

Eine gesonderte Einladung und eventuelle Änderungen im Programmablauf erschienen in der Banater Post.



Anton Enderle

HOG – Vorsitzender


                                                                                         Veröffentlicht am 30.12.2012
                                                                                                                           W.E.
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In diesem Jahr wäre der bekannte Banater Arzt 100 Jahre alt geworden. Die Heimatortsgemeinschaft Perjamosch hat aus diesem Anlass zusammen mit dem Banat Verlag Erding den Sammelband Banater deutsche Lebensformen, Beiträge zur regionalen Kulturgeschichte und Dialektforschung herausgegeben.

Auf 376 Seiten und vielen Fotos findet der interessierte Leser Beiträge zur Kulturgeschichte (Heide und Hecke, Das schwäbische Haus, Die Tracht in der Sprache, Schiffe und Schiffsmühlen auf der Marosch),  Volkskunde (Geschichte der schwäbischen Kerwei, Volksbräuche, Der Maibaum, Das Brauchen), Sprachkunde (Banater Mundartforschung, Banater Ortsneckereien, Banater Schimpflexikon), Banater Geschichte (Zwangsansiedlungen im 18. Jahrhundert, Franzosen im Banat, Aus der Vergangenheit von Mercydorf, Cambiaturen /Pferde-wechselstationen der Post/ und Poststationen, Kolonistenspitäler in Banater Dörfern), Volksmedizin (Banater Volksmedizin und Krankheitsaberglaube, Über Flecktyphus und Sumpffieber).  Aus diesen wenigen Beispielen erkennt man die landschaftliche Spannweite seines wissenschaftlichen Rundblicks in dem weiten Feld der Dialektologie, Ethnologie, Medizin und Medizingeschichte, Banater Geschichte.

Der vorliegende Band ist lediglich als ein Schritt in der Erschließung und Würdigung seiner in der Zeitspanne 1957 bis 1987 in einem Dut-zend periodischen Publikationen und in Sammelbänden erschienen Untersuchungen und Aufsätzen zu betrachten. Dr. Hans Gehl würdigt den Arzt und Kulturhistoriker Dr. Erich Lammert (1912 – 1997), der von 1959 bis 1973 Bezirksarzt in Perjamosch war. Dr. Walther Konschitzky schrieb das Nachwort und erstellte zusammen mit Walter Tonţa ein Verzeichnis der Veröffentlichungen. Ein Ortsregister und Worterklärungen ermöglichen auch ein wissenschaftliches Herangehen an den Text.

Das Buch ist zum Preis von 29,00 Euro zzgl. Versandkosten bei der HOG Perjamosch, Anton Enderle, Droste-Hülshoff-Weg 16, 93055 Regensburg,
Tel. 0941 – 7000964, E-Mail: anton.enderle@t-online.de zu bestellen.

Anton Enderle
Vorsitzender der HOG Perjamosch

                                                                                        Veröffentlicht am 18.09.2012
                                                                                                                           W.E.



Liebe Landsleute,

anbei der Hinweis auf eine interessante Neuerscheinung über den Barock im Banat im renommierten Verlag Schnell und Steiner in Regensburg, in dem auch die Bände über Maria Radna von Bischof Martin Roos erschienen sind.

http://www.schnell-und-steiner.de/artikel_7274.ahtml

Mit freundlichen
Grüßen Peter-Dietmar Leber Landsmannschaft BanaterSchwaben e.V.
Sendlinger Str. 46 80331 München
Tel.: 089 23 55 73 - 13
Fax: 089 23 55 73




Josef Schönherr, Deutschlehrer über mehrere Jahrzehnte und stellvertretender Schulleiter, verantwortlich für die deutschsprachigen Klassen von 1963 bis 1970 an der Perjamoscher Schule, verstarb am 25. Juni in Linkenheim im Alter von 88 Jahren. Sein Tod war ein großer Verlust für alle, die ihn kannten, schätzten und verehrten.

Josef Schönherr wurde am 10. Februar 1924 in Perles geboren, einer deutschen Gemeinde im serbischen Banat. Da der Vater von Beruf Müller war, zog die Familie mehrmals um. So besuchte der Sohn jeweils drei Jahre die Volksschule in Sacul bei Lugosch und in Triebswetter. Es folgten das Knabengymnasium in Hatzfeld, die Banatia und die Deutsche Lehrer­bildungsanstalt (LBA) in Temeswar. 1944 meldete sich Josef Schönherr zusammen mit einigen Schulfreunden zur deutschen Armee. Darüber schrieb er 2008 im Perjamoscher Heimatbrief: "Aus heutiger Sicht muss ich staunen, wie weltfremd wir damals gewesen sind, obwohl wir doch schon zwanzig Jahre alt waren. "Nach kurzer Grundausbildung kam der Fronteinsatz in Belgien, bei dem er schwer verwundet wurde. Nach dem Lazarettaufenthalt in Altötting kam er in amerika nische Kriegsgefangenschaft nach Bad Aibling (Bayern). Hier wurde ihm nach und nach das ganze Ausmaß der größten Katastrophe in der Geschichte des deutschen Volkes bewusst.

Nach der Entlassung aus der Gefangenschaft im Juni 1946 und dem gescheiterten Versuch, in Bayern weiter zu studieren, kehrte er ins Banat zurück. In Hermannstadt, an der deutsch-evange­lischen Lehrerbildungsanstalt, schloss er die Lehrerausbildung erfolgreich ab. Seine Wirkungsstätten waren Hatzfeld, Perjamosch, Marienburg bei Kronstadt und erneut Perjamosch, wo er von 1956 bis 1973 tätig war. Von 1963 bis 1970 versah er das Amt des stellvertretenden Schulleiters am Lyzeum von Perjamosch. In den ersten Jahren in Perjamosch war er einer der wenigen diplomierten Lehrer. Er spielte auch in der Handballmannschaft, die den Namen der Gemeinde Perjamosch für einige Jahre in die Schlagzeilen der Sportpresse brachte. Die Großfeldhandballer spielten ab 1950 drei Jahre in der A-Liga, und Sepp war einer der besten Spieler.

1956 lernte ich als ganz junger Lehrer Josef Schönherr in Perjamosch kennen. Er war ein beliebter und hochgeschätzter Deutschlehrer und Schulleiter. Stets interessiert, sich fortzubilden, erwarb er das Fachlehrerdiplom für Deutsch. Vielen Schülern vermittelte er mit großem Erfolg die deutsche Sprache und Literatur. Außerhalb des Unterrichts wurden die Schüler der 8. Klasse freiwillig auf die Aufnahmeprüfungen an Lyzeen, Lehrerbildungsanstalten und anderen weiterführenden Schulen in Deutsch vorbereitet. Der Erfolg unserer Schüler blieb nicht aus. Gerne organisierte er auch Schulausflüge. Als stellvertretender Schulleiter war er verantwortlich unter anderem für die deutschen Klassen. In einer Zeit, in der immer mehr Deutsche auswanderten, setzte er sich für den Erhalt des guten Rufs der Perjamoscher Schule ein. Unterkunft und Be­treuung im Internat wurden unter seiner Leitung verbessert, und die Schüler unserer Schule kamen in immer größerer Zahl in den besten weiterführenden Schulen unter. Josef Schönherr, an einem reichen und vielseitigen Kulturleben in deutscher Sprache interessiert, organisierte und nahm aktiv an Veranstaltungen in und außerhalb der Schule teil. Als Deutschlehrer betreute er die Theatergruppe, die zahlreiche Stücke zur Aufführung brachte, darunter auch welche in Mundart.
Im Juli 1973 kehrte Josef Schönherr von einer Besuchsreise in Österreich nicht mehr nach Rumänien zurück und gelangte nach Deutschland. Über diese Zeit schreibt er: "Das war die große Wende in meinem Leben, aber leider erhielten meine Frau und unsere drei Kinder noch drei Jahre lang keine Ausreise aus Rumänien nach Deutschland. Das war eine schwere Zeit für mich. Trotzdem hatte ich das Glück, schon nach einigen Wochen an einer Hauptschule in einem schönen Städtchen im Schwarzwald eine Anstellung zu finden. Ich unterrichtete mehrere Jahre die Fächer Deutsch und Geschichte in den Klassen 8 und 9. Im April 1976 erhielten endlich auch meine Frau und unsere Kinder die Ausreisegenehmigung, von da an konnten wir uns an einem freien und glücklichen Leben erfreuen." 1984 ging er in den Ruhestand, und im Kreise seiner Familie erreichte er das schöne Alter von 88 Jahren.
Der Schönherr-Lehrer wird uns in guter Erinnerung bleiben. Für die von ihm geleistete Arbeit bedanke ich mich im Namen der Kollegen, seiner Schüler und deren Eltern. Zu den dankbaren Eltern gehöre auch ich.

Hans Heiberger

                                                                                         Veröffentlicht am 01.10.2012
                                                                                                                           W.E.


Herr Karl Herbeck, ehemaliger Vorsitzender der HOG Perjamosch, hat im Internet nach dem Namen Haulik recherchiert und folgende Informationen erhalten:


Juraj Haulik von Váralya (* 20. April 1788 in Trnava;† 11. Mai 1869 in Zagreb) war der erste Erzbischof von Zagreb und Kardinal der katholischen Kirche. Zeitweise versah er auch die Geschäfte des kroatischen Bans und war damit höchster Repräsentant des Landes. Haulik war slowakischer Abstammung und ein bedeutender Förderer der slowakischen vor allem aber der kroatischen Nationalbewegung. Er führte Kroatisch als Unterrichtssprache in den katholischen Schulen ein und begründete eine Gesellschaft, die die Herausgabe kroatischer Bücher organisierte und förderte. Außerdem war er an der Gründung der Matica Hrvatska beteiligt.
                                                             (...) 


Hauliks kirchliche Ämter, insbesondere das des Bischofs von Zagreb, waren gut dotiert und ermöglichten ihm ein umfassendes Mäzenatentum. Der Bischof und Kardinal förderte Kunst und Kultur, das Schulwesen und die Armenfürsorge. Haulik stifte zwei Schulen, setzte Stipendien für bedürftige Studenten aus und unterstützte den Bau mehrerer Pfarrkirchen. 1846 gründete er im Banat auf einer seiner Besitzungen eine neue Siedlung, das nach ihm benannte Haulikfalva, heute ein Teil der rumänischen Gemeinde Periam. 1858 gründete Haulik eine Stiftung für bedürftige Witwen. In Zagreb ließ er die Kathedrale künstlerisch ausgestalten und stiftete deren neugotischen Hochaltar. Auch die Erweiterung des Maksimir-Parks in der kroatischen Hauptstadt geht auf Haulik zurück. Die Gründung der Südslawischen Akademie
unterstützte er 1866 mit 10.000 Gulden. 1868 gründete er den Bücherverein des hl. Hieronymus (kroat. Književno društvo sv. Jeronima).
In seinem Testament setzte er alle bedeutenden Städte Kroatien-Slawoniens als Erben ein, die die ihnen zugedachten Vermögenswerte (zusammen 80.000 Gulden) in Stiftungen für bedürftige Mitbürger umwandeln sollten. 

Karl Herbeck                                                                      veröffentlicht am 15.08.2012
                                                                                          W.E.  
 


Traditionsgemäß trafen sich auch dieses Jahr zu Pfingsten die Banater Schwaben in Ulm. Die Perjamoscher trafen sich in Halle 1. Gekommen waren ungefähr 80 Perjamoscher. Bilder vom Treffen, eingesendet von Anton Enderle und Hermine Waldner geb. Portscher, können sie auf der Seite Veranstaltungen sehen. Vielen Dank für die schönen Bilder.
Beim Treffen hatte man auch vom Perjamoscher Treffen gesprochen,  das nächstes Jahr in Karlsruhe stattfinden wird. Es soll ein gemeinsames Treffen der Perjamoscher und Razampetrer werden.


Gerlinde Pohl schrieb:


Alle meine Lieben,

das Donauschwaben Treffen in Ulm war dieses Jahr gut besucht und es war richtig schön, viele unserer Landsleute zu treffen. Ich habe mich sehr wohl gefühlt, wie schon lange nicht mehr und dieses Gefühl sollten wir uns ab und zu mal gönnen.

Bei dieser Gelegenheit ist auch der Wunsch nach einem "Perjamoscher Treffen" in Baden-Württemberg diskutiert und beschlossen worden. Nach einigen Vorschlägen meinerseits und der Zustimmung des Vorstandes sind Hermine und ich die Angelegenheit tatkräftig angegangen und haben gleich "Nägel mit Köpfen" gemacht.

FAZIT heute, nur 4 Tage nach dem Treffen:

Termin: Pfingsten 2013 - am 19.05.2013

Ort: KSC Clubhaus Karlsruhe
Adenauerring 17 (im Stadion)
76131 Karlsruhe

Es ist ein Saal für bis zu 200 Personen habe ich heute reserviert. Die Musik hat Hermine klar gemacht. Wir dürfen tanzen bis die Sohlen glühen, wann es zu Ende geht, dürfen wir bestimmen.

Parkplätze sind genügend vorhanden. Hotels werde ich zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgeben. Die Location kann unter dem Link
www.ksc-clubhaus.de und www.sakis-partyservice.de im Internet nachgesehen werden.

Darum jetzt vorab HALTET EUCH DEN TERMIN FREI !!! und KOMMT ALLE. Natürlich bin ich für weitere e-mail Adressen sehr dankbar, denn ich möchte so viele Perjamoscher wie möglich erreichen und auf dem Laufenden halten.

Bis dahin ganz liebe Grüße aus Karlsruhe
Gerlinde


Beim unserem Treffen wird das "Duo Paloma" (Griffatonn und Zaccharias) spielen und so für gute Stimmung sorgen. Hermine Waldner hat das in die Wege geleitet und die Band hat auch zugesagt.


Veröffentlicht am 03.06.2012
W.E.


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                     Inhaltsverzeichnis des Perjamoscher Heimatbriefes 2011

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 Seite
Vorwort
Weihnachtsglückwunsch
 
Aktivitäten der HOG

Perjamoscher Treffen 2011
Fürbitten
Gedanken am Rande eines Heimattreffens
Wettbewerb

Persönlichkeiten

Bischof Martin Roos - Ehrendoktorwürde von der Universität Fulda
Maria Sucigan zum 90.
Würdigung eines erfüllten Lebens
Stefan Michael Müller zum 80.
Laudatio auf einen Preisträger
Franz Remmel  zum 80.
Verfemten zu neuer Würde verholfen
Walter Andreas Kirchner 70
Weißem Gold Leben eingehaucht
Gernot Waldner wird 70
Banater Geschichte im  öffentlichen Raum sichtbar gemacht
Werner Enderle 60 - Perjamosch ins weltweite Netz gestellt
Peter Jung 60 - Ein stets engagierter und heimatverbundener Lehrer
Erwin Pfaffenrath - Ein Jungunternehmer aus Perjamosch
Dr. Erich Lammert - Gedenken zum 100. Geburtstag
Karl F. Waldner - Gedenken zum 100. Geburtstag
Hans Frank verstorben - Der Journalismus war seine große Leidenschaft

Erinnerungen

Elisabeth Krohn - Das Kirchenjahr (Advent und Nikolaus)
Eva Bednar (Ferch) - Der blaugraue Kahn
Franz Wiesenmayer - Mensch und Tier im Banat

Literatur

Franz Heinz - Mein Dorf verliert seine Mitte
Richard Wagner - Auf der Suche nach der deutschen Seele
                        - Belüge mich
Esther Kinsky - Der Mittag der Melancholie

Geschichte und Reportagen

Hannelore Baier - Dokumentenband über Securitate und Ausreise der Rumäniendeutschen
Thomas Brey - Die verarmten Königshäuser des Balkans
Dr. Florin Zamfir - Großfeldhandball in Perjamosch und Warjasch
Johann Steiner - Die Farbe der Erinnerung verblasst
Elsemarie Maletzke - Unterwegs zu den weißen Flecken in Europa     
Herkulesbad

Perjamosch 2011

Banater Kalender 2012 erschienen
Aktuelles aus Perjamosch
Aktuelles aus der Schule in Perjamosch
Perjamoscher Theologiestudent in der Diözese Fulda
Elisabeth und Nikolaus Hollerbach feiern Diamantene Hochzeit

Archiv

Goldene Hochzeit der Eheleute Jacob und Angela Krohn in der Wiener Zeitung von 1894

Mitteilungen

Leserbriefe
Unseren Toten zum Gedenken
Spenderliste
Impressum


                                                                               Veröffentlicht am 16.01.2012
                                                                                                  Werner Enderle

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Jakob Dreier

Am 26. Februar wäre Jakob Dreier hundert Jahre alt geworden. Der bekannte Möbelfabrikant und Hersteller der „Dreier-Küchen" wurde am 26. Februar 1912 in Perjamosch geboren. Nach einer Schreiner- und Zimmererlehre war er als Geselle in verschiedenen Werkstätten seiner Heimatgemein­de tätig. Nach Fronteinsatz im deutschen Heer und Gefangen­schaft brachte er seine Frau und seine vier Kinder in abenteuer­licher Flucht aus dem Banat zunächst nach Linz. Den Neu­anfang wagte er in München. Nach
Zwischenstationen als Meister in einer Türen- und Fensterfabrik in München und als Händler mit Rundfunkgeräten gründete er 1954 in Haar bei München sein eigenes Möbelgeschäft; 1964 be­gann er in Gronsdorf bei München und später in Abensberg seine be­kannten Küchenmöbel im eigenen Werk zu fertigen. Bis heute ist das erfolgreiche Unternehmen in dritter Generation in Familienbesitz. Sein Logo 3er Küchen ist zum Marken­zeichen geworden.
Den Ruhestand verbrachte Jakob Dreier mit seiner Frau in Baldham bei München, wo er am15. Mai 2003 verstarb. Dreier  war der Landsmannschaft und seinen Perjamoscher Landsleuten von Anfang an sehr zugetan. Vielen konnte er durch Arbeitsplätze und materielle Hilfe den Start erleichtern; viele erreichte seine Hilfe in der alten Heimat. Als ein Unternehmer, für den Besitz auch soziale Verantwortung bedeutete, als ein Landsmann, der nie seine Wurzeln vergessen hat, als ein geselliger Mensch, der mit einem Akkordeon eine ganze Gesellschaft unterhalten konnte – so werden wir Perjamoscher Jakob Dreier auch weiterhin in Erinnerung behalten.


Dr. Werner Niederkorn

Am 19. Februar feierte Dr. Werner Niederkom in Großsanktnikolaus seinen 70. Geburtstag. Die Gene­ration der Kriegskinder hatte auch im Banat ein schweres Schicksal. Beide Eltern wurden nach Russ­land deportiert, so dass Werner in der Obhut der Großeltern aufwuchs. Die deutsche Schule in Perjamosch und das deutsche Lyzeum in Arad sollten seinen weiteren Lebensweg prägen. Das Medizinstudium schloss er in Temeswar mit ausgezeichneten Zensuren ab; eine akademische Laufbahn schien programmiert zu sein. Er verweigerte das Partei­buch und eine Versetzung nach Lupeni ins SchiItal war die Folge.

Nach 19 Jahren kam Dr. Nieder­korn als Oberarzt für Pädiatrie nach Großsanktnikolaus zurück. Das Banat, zu dem er nie den Kontakt verloren hatte, war nicht mehr das Banat, das er aus den siebziger Jahren kannte. 1987 saßen die meisten Deutschen "auf gepackten Koffern". Und doch kam die Wende unerwartet. Nach einigem Zögern beschloss die Familie, zu bleiben. Von Anfang an beteiligt er sich aktiv am demo­kratischen Neuanfang; er war Gründungsmitglied des Demo­kratischen Forums der Deutschen in Großsanktnikolaus, das bis heute beispielhaft tätig ist. Als Chefarzt ging er 2004 in Rente.
Seit 1974 publizierte Dr. Niederkorn in der rumäniendeutschen Presse (Neuer Weg, Neue Banater Zeitung, ADZ und Banater Zeitung). Die populärwissenschaftlich-medizinischen Beiträge wie „Der Griff zur Tablette", eine verständliche Beschreibung aller in Rumänien gängigen Medikamente, „Heilkräuter und Hausmittel in der Banater Volksmedizin“ und „Banater Essgewohnheiten im Laufe der Zeiten" fanden viele dankbare Leser. Diese Artikel wurden 2001 in dem Sammelband „Schwowisches und Herrisches. Beiträge zur Ethnografie der Banater Schwaben“ im  Eurobit­-Verlag Temeswar veröffentlicht. Die Karikaturen dazu stammen von seinem Perjamoscher Landsmann  Hans Parison.
Dr. Niederkorn ist auch Mitglied des deutschen Literaturkreises „Die Stafette", der von Dr. Anne­marie Podlipny-Hehn in Temeswar geführt wird. In den Sammel­bänden dieses Literaturkreises erschienen in den Jahren 2000 und 2001 die „Geschichten aus dem Krankenhaus" und 2005 „Ein Rentnerdasein (in Rumänien)“.

Werner Niederkorn publiziert oft in banatschwäbischer Mundart zusammen mit Hans Parison. So erschienen in der Pipatsch die Serien „Mer gewehnt sich sogar ans Teiwelshole. Der Schwob in der Iwergangszeit" oder die Serie „Bestandsaufnahme 1999: Mit em Bizikel dorch die Heed“. Vertreten ist er auch im Sammelband „Mund­arten im Blickpunkt", erschienen 2005 im Cosmopolitan-Art-Verlag in Temeswar. Die Heimatbücher von Perjamosch und Großsankt­nikolaus enthalten interessante Beiträge von ihm. In jedem Perja­moscher Heimatbrief ist Dr. Niederkorn mit informativen Artikeln ver­treten.

Dr. Werner Niederkorn steht in der Tradition eines Dr. Erich Lammert. Von einem christlichen Menschenbild und Nächstenliebe geprägt, praktizierte er auf höchs­tem fachlichem Niveau und fand noch genügend Zeit für schrift­stellerische Arbeiten und medi­zinische und volkskundliche Ver­öffentlichungen. Die Perjarnoscher Landsleute wünschen dem Jubilar Gesundheit, Schaffenskraft und Zufriedenheit.


Gemot Waldner

Der Bildhauer, Maler und Grafiker Gernot Waldner wurde am 16. Februar 1942 in Arad geboren. Sein Vater Karl Waldner (1911- 2001) war damals Schulleiter des Adam - Müller - Guttenbrunn - Gym­nasiums in Arad. Die Familie Wald­ner stammt aus Perjamosch. Karl Waldner war ein bekannter Päd­agoge, Herkunfts- und Siedlungs­forscher, Autor des Perjamoscher Heimatbuches und erster Vor­sitzender der HOG Perjamosch (1965-1979). Gernot Waldner studierte zwischen 1964 und 1969 am Hochschulinstitut für Kunst­ und Werkerziehung in Mainz: anschließend wirkte er als Kunster­zieher an Gymnasien in Kaisers­lautern und Zweibrücken. Bekannt sind in erster Linie seine Monu­mentalplastiken im öffentlichen Raum: das „Doppeltor" (Metall) vor dem Schloss und "Der Wanderer Stanislaus" (Edelstahl) in der Tschifflicker Anlage in Zweibrücken, das Mahnmal in Erinne­rung an die Auswanderung aus dem Raum Saarland I Mosel I Pfalz ins Banat im 18. Jahrhundert und an die Rückwanderung der Nachkommen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Horn­burg/Saar, nichl zuletzt aber auch seine „Rosenstelen“ in Zwei­brücken und seine "Lindenstelen"  in Homburg/Saar - Kunstwerke zum Ertasten und mit Brailleschrift versehen, die er für Blinde ge­schaffen hat. Die Perjamoscher Landsleute wünschen dem Jubilar noch viel künstlerische Schaffens­kraft und persönliches Wohl­ergehen.

 Anton Enderle 
(Aus "Banater Post" vom 20.02.2012)

Veröffentlicht am 20.03.2012

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Die Kaule gehört zu jedem Dorfbild der Banater Heide. Dabei bedeutet das mitteldeutsche Wort soviel wie "Erdgrube"(in Norddeutschland heißt es "Kule" oder "Kuhle"). Ihre Entstehung hängt mit der Siedlungsgeschichte des Banats zusammen.

Die planmäßig angelegten habsburgischen Siedlungen im 18. Jahrhundert bestanden aus erdgestampften und mit Rohr gedeckten Häusern der Kolonisten. Diese Erde wurde gewöhnlich aus einer Randstelle des Ortes ausgehoben. Die vorschriftsmäßig angelegten Gräben und Brücken mussten die Bewohner im Stande halten, so dass sich die Kaulen mit Wasser füllten. Im Winter dienten sie zum Eislaufen, im Sommer zum Baden und Waschen der Pferde. Sie waren Tummelplatz hunderter Enten und Gänse. Das Wort "Kaule" wurde auch von den anderen Nationalitäten des Banats übernommen, auch die Rumänen sagen "caula", nur in Tschanad, welches eine der schönsten Kaulen haben, heißt diese rumänisch "groapa".

Immerhin hängen alle Kaulen mit der Siedlungsgeschichte der betreffenden Ortschaft zusammen. Perjamosch wurde ja bekanntlich schon beim ersten Schwabenzug 1724 besiedelt; ursprünglich lag die Ortschaft nördlich des heutigen Standortes zwischen Marosch und Aranka.

Wegen den fast alljährlichen Überschwemmungen wurde der Standort des Dorfes 1761 auf die südliche Anhöhe verlegt, neue Straßen und neue, ebenfalls aus Erde gestampfte Häuser wurden angelegt (im so genannten Altdorf).

Und ab 1848 kam auch das so genannte Neudorf dazu, planmäßig fächerförmig angelegt. Auch diese Häuser wurden aus Erde gestampft, hatten aber gemauerte gleichförmige Giebel. Und somit gibt es in Perjamosch gleich fünf Kaulen - drei im Altdorf und zwei im Neudorf.

Irn Altdorf ist die größte Kaule, "Sandkaule" genannt, vis-a-vis vom Bikostall, rechts vom Maroschweg. Bis in die 60er Jahre führte sie noch Wasser; durch Vernachlässigung der Gräben und Brücken versumpfte sie aber immer mehr und trocknete schließlich völlig aus. (Nach Aussagen der Anrainer auch, weil das Wasser in das neu angelegte Bewässerungssystem Marosch - Aranka abgeleitet wurde.) "Sandkaule" hieß sie auch, weil hier Sand zu Bauzwecken für ganz Perjamosch und für die umliegenden Ortschaften gefördert wurde. Vom Maroschweg trennte sie ein kleiner Damm, welcher das Sägewerk der Familie Remmel aus der Ortschaft mit dein Maroschufer verband, es wurden hier einer Schmalspurbahn die aus Siebenbürgen verschifften Baumstämme Loren, die von Pferden gezogen wurden, in das Sägewerk gebracht. Nach de Krieg und der Enteignung ist dies alles zu Grunde gegangen.

Heute ist die Sandkaule nicht mehr als solche zu erkennen, sie ist eine verwilderte Hutweide, ab und zu weidet ein Pferd oder eine Kuh da, es gibt ab Scharen von Enten und Gänsen. Das mit Gras bewachsene Dämmchen existiert zwar noch und trennt die Kaule vorn Maroschweg, kaum einer der heutig Bewohner weiß aber heute noch etwas von seiner Geschichte.

Die zweite Kaule irn Altdorf befindet sich am Ende der Maroschgasse, die hier steil abfällt, linker Hand. Auch sie sammelte das Regen- und Schmelzwasser aus diesem Ortsteil und auch sie ist heute nicht mehr als "Kaule" erkennbar. Bloß zwei Trauerweidenstehen noch an ihrem Rande und zeugen von früherem Wassereichtum.

So ähnlich ist auch die Situation an der dritten Kaule im Altdorf vis-a-vis des alten rumänischen und des jüdischen Friedhofs, in der Nähe der Laubmühle. Hier ist das Terrain bebaut oder zu Gemüsegärten umgewandelt worden.

Die „Große“ (auch einst die schönste) Kaule in Haulik hat auch viele Umwandlungen durchgemacht: Einst mit tiefem, klaren Wasser, von Pyramidenpappeln („Pellepehm“) umzäumt und einer kleinen Insel mit einer Trauerweide in der Mitte, war sie vor dem Krieg der Tummelplatz der Schlittschuhläufer. Auch führte der ebenfalls von Pyramidenpappeln eingesäumte Friedhofsweg zum großen Tor des Altdörfer Friedhofs.

Von all dem ist heute nichts mehr übrig geblieben.
Schon nach dem Krieg, als Gräben und Brücken nicht mehr in Ordnung gehalten wurden, begann sie auszutrocknen. Und während der Titokrise wurde Perjamosch Garnisonstadt. Eine Einheit Pioniere wurde hierher gebracht, um die berüchtigten Bunker zu bauen. Einquartiert waren die Soldaten in Baracken auf dem Marktplatz, die Offiziere auch im Dorf. Das „Satul nou“ gab es ja noch nicht. Diese Truppe baute sich schließlich ein Fußballstadion auf dem Platz der Kaule. Sogar eine Tribüne und ein Umkleideraum (am Friedhofsweg) wurden angelegt.

Aber schließlich geriet unsere altehrwürdige Kaule in den Strudel der Weltgeschichte. Und das kam so: Nach Stalins Tod 1953 versöhnte sich die Sowjetunion mit Tito und dem abtrünnigen Jugoslawien und auch das untergeordnete Rumänien musste mitziehen. Zuerst verschwanden die in allen Banater Dörfern aufgestellten übermenschengroßen Blechtafeln, auf denen Tito in einer grellgrünen Uniform und einer Hakenkreuzbinde (!) als Henker, ein bluttriefendes Beil schwingend, dargestellt wurde. Die vielen Bunker entlang der jugoslawischen Grenze waren unnötig geworden, blieben aber für die Ewigkeiten.

Schließlich durften 1956 auch die vielen Tausende, die in Folge der Titokrise in die Baragansteppe deportiert worden waren, in die Heimat zurückkehren.

Und die Pioniere, die die Bunker gebaut hatten, waren natürlich ebenfalls unnötig geworden und verließen Perjamosch. Auch das Fußballstadion samt Tribüne und Umkleideraum verschwand rasch, wohl stückweise gestohlen.

Was mit der "Großkaul" geschehen sollte, wusste niemand so recht.
Ende der 60er Jahre wurde im nördlichen Banat durch eine Firma aus Targu-Jiu nach Erdöl und Erdgas gebohrt. Man wurde auch fündig, wenn auch nicht in der erhofften Menge. In einigen Ortschaften wurde auch schwefel- und phenolhaltiges Wasser aus großer Tiefe an die Oberfläche gefördert und Thermalbäder für Rheumaleidende eingerichtet. So geschehen in Lowrin, Großsanktnikolaus und Marienfeld. Bei der· Tiefbohrung, die in der "großen Kaule" angelegt worden war, wurde man auch fündig, aus dem Thermalbad ist aber bis jetzt nichts geworden.

Auch ist die schöne Allee der Pyramidenpappeln völlig verdorrt und abgeholzt worden. Rechts des Friedhofweges, wo es ebenso viele .Pellepehm'' aber auch eine Art Mülldeponie gab, sollte ein neuer Marktplatz mit Betonnischen entstehen. Auch aus dem ist nichts geworden.

Das soll sich jetzt ändern. Die große Kaule ist ein einziger Bauplatz geworden, es soll dort eine moderne Sporthalle entstehen. Hoffen wir also, dass dieses Projekt nicht auch im Sande verläuft.
Die einzige Kaule, die ständig Wasser hatte, aber ist die "Kleenkaul", unterhalb des Altdörfer Friedhofs und der Minnich - Kapelle. Selbst in den 50er Jahren konnte man hier zwar nicht baden, das Wasser war zwar nur knietief, schmutzig und voller  Sperrmüll, im Winter aber "schleifen", Schlittschuhlaufen und vom Friedhof oder dem Marktplatz aus prächtig rodeln.

Diese Kaule wurde noch vor 1989 ausgebaggert und sollte zum Fischteich wer­den. Da nicht eingezäumt, war sie für Kinder geradezu gefährlich. Vor etwa sieben Jahren, im Winter, brachen z.B. drei Kinder, die sich auf das dünne Eis gewagt hatten, darin ein und zwei ertranken. Jetzt ist die Wasserkaule in privater Hand und eingezäunt. Ob sich der Karpfenteich lohnen wird? Die Zukunft wird  es zeigen.

Text und Fotos
Dr. Werner Niederkorn

(veröffentlicht am 08.09.2011)


Obzwar in Neusiedel geboren, gehört Uwe Erwin Engelmann zu den Perjamoscher Persönlichkeiten. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Perjamosch, wo er auch die deutsche Schule besuchte. Nach dem Gymnasium folgte das Studium für Germanistik und Anglistik an der Universität in Bukarest.
Im Jahre 1976 übersiedelte er in die Bundesrepublik Deutschland. Hier brachte er seinen Lehrer-Status auf bundesdeutschen Standard und ist heute Studiendirektor am Friedrich-Flick-Gymnasium Kreuztal.
Als deutscher Schriftsteller ist er in den Bereichen Lyrik und Kurzprosa tätig. Im Jahre 2009 erhielt er den Inge-Czernik-Förderpreis für Lyrik. Mehr zu seiner Person und über seine literarische Tätigkeit erfahren Sie auf seiner privaten  Homepage http://www.uweerwinengelmann.de\ oder auf der Seite Literatur & Bücher dieser HOG-Homepage. Wenn Sie mehr Informationen erhalten wollen, tragen Sie den Begriff Uwe Erwin Engelmann in die Google-Suche ein, und schon werden Ihnen mehrere Seiten angeboten. Tun Sie das bitte. Es lohnt sich.

Einige Veröffentlichungen:

„Und was ich dir noch sagen wollte” (1993)
„Aus meiner Schweigsamkeit breche ich aus” (1997),
„Dorfleben in Südosteuropa/ Viaţa la ţară în sudestul Europei ” (zweisprachiger
                                                          Gedichtband zusammen mit Marcel Turcu, 2001)
„Zinnsoldat” (2007).


Werner Enderle
16.09.2011

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In letzter Zeit bekam ich E-Mails in denen ich gefragt wurde, warum die Bilder nicht beschriftet wurden. Früher hatte ich diese (zum Teil) beschriftet.  Es gab auch Personen, die den Namen nicht veröffentlicht haben wollten. Bei anderen Personen, meist älterer Generation, wusste ich den Namen nicht mehr. Laut Datenschutzgesetz müsste ich jeden auf den Fotos fragen, ob er mit der Veröffentlichung einverstanden ist und ob der Name auch mit veröffentlicht werden darf.
Unsere Homepage wird nicht nur von Perjamoschern gelesen, sondern auch von anderen mit weniger guten Absichten, was aus den E-Mails hervorgeht, die ich noch so bekommen habe.

Was einige Leute an persönlichen Daten im Facebook oder Lokallisten preisgeben grenzt schon an Fahrlässigkeit. Mit diesen Daten kann man schon das persönliche Profil der betreffenden Person erstellen, was nicht immer von Vorteil ist

Frau Erika D., das ist der Grund, warum nicht alle Bilder beschriftet werden. Eine Kurzfassung zum Verlauf des Festes ist auf dieser Seite, Aktualitäten, der Homepage zu finden.

Herr Dr. Jörg Pfaffenrath vielen Dank für die schönen Bilder, die Sie uns zur Verfügung gestellt haben. Bei der Beschriftung des Bildes mit dem Haus Ihrer Vorfahren habe ich etwas durcheinander gebracht. Ich habe dieses Haus mit dem Kindergarten in der Kirchengasse verwechslt. Dafür möchte ich mich entschuldigen.  

Ich gehöre zur Nachkriegsgeneration. Genauso wie ich gibt es noch viele andere meiner Generation, welche nicht mehr wissen, wer in welchem Haus vor dem Krieg gewohnt hat. Die Eltern hatten uns zwar erzählt wer in den Häusern der Nachbarschaft gewohnt hatte, aber diese Eigentümer gab’s  nicht mehr in Perjamosch.  Sie flüchteten vor der anrückenden Roten Armee. Diese Häuser wurden nach dem Krieg von anderen Flüchtlingen in Besitz genommen.

Werner Enderle
16.09.2011



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Ich wurde von Nicht-Perjamoschern angerufen, welche mit den Abkürzungen der Ortschaften im Familienbuch nicht zurechtkommen. Es handelt sich hier um das Familienbuch, das im Internet zur Verfügung gestellt wird.
Im ersten Band des Familienbuchs, werden auf Seite 17 die Abkürzungen aufgelistet.
Hier noch einmal die Liste häufig vorkommender Ortsnamen.



           Pj.         Perjamosch                                         KSP                 Klein-St.Peter

            Hau       Pj.-Haulik                                            Kls                  Kleinsiedel

            RSP      Rácz-St.Peter                                      Kne                  Knees

            Alx        Alexanderhausen                                 Len                  Lenauheim

            Bar       Baratzhausen                                       Lov                  Lovrin

            Bil        Billed                                                   Mar                  Marienfeld

            Bog      Bogarosch                                           Mon                 Monostor

            DSM    Deutsch-St.Michael                               Ost                  Ostern

            DSP     Deutsch-St.Peter                                  Pes                  Pesak

            Gtj        Gertjanosch                                         Rov                  Rovine/Petschka

            Got      Gottlob                                                 Sak                  Sackelhausen

            Gra       Grabatz                                               Sar                   Sarafol

            GJe      Großjetscha                                         Sek                  Sekeschut

            Kom     Großkomlosch                                      Sem                 Semlak

            GSN     Groß-St.Nikolaus                                  Tbg                  Temeschburg/
                                                                                                          Temesvar

            Hfd      Hatzfeld                                                 Tbw                  Triebswetter

            Hod      Hodoni                                                  Tsd                  Tschanad

            Igr        Igrisch                                                   War                  Warjasch

            Ket       Ketfel                                                    Wis                  Wiseschdia

            KJe      Kleinjetscha


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Die aus Perjamosch stammende und zuletzt in Wermelskirchen in Nordrhein-Westfalen ansässig gewordene Eva Wittkämper-Röhling ist am 11. Januar 2010 nach langer Krankheit gestorben. Sie wurde am 15. Januar auf dem Stadtfriedhof Wermelskirchen beigesetzt. Die am 12. Oktober 1924 als zweite Tochter der Kaufmannsfamilie Röhling geborene Eva erhielt ihre musikalische Ausbildung bei Prof. Emmerich Schwach und den Temeswarer Musikpädagogen Eugen Cuteanu und Josef Brandeiß.
Von 1948 bis zu ihrer Ausreise nach Deutschland im Jahre 1976 gestaltete sie maßgeblich das Musikleben in ihrer Heimatgemeinde mit. Neben ihrer Tätigkeit als Kantorin in den katholischen Kirchen der Gemeinden Altdorf und Haulik erteilte sie drei Jahrzehnte hindurch Musikunterricht für Schüler und wirkte in dem von Prof. Emmerich Schwach geleiteten gemischten Chor des Kulturheims mit. In jungen Jahren war sie gemeinsam mit ihrer Schwester Käthe auf den Bühnen ihrer Heimatgemeinde zu hören. Durch fachliches Können, eine hervorragende Stimme und ihren musikalischen Eifer hat sie über die Heimatgemeinde hinaus vorbildliche Bildungsarbeit geleistet. Eva Wittkämper-Röhling und ihr Ehemann Willy Wittkämper blieben auch in Deutschland der Heimatortsgemeinschaft eng verbunden. Die Perjamoscher bewahren ihr ein ehrendes Andenken. Ein ausführlicher Bericht über das Leben und Wirken der Verstorbenen ist in der Banater Post vom 20. Oktober 2009 erschienen. 

                                                          Artikel aus der "Banater Post", Nr. 3, 05.02.2010
                                                                                                               Franz Heinz

                                                                               Veröffentlicht am 01.03.2010, WE

Anmerkung: Der ausführliche Bericht über das Leben und Wirken der Verstorbenen
wurde letztes Jahr veröffentlicht und den finden Sie auf dieser Seite weiter unten.

                                                                                                                      W.E.
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Hans Parison

Kurz vor Weihnachten - am 20. Dezember 2009 - verstarb in Perjamosch unser Landsmann Hans Parison nach einem kurzen, schweren Leiden im Alter von 78 Jahren. Er war nicht nur in Perjamosch ein bekannter Künstler. Als Autodidakt, als Maler, Graphiker und besonders als gottbegnadeter Karikaturist hat sich Hans Parison einen Ruf erworben, der verglichen werden kann mit jenem, den die aus Perjamosch stammenden Bildenden Künstler Franz Ferch, Franz Gillich und Walter Andreas Kirchner genießen. Hans Parison wurde am 2. September 1931 in Perjamosch geboren. Er musste schon früh mitverdienen, da er noch zwei kleinere Geschwister hatte und man den Vater 1945 in die Sowjetunion deportiert hatte. Parison erhielt in Craiova eine Ausbildung zum Kino-Operateur. Diesem Beruf ging er auch in Perjamosch viele Jahre nach. Die Älteren erinnern sich sicher noch an die unzähligen künstlerischen Kinoplakate oder Sportankündigungen von ihm. Auch haben viele Häuser großflächige Ölbilder von Hans Parison. Ihre Thematik ist so gut wie immer in der Banater Heidelandschaft, der Maroschau oder der Jagd verwurzelt. Für viele Aufführungen der Perjamoscher deutschen Schule schuf er die Bühnendekoration. Er war auch ein passionierter Jäger - wohl der älteste im staatlichen Temescher Jägerverband. Auch findet man im ganzen Nordbanat auf Strassen und Plätzen Gebrauchsgraphik, die seinen unvergesslichen persönlichen Stil trägt. Seit Jahrzehnten war er ein geschätzter freier Mitarbeiter der gesamten deutschsprachigen Presse Rumäniens, der vielen Perjamoscher Heimatbriefe und in den letzten Jahren ein hochgeschätzter Buchillustrator. Für seine Verdienste wurde ihm im Jahre 2008 der Ehrenbrief der Landsmannschaft der Banater Schwaben verliehen. Ein schwerer Schicksalsschlag traf ihn im Jahre 2008, als seine ihm treu zur Seite stehende Ehefrau mit 73 Jahren verstorben ist und er allein in seinen zwei Häusern in Perjamosch blieb. Denn alle Verwandten, auch die einzige Tochter Cornelia, sind inzwischen ausgesiedelt. Trotzdem war die Auswanderung nie ein Thema für ihn. Perjamosch hat einen seiner letzten Chronisten verloren. Wir werden dem Verstorbenen ein ehrendes Andenken bewahren.

                                                           Artikel aus der "Banater Post", Nr. 4, 20.02.2010
                                                                                                 Dr. Werner Niederkorn

                                                                                 Veröffentlicht am 01.03.2010, WE

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Johann Parison (1931-2009)

von Cristi Mirea, Webmaster in Perjamosch

Am Morgen des 20. Dezember 2009 ist der Perjamoscher Johann  Parison verstorben. Er wurde am 02. September 1931 in seinem Vaterhaus mit der Hausnummer 330 geboren, in dem er auch sein ganzes Leben verbrachte. Väterlicherseits ist er Franzose, weil  seine Vorfahren,  drei Brüder aus Lothringen, nach 1724 zugewandert sind.  Mütterlicherseits ist er Slowake.

Seine Liebe zur Natur und Jagd sowie auch seine Leidenschaft für Geschichte  hat dazu beigetragen,  archäologische Gegenstände  auf dem Gebiet von Perjamosch zu entdecken.
Der Perjamoscher Maler Franz Ferch hat die ausgegrabenen Töpfe aus Keramik, als Fundobjekte aus der Periam-Pecica Kultur,  dem Banater Museum überlassen. Ein großer Teil der Arbeiten von Johann Parison sind verloren gegangen oder wurden vernichtet. Wenn nach 1990 das monumentale Ölbild mit dem Hl. Florian, Schutzpatron der Feuerwehrleute,  noch gerettet werden konnte, hatten die anderen Bilder nicht dasselbe Los. Das Ölbild, das die Kämpfe zwischen den Feuerwehrleuten und den Türken bei Dealul Spirii darstellt, die Kohlezeichnung des Hauptmanns Zaganescu, die Kohlezeichnung, die den Feuerwehreinsatz beim Brand im Kesselraum der Perjamoscher Hutfabrik im Jahre 1922 darstellt, wurden vom Haus der Feuerwehr in Temeswar für eine Ausstellung ausgeliehen  und nie wieder zurückerstattet.

Alle die Herrn Parison kannten, waren von seinen Geschichtskenntnissen über Perjamsoch fasziniert. Er war eine lebende Enzyklopädie der  lokalen Geschehnissen. Durch das Ableben des Herrn Parison, hat Perjamosch einen der bedeutendsten Kulturexponenten des Ortes verloren:  beginnend mit seinen Bildern, den gewagten Karikaturen, seiner Liebe zur Geschichte des Ortes und bis hin zur Privatperson Johann Parison, bei dem sich jede so kurze Frage in einen stundenlangen, faszinierenden Dialog zu interessanten Themen, versetzt mit einem Schuss Ironie,  verwandelte.

Durch den Verlust von Johann Parison, hat Perjamosch ein Teil seiner Seele und eine lebende Geschichte verloren.

                                                                                                                 Cristi Mirea
                                                                 Webmaster vieler Webseiten in Perjamosch

                                                     Übersetzung aus dem rumänischen: Werner Enderle.
                                                     Für den Inhalt ist der Übersetzer nicht verantwortlich.

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Es war eine Nachricht, die bei den Banater Schwaben schnell die Runde machte: Herta Müller ist die Nobelpreisträgerin 2009 für Literatur. Das gab das schwedische Nobelpreiskomitee am 8. Oktober in Stockholm bekannt. Es begründete seine Entscheidung unter anderem mit der dem Werk der Autorin eigenen "Reinheit der Dichtung. Mittels der Verdichtung der Poesie und Sachlichkeit der Prosa zeichnet die Schriftstellerin Landschaften der Heimatlosigkeit" heißt es weiter in der Laudatio der Jury. Die Nachricht von der Vergabe des höchsten Literaturpreises an Herta Müller, löste auch bei den Landsleuten Freude und Begeisterung aus. Das bestätigten die vielen Anrufe bei der Bundesgeschäftsstelle der Landsmannschaft der Banater Schwaben und bei der Redaktion der Banater Post in München unmittelbar nach Bekanntgabe.
Bei der Eröffnung des traditionellen Banater Chortreffens in Gersthofen bei Augsburg am 11. Oktober, wo weit über 500 Landsleute aus dem gesamten Bundesgebiet zusammenkamen, ging Bernhard Krastl, der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft, auch auf die Nobelpreisvergabe ein und gab seiner Freude darüber Ausdruck, verbunden mit dem Wunsch, dass die Arbeit der Schriftstellerin auch weiterhin von Erfolg gekrönt sei. Der Bundesvorsitzende wörtlich: "Im Namen aller Landsleute möchte ich der Schriftstellerin Herta Müller zur Verleihung des Literatur-Nobelpreises herzlich gratulieren. Ich möchte ihr die Anerkennung zollen, die ihr gebührt. Herta Müller hat besonders mit ihrem kürzlich erschienenen Roman Atemschaukel, der die Russlanddeportation thematisiert, ihren Banater und Siebenbürger Landsleuten einen großen Dienst erwiesen." Gerade dieser Roman kann als Höhepunkt des literarischen Schaffens von Herta Müller gesehen werden. Mit der "Atemschaukel" wird ein wichtiges Kapitel aus der Geschichte der Südostdeutschen in den öffentlichen Diskurs gerückt und zugleich in hoher künstlerischer Form erschlossen. Es gibt bei den Banater Schwaben fast keine Familie, die nicht von der Deportation in die Sowjetunion am Ende des Zweiten Weltkriegs betroffen war. Die zahllosen stummen Opfer aus den Zwangsarbeitslagern der Ukraine und Sibiriens haben mit diesem Buch eine Stimme erhalten, und dafür kann man der Schriftstellerin nur dankbar sein. Der Literatur-Nobelpreis wird sicher dazu beitragen, dass dieses Buch viele Leser findet und dass deren Blick auf ein bislang kaum aufgearbeitetes Kapitel der Zeitgeschichte gelenkt wird.
Herta Müller wurde am 17. August 1953 in Nitzkydorf geboren. Nach dem Abitur studierte sie von 1973 bis 1976 in Temeswar Germanistik und Rumänische Literatur. Danach arbeitete sie als Übersetzerin in einer Maschinenbaufabrik, wo sie wegen Verweigerung der Mitarbeit mit dem rumänischen Geheimdienst Securitate großen Repressionen ausgesetzt war. Später wirkte sie als Lehrerin und Kindergärtnerin. Ihr erstes Buch Niederungen brachte der Kriterion-Verlag in Rumänien 1982 in zensierter Version heraus. 1984 ist es auch in der Bundesrepublik Deutschland erschienen. Ein weiters Werk der Schriftstellerin, das noch in der alten Heimat erschien, ist "Drückender Tango" (1984). 1987 ist Herta Müller aus Rumänien ausgereist. Seither lebt sie in Berlin. Hier hat sie in den zurückliegenden Jahren eine Reihe weiterer Bücher geschrieben, darunter "Der Fuchs war damals schon ein Jäger", "Herztier" und "Heute wäre ich mir lieber nicht begegnet". Alle ihre Werke sind von Erlebnissen in ihrer Kindheit im Banat geprägt, den Erfahrungen mit der kommunistischen Diktatur und mit dem allgegenwärtigen Geheimdienst, Securitate, mit der Zensur und dem Gefühl der Fremdheit.
Der mit rund einer Million Euro dotierte Nobelpreis wird am 10. Dezember in Stockholm vergeben. Der letzte deutsche Schriftsteller, der diese Auszeichnung erhalten hat, war 1999 Günter Grass.

                                                                                                                Walter Wolf

                                                                     Aus "Banater Post", Nr. 20, 20. Okt. 2009

                                                                                Veröffentlicht am 25.10.2009, WE



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Firmung in Perjamosch

Am 14.Juni 2009 spendete Bischof Martin Roos dreißig Kindern in der Altdofer Kirche von Perjamosch das Sakrament der Firmung.  16 Kinder kamen aus Perjamosch, 10 aus Warjasch, 2 aus Kleinsanktpeter, 1 aus Großsanktpeter und 1 Kind aus Temeswar. Die Perjamoscher Firmlinge sind: Andreas Sven Klein, Patrick Klein, Christian Cota-Leeb, Thomas Alexander Narita, Livius Diaconu, Patrick Hansi Sârbu, Annemarie Sârbu, Markus Mladin, Ralf Kittl, Patrick Kittl, Christine Rosenstengel, Adrian Neisser, Josef Csokasi (Müller), Timea Alina Csokasi (Müller) und Thomas Țăran. Den Festgottesdienst zelebrierten Bischof Martin Roos, unser Heimatpfarrer Lajos Mathe zusammen mit mehreren Priestern aus den umliegenden Pfarreien. Pfarrer Mihai Dumitresc kam aus Lugosch, seinem neuen Wirkungskreis, um mit seiner ehemaligen Pfarrei mitzufeiern. Vertreter der Gemeindeverwaltung nahmen am Gottesdienst teil. Die Altdorfer Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt. Wie in alten Tagen.

Bilder von der Firmung in Perjamosch finden Sie im Fotoalbum und wurden uns von
Hr. Dreier zur Verfügung gestellt.

Bilder vom Gottesdienst in der Kirche von Barbing wurden uns vom Theologiestudent, Herr Gabriel Neißer, zur Verfügung gestellt und können ebenfalls im Fotoalbum besichtigt werden.

Herr Dr. Pfaffenrath hat uns sehr viele aktuelle Bilder über Perjamosch zur Verfügung gestellt. Aus Platzmangel können vorläufig nur einige Bilder im Fotoalbum veröffentlicht werden.

Vielen Dank!


                                                                                                             Anton Enderle
                                                                                         veröffentlicht am 05.08.2009


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BanatBlogs von Ingemar Ganz

Herr Ingemar Ganz ist der Betreiber des BanatBlogs. Er hat die ersten Jahre seines Lebens im Banat verbracht -- um genau zu sein, in Wiesenhaid und Arad. Auf http://www.banatblog.eu/   versucht er die Erinnerung an unsere Kultur
am Leben zu erhalten und für die nächsten Generationen zu bewahren.

Herr Ganz teilte uns mit, dass die Leser dort aktuelle Nachrichten sowie Informationen über die Banater Kultur und die Banater Schwaben finden. Das Besondere am BanatBlog: es ist keine reine Informationsseite, sondern bietet den Lesern die Möglichkeit sich einzubringen, sei es durch Kommentare, durch selbst verfasste Artikel oder durch das Einsenden von Hinweisen zur Erstellung der Beiträge. Ziel ist es, den Banater Schwaben eine zentrale Anlaufstelle im Internet zu bieten. Dort sollen Sie alles Wissenswerte über ihre Herkunft, ihre Kultur aber auch Aktuelles und Neues über das Banat und die Banater Schwaben erfahren. So behandeln die Beiträge völlig unterschiedliche Themen, von Rezepten über Geburtstagsgrüße bis hin zu kontroversen Diskussionen über die Situation der Banater Schwaben heute.

                                                                                                        WE, 10.01.2009

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Anneliese Zagolla, geborene Kovatsch, Jahrgang 1955 schrieb, dass sie zusammen mit Landsleuten, das Forum "Schwowefamilie" erstellt haben. Die Adresse des Forums lautet:
http://schwowefamilie.phpbb6.de/portal.php

Das Team ist unter der E- Mail  mailto:schwowefamilie@t-online.de zu


Unsere Landsleute in Österreich, Maria und Franz Ritter, haben eine Ausstellung im Kunsthaus in Burg Obernberg am Inn organisiert, mit dem Thema " Deutsche Siedlungsgeschichte in Osteuropa (Banat und Siebenbürgen)". Die Dokumentation zu diesem Thema wurde mir per E-Mail zugeschickt, um in unserer Homepage publiziert zu werden. Ein großes Lob an Familie Ritter. Ihr habt Großartiges geleistet. Es folgen nun Einzelheiten zu diesem Thema und den Öffnungszeiten.





Deutschen Siedlungsgeschichte in Osteuropa 
(Banat und Siebenbürgen)

* Exponate aus dem Kultur-, Wirtschafts- und Alltagsleben,
* Trachten, Handarbeiten, Dokumentationen - (1724 bis 1944)


Öffnungszeiten im Sommer
Samstag und Sonntag: jeweils 14:00 – 17:00 Uhr (April-November)

Öffnungszeiten im Winter und Gruppen nur gegen vorh. Terminvereinbarung
-
Tel. 07752/71001- Kustos Franz Ritter


Verein Heimatstube Banat / Museumsausstellung im Kunsthaus der Burg Obernberg.

Unser junger Verein wurde zwar erst 2004 gegründet beschäftigt sich aber aus Anlass der aktuellen Ostöffnung mit der Geschichte der letzten 300 Jahre der österreichisch/deutschen Siedlungstätigkeit in Osteuropa; vorwiegend den sogen. "Donauschwaben" im heute rumänischen Banat.

Warum: 1944 im Zuge der Kriegswirren endete dort eine hierzulande kaum bekannte wirtschaftlich und kulturell hochstehende Agrarkulturtradition österreichischer und deutscher Siedler, die ab 1720 und vorwiegend in der Zeit von Maria Theresias und Prinz Eugen dort in sumpfigem Ödland begann. Ein großer Teil der Flüchtlinge landete im Herbst 1944 hier bei uns im Innviertel und fand hier auch rasch wieder eine neue Heimat. Um den heute in 2., 3. und 4. Generation hier lebenden ehemaligen Bewohnern der fruchtbaren Banater Tiefebene und auch den Hiesigen zu zeigen wie das damals begann und nach über 200 zum Teil harten Jahren wieder endete.

Im Sommer 2004 gründeten wir dazu den Verein" Heimatstube Banat / Bez. Ried im Innkreis” der nun bereits seit 2005 im Kunsthaus der Burg Obernberg eine Heimatstube bzw. ein kleines Museum betreibt, das mit zum Teil hochinteressanten und außergewöhnlichen Objekten, Kunsthandwerk und Dokumentationen aufwarten kann.

Das Museum ist von April bis November,  Samstags und Sonntags, sowie nach Vereinbarung auch für Gruppenführungen geöffnet. In lebhaften Erzählungen und Beschreibungen führt unser Kustos Franz Ritter, der als neunjähriger mit seinen Eltern selbst als Flüchtling nach Ried kam, die Besucher sehr authentisch durch die Schau.

Bestellung DVD: Im Sommer 2008 haben wir eine ca. einstündige Führung durch das Museum mit Kustos Franz Ritter erstellt die wir Ihnen zum Preis von 12,-€ gerne zusenden.  Bestellungen unter:  museum.banat@aon.at

siehe auch Videoclip:

InnSat
-Beitrag vom Juli 2008: http://de.youtube.com/watch?v=R_PS-_Ccoks 

Veranstalter          








        
Verein "Heimatstube Banat/Bezirk Ried im Innkreis" 

Obfrau: Maria Ritter, Rieder Rumänienhilfe-Ritter
Riedholzstraße 29
4910 Ried im Innkreis,
Telefon +43(7752)71001

Schriftführer: Harald Hörmanseder,Tel.+43(664)6125025
E-Mail:

mailto:museum.banat@aon.at
Zeit:

jeweils von 14:00 bis 17:00 Uhr                                                     

Wochentag(e):

jeweils Samstag + Sonntag





Weitere Links zu
diesem Thema:
Zur Geschichte des Banats und Siebenbürgen <. (Info-Falter)  

Gesendet von Maria und Franz Ritter
Publiziert von Werner Enderle am 21.08.2008







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Hans Parison - ein Perjamoscher, den jeder kennt

Was seine Landsleute an ihm besonders mögen, ist seine unbedingte Zugehörigkeit zur heimatlichen Gemeinde, die sich nicht zuletzt in seinen Bildern äußert, mit denen er seit Jahrzehnten das kulturelle Leben in Perjamosch mitgestaltet. In seinen Zeichnungen und Gemälden widerspiegelt er die Ortsgeschichte, schildert Jagdszenen und nimmt kritisch am Alltag teil. Zahlreiche Hausgänge und öffentliche Räume sind von ihm ausgemalt worden und wiederholt sind seine Karikaturen in der heimatlichen Presse erschienen. Weniger bekannt ist er als Porträtist, und doch verdient gerade das Bildnis des Lehrers Peter Löb, nach einer Fotografie in Kohle gestaltet, hervorgehoben zu werden.

Johann Parison wurde am 2. September 1931 in seinem Elternhaus in der Kirchengasse, Hausnummer 330, geboren. Seine Vorfahren väterlicherseits sind nach 1724 aus Lothringen zugewandert - drei Brüder, die damals in Lowrin, Triebswetter und Pesak ansässig und, wegen ihrer Herkunft, als Franzosen bezeichnet worden sind. Die Vorfahren der Mutter kamen aus der Zips (in der heutigen Slowakei gelegen) und wurden in Perjamosch angesiedelt.

Der Vater war ein handwerklicher Tüftler und Alleskönner mit Format und lange Jahre hindurch als Meister in der Werkstatt von Ferdinand Jakobi beschäftigt. Es war die im weiten Umkreis größte Reparaturwerkstatt für landwirtschaftliche Maschinen, in der aber auch verschiedene Anlagen nach eigenen Entwürfen gebaut wurden, u. a. die Metallfähre (Plätt) für die Überfahrt nach Semlak.

Hans Parison verbrachte seine Kindheit in der Heimatgemeinde, wo er auch die Grundschule besuchte, in der damals Mädchen und Jungen getrennt unterrichtet worden sind - die Knaben in der alten Schule neben dem Pfarrhaus, die Mädchen in der Klosterschule. Zerwürfnisse seiner Eltern mit der Ortsleitung der Deutschen Volksgruppe haben dazu geführt, dass Hans Parison die siebente Klasse im Kloster, "bei den Nonnen", absolvierte.

Die Ferien verlebte Hans Parison oft bei seinen Großeltern. Sie führten in der Nähe des Pesaker Waldes eine Wirtschaft. Besonders das angrenzende Waldgelände und die offene Heide haben das ebenso aufgeweckte wie sensible Kind nachhaltig angeregt.

Umso tiefer traf ihn die Zerstörung des großelterlichen Anwesens nach der Bodenreform und der damit verbundenen Enteignungen deutscher Besitztümer. Es folgten die Notjahre. Der Vater war nach Russland (Stalino) zur Zwangsarbeit deportiert, die Mutter kränkelte, und so musste Hans, als Ältester von drei Geschwistern, bereits mit vierzehn als Gelegenheitsarbeiter zum Erhalt der Familie beitragen. An eine berufliche Ausbildung war vorerst nicht zu denken.
Dennoch arbeitete er beharrlich an sich selbst, las viel und zeichnete mit Leidenschaft. Zum Grundwehrdienst nach Großsanktnikolaus einberufen, erregte er die Aufmerksamkeit von Hauptmann Traian Sorca, der dem Naturfreund zu einem Waffenschein und der damit verbundenen Jagderlaubnis verhalf Hans Parison durchwanderte auf der Pirsch die heimatlichen Fluren zu allen Jahreszeiten und bei jeder Witterung. Seine Aufmerksamkeit galt indessen nicht allein dem Wild. Ein ausgeprägtes historisches Interesse führte zu bemerkenswerten archäologischen Funden aus der Bronzezeit, die ins Banater Museum in Temeswar gelangten und dort katalogisiert worden sind.

Seine künstlerische Begabung blieb nicht unbemerkt, und so gelangte er nach Craiova, wo er zum Kino-Operateur ausgebildet wurde. Nach Perjamosch zurückgekehrt, malte er zwischen den Filmvorführungen den Eingangs- und Kassenbereich des Kinos mit Kriegsszenen aus, entwarf Plakate und zeichnete unermüdlich. Anschließend war er in der Hutfabrik als Grafiker und in der Modellabteilung tätig, wo er vielfältige kreative Beschäftigung fand.

Nach 38 Arbeitsjahren trat Hans Parison1990 in den Ruhestand. Nach Deutschland ausgewandert ist er nicht, aber er unterhält zu seinen Landsleuten, wo immer sie jetzt sind, herzliche Beziehungen, und immer wieder sind im "Heimatbrief" Zeichnungen von seiner Hand zu sehen. Von besonderem dokumentarischem Wert sind die Wiedergaben von Gebäuden und Einrichtungen, die heute nicht mehr vorhanden sind, wie das Kenesse-Haus (neben der alten Knabenschule) oder die Schiffsmühlen auf der Marosch. Hans Parison kann auf ein ansehnliches künstlerisches Werk zurückblicken. Manches davon befindet sich im Besitz von Perjamoscher Familien, anderes ging verloren, einiges wird von Hans Parison aufbewahrt. Es sind gerade die großformatigen Bilder, die nicht immer nach Ausleihen den Weg zurück zum Künstler gefunden haben.

Hans Parison lebt heute allein in seinem Elternhaus in Perjamosch. Seine Frau Katharina, geborene Abrudan, ist am 26. Juli 2008 im Alter von 73 Jahren verstorben.
Seine Tochter lebt in Deutschland, ebenso wie die alten Nachbarn und Freunde. Wir dürfen in ihm einen der letzten deutschen Chronisten unserer Heimatgemeinde sehen.


                                                                                                              Florian Marica
                                                                                   Aus: RRO PERIAM, Nr. 3  2008
                 Aus dem Rumänischen übersetzt, überarbeitet und ergänzt von der Redaktion

                                                                                  veröffentlicht am 10.01.2009, WE

Gemälde von Hans Parison

Hans Parison, dessen künstlerisches Werk mit dem Ehrenbrief unserer Landsmannschaft gewürdigt wurde, hat der HOG ein Gemälde geschenkt, dessen kompositorischen Elemente die Geschichte unseres Heimatortes darstellen.
Das Bild wird am Perjamoscher Treffen zum ersten Mal öffentlich gezeigt.

Anton Enderle
veröffentlicht am 15.10.2008


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Dr. rer. nat. Markus Kuhn hat vor kurzem erfolgreich seine Doktorarbeit an der Universität Siegen verteidigt und alle Prüfungen mit Erfolg bestanden. Seine Eltern, Josef Kuhn und Renate, geb. Bauer, sind 1976 ausgesiedelt und ließen sich in Siegen nieder. Markus wurde am 24. Juli 1979 in Siegen geboren. 1999 machte er  sein Abitur am  Evangelischen Gymnasium in Siegen. Nach dem Zivildienst am Marienkrankenhaus in Siegen begann er im Jahre 2000 mit dem Studium der Physik an der Universität in Siegen.

Trotz eines Auslandssemesters an der Uni Genf schloss er sein Physikstudium in der Regelstudienzeit mit einer Diplomarbeit über „Baryonen in SU(4) FOL Soliton-Modell“ im Jahre 2005 erfolgreich ab. Gerne nahm er ein Angebot seiner Universität an und blieb am Lehrstuhl für Teilchen- und Festkörperphysik  als Wissenschaftlicher Mitarbeiter. Hier konnte er Lehre und Forschung verbin-den, so dass nach drei Jahren die Ergebnisse seiner  For-schungen in einer Promotionsarbeit  ihren Niederschlag fanden. Schon allein das Thema seiner Arbeit „Zwei-Photon-Beiträge zur elastischen Elektron-Nukleon-Streuung im Skyrme-Modell“ flößt einem naturwissen-schaftlichen Laien Respekt ein. Aus mehreren Angebo-ten, die ihm gemacht wurden, entschied er sich für eine Stelle in der Forschungsabteilung der Firma Voith-Paper in Heidenheim.

Die HOG Perjamosch wünscht dem jungen Doktor der Naturwissenschaften auch weiterhin viel Glück und Erfolg in seiner wissenschaftlichen Laufbahn, den Eltern Renate und Josef Kuhn und den Großeltern Margarethe und Jakob Bauer in Siegen auch weiterhin viel Freude mit ihrem Sohn und Enkel.

Anton Enderle

Die Redaktion des Perjamoscher Heimatbriefes nimmt diesen Glückwunsch zur Promotion eines jungen Wissenschaftlers, dessen Eltern Perjamoscher sind, zum Anlass, Sie zu bitten, uns ähnliche Nachrichten mitzuteilen. Viele Beiträge in unserem Heimatbrief beschäftigen sich mit Vergangenem, das zweifellos wichtig ist, die Gegenwart kommt dabei nicht immer gebührend zu Wort. Der erfolgreiche Abschluss eines Hochschulstudiums, eine Promotion, ein Meisterbrief, ein zukunftsweisendes Forschungsvorhaben, eine unternehmerische Initia-tive, die Niederlassung als Arzt oder Rechtsanwalt, das und noch vieles mehr interessiert unsere Landsleute und erfüllt uns mit Stolz. Bescheidenheit ist hier fehl am Platz! Unser Hei-matbrief wird auch von Persönlichkeiten gelesen, die nicht aus dem Banat stammen. Dies ist eine Möglichkeit, der Öffentlichkeit zu zeigen, welch wertvolles Potential Heimatvertriebene in ihren „unsichtbaren Koffern“ hatten. Einen wesentlichen Beitrag zur Gestaltung und Ent-wicklung der deutschen Gesellschaft erbringen Wissenschaftler und Ärzte, Facharbeiter und Ingenieure, Lehrer und Kulturschaffende, die aus unseren Reihen stammen. Teilen Sie uns solche Leistungen mit, wir veröffentlichen sie gerne im Perjamoscher Heimatbrief und in der Banater Post.

Die Redaktion

veröffentlicht am 10.01.2009, W.E.

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Alles was singt und klingt ist Musik, heißt es ein Wort, das auf die Freude am Musizieren verweist und darauf, dass jeder auf die eine oder andere Weise an ihr teilnimmt. Die Musik ist wichtiges Gut der menschlichen Gesellschaft und begleitet sie durch alle Lebenslagen. In den dunklen Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg, als das alte Vereinswesen in unserer Heimatgemeinde zerschlagen war, gehörte die Musik zu den wenigen Möglichkeiten kultureller Äußerung, die der deutschen Bevölkerung noch gegeben waren. An die Aufsehen erregenden festlichen Veranstaltungen der Zwischenkriegszeit konnte freilich nicht angeknüpft werden. Karl Waldner (1911-2001) - er gründete 1965 die HOG Perjamosch -berichtet in seiner Arbeit „Das musikalische Erbe der Gemeinde Perjamosch“ ausführlich über das blühende Kulturleben unserer Heimatgemeinde in der Zwischenkriegszeit. Zum dritten Sängerfest 1937 waren in Sonderzügen 4000 Musikfreunde angereist, und niemand hätte damals auch nur geahnt, dass es zum letzten Mal sein könnte.

Die Geschwister Käthe und Eva Röhling, 1923 und 1924 geboren, beide musikalisch außergewöhnlich begabt, haben noch bis tief in die Kriegsjahre hinaus aktiv am Musikleben der Gemeinde teilgenommen und begeisterten als Duo - Röhling (Sopran und Alt) das Publikum. Die Kaufmannsfamilie Röhling war aus Kleinbetschkerek nach Perjamosch zugewandert, wo der Vater an der Ecke Klostergasse-Heidegasse einen Laden eröffnete. Das Haus Röhling galt als gastfreundlich und weltoffen und war bemüht, die beiden Töchter, deren Begabung in der Klosterschule erkannt und beachtet wurde, auch musikalisch zu fördern. Der Krieg vereitelte dann alle schönen Pläne. Die Familie flüchtete im September 1944, als Perjamosch Kampfgebiet wurde, und gelangte nach Österreich, wo Eva bei einem Luftangriff schwer verwundet wurde. Das verletzte Bein - nie ganz verheilt - gab nach ihrer Heimkehr Anlass zu üblen Verdächtigungen durch den rumänischen Sicherheitsdienst, der ihr eine SS-Vergangenheit nachweisen wollte.

In den Nachkriegsjahren verlagerte sich die Kulturtätigkeit der Gemeinde von den Schulen und der Kirche ins Kulturheim (im Gasthaus Martin, Ecke Neugasse-Postgasse) und die Hutfabrik (vormals Korber). Professor Emmerich Schwach (1880-1959) leitete einige Jahre hindurch erfolgreich den gemischten Chor des Kulturheims, in den er alle guten Stimmen des Dorfes einzubinden bemüht war. Zu ihnen gehörte auch Eva Röhling, die in dieser Zeit bei Professor Schwach Klavier- und Violinunterricht nahm. Ihre musikalische Ausbildung setzte sie bei Professor Eugen Cuteanu und Professor Josef Brandeiß in Temeswar fort. Trotz vieler Einschränkungen und Verbote war die katholische Kirche in Perjamosch auch in der Nachkriegszeit bemüht, besonders die beachtliche musikalische Tradition weiter zu pflegen Pfarrer Josef Sundhausen (1911-1981), musikalisch gebildet und beherzt, gelang es, den Altdorfer Kirchenchor nicht nur aufrecht zu erhalten, sondern ihm auch neuen Auftrieb zu verleihen Er vergrößerte den Chor und bestellte Eva Röhling 1948 zur Organistin. Ihre Solo-Einlagen während des Hochamtes und in den Maiandachten waren jedes Mal ein musikalisches Ereignis. Sie verstand es aber auch, die guten Stimmen ihrer Sängerinnen (wie Marjann Nießl) und Sänger (Peter Heinz u.a.) heraus zu stellen und auszubauen. Neben dem musikalisch wieder festlichen Hochamt gelang es dem gemeinsamen Einsatz von Pfarrer und Kantorin in der Kirche die großen Messen und Oratorien zu singen, die von der Gemeinde jeweils über den Gottesdienst hinaus als kulturelle Bereicherung gewertet wurden. Das war von der Partei keineswegs gern gesehen, zumal sich unter den zahlreichen Zuhörern der Kirchenkonzerte auch ortsbekannte rumänische Besucher befanden. Es fehlte nicht an deutlichen Einschüchterungsversuchen durch die örtlichen Behörden, und es ist noch nachträglich sowohl Pfarrer Josef Sundhausen wie Eva Röhling für die Standfestigkeit zu danken, mit der sie ihrer Gemeinde dienten. Das gilt auch für Pfarrer Karl Ritter in der Hauliker Kirchengemeinde, wo ebenfalls Eva Röhling bis 1967 Kantorin war. Nach ihrer Ausreise nach Deutschland, übernahm ihre Schwester Käthe (verheiratet mit Ioan Oancea) die Leitung der Kirchenchöre.

Besondere Verdienste hat sich Frau Eva Röhling auch durch ihren langjährigen Musikunterricht in Perjamosch erworben. Viele Kinder haben bei ihr Klavier, Geige oder Akkordeon zu spielen gelernt und die Fähigkeit für das ganze weitere Leben erworben, ein Instrument zu beherrschen und Zugang zum musikalischen Reichtum unserer Kultur zu finden. Künstlerisch begabt und ausgebildet vermittelte sie erfolgreich ihre Liebe zur Musik und ihr erworbenes Wissen.

1967 heiratete Eva Röhling in zweiter Ehe den aus Wülfrath im Bergischen Land stammenden Willi Wittkämper, der 1944, als verwundeter Wehrmachts-Soldat ins Perjamoscher Lazarett verlegt, mit der Familie Röhling bekannt wurde. Er fühlt sich Perjamosch verbunden, war wiederholt bei den HOG - Treffen unserer Heimatgemeinde anwesend und wurde für sie auch aktiv tätig. Ihren neuen Hausstand gründeten Willi und Eva Wittkämper in Kettwig an der Ruhr, wo Herr Wittkämper Personalchef der Textilfabrik Scheidt war. Zu betreuen waren zwei Kinder aus der ersten Ehe des verwitweten Ehemannes. Nach dessen Versetzung in den Ruhestand zog die Familie nach Wermelskirchen, wo sie noch heute ansässig ist. Die Perjamoscher sind Frau Eva Wittkämper - Röhling für ihr menschliches Vorbild. ihre langjährige musikalische Tätigkeit und ihre Heimatverbundenheit von Herzen dankbar.

Franz Heinz

veröffentlicht am 10.01.2009, W.E.

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Das Buch "Vom Banat an den Rhein. Wege und Stationen zwischen Heimatverlust und Heimatfindung" von Anton Krämer ist kürzlich im Banat-Verlag Erding erschienen. Es ist ein stilles, tiefgehendes Buch über das Banat in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Ein Buch über Verblendung und Erwachen, über Leid an der Front und in den Lagern, ein Buch über die Suche nach Glück in einer trostlosen Zeit. Es ist ein Buch über die verlorene Heimat Banat und über die neue Heimat Deutschland.

Bestellungen: HOG Perjamosch, Anton Enderle, Droste-Hülshoff-Weg 16,
93055 Regensburg, Tel. 0941 / 7000964.

Anton Enderle

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Der Familienforscher Anton Krämer ist Autor des Perjamoscher Familienbuches und zusammen mit seiner verstorbenen Frau Evi hat er jahrelang den Perjamoscher Heimatbrief redigiert. Es folgen nun zwei Kommentare zu seinem Buch "Vom Banat an den Rhein" .



Kontinuität und Wandel im Banater Dorfleben

Anton Krämers Darstellung beeindruckt durch eine klare und tiefschürfende Analyse seines Lebenswegs aus familiengeschichtlicher und lokaler Perspektive. Seine Befunde ragen jedoch über die Grenzen lokalhistorischer Studien hinaus. Sie spiegeln im Kern und beispielhaft zentrale Aspekte deutscher und banatdeutscher Zeitgeschichte wider: Kontinuität und Wandel im Leben des Banater Dorfes, Auseinandersetzungen zwischen Minderheit und Staatsorganen, Überlebensprobleme unter aliierter Besatzung und im kommunistischen Rumänien, Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit.

Die Darstellung besteht aus erlebter Zeitgeschichte, wie sie sich in der Erinnerung des Verfassers festgesetzt hat. Das eigene Leben ist in die Geschichte seines Heimatorts und des Banats eingeflochten. Die zahlreichen historischen Einschübe tragen zum besseren Verständnis des Zeitgeschehens und seiner Auswirkungen auf die eigene Lebenssituation bei...
Krämers Buch ist auf Herkunftssuche und Traditionsursprünge angelegt. Er betrachtet das knappe Gut Heimatgeschichte als einen Fundus, mit dem man nicht beliebig umgehen kann... Er zeigt, wie die Ansiedler Not und Seuchen überlebt haben. Im scheinbaren Gleichmaß der Zeit durchwandern die Generationen dabei drei Jahrhunderte.

Das Darstellungsfeld von Kindheit und Jugend bezieht sich auf Neupetsch und dessen Umgebung, wobei ihm die Kenntnis seines Heimatorts und seiner Menschen ebenso entgegenkam wie die Erfahrungsberichte seiner traditionsreichen bäuerlichen Familie.

Die Veröffentlichung ist geeignet, eine Selbstverständigungsdebatte nicht nur unter den Überlebenden der "Erlebnisgeneration", sondern auch unter den Banatdeutschen insgesamt zu initiieren.


Aus dem Nachwort von Josef Wolf



                                       Vom Banat an den Rhein

                                          Wege und Stationen
                        zwischen Heimatverlust und Heimatfindung

Das Erinnerungsbuch Von Anton Krämer erscheint in der Reihe Erzählte Geschichte, Zeitgeschichte als dritter Band unserer BANAT EDITION, die Veröffentlichungen zur Kultur und Kunst, zur Zeitgeschichte, Volks- und Landeskunde der Banater Schwaben vorbehalten ist. Der einfühlsame, farbige, zuweilen auch schonungslose Bericht des aufmerksamen und aufrechten Zeitzeugen beleuchtet vier Jahrzehnte Banater Geschichte in den Jahren, da die Region zunächst ihre höchste wirtschaftliche Blüte, danach jedoch ihr dunkelstes Kapitel - Krieg, Flucht, Deportation, Enteignung, Verfolgung und Entrechtung - erlebt hat. Für Anton Krrämer, wie für Viele seiner Landsleute, bedeutete es den Verlust der Heimat.

Als Siebzehnjähriger lernte er in einer deutschen Panzereinheit die Schrecken des Krieges an der Ostfront kennen, als Achtzehnjähriger den Hunger in amerikanischer Kriegsgefangenschaft, als Neunzehnjähriger das Elend der Flüchtlingslager in Österreich. Das Buch spiegelt am eigenen Beispiel jugendliche Begeisterung für den Krieg und ideologische Verblendung, ebenso Erwachen und Läuterung im schmerzhaften Prozess des Reifens und des Wandels, wie ihn seine Generation tausendfach erlebt hat.

Dem tiefen Bedauern über den unwiederbringlichen Verlust der traditionellen Lebenswelt der Deutschen im Banat setzt der Autor die Genugtuung über die geglückte Heimatfindung am Rhein als Fazit seines ereignisreichen Wegs durch die Zeit gegenüber. Und erkennt darin sinnerfülltes Leben.


Aneta Konschitzky
veröffentlicht in der Homepage am 01.06.2008, W.E.

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In einer von der ARD in zweiwöchigem Abstand ausgestrahlten Sendereihe kamen Künstler oder bekannte Persönlichkeiten zu Wort, die auf der Suche nach ihrem Ursprung, der Herkunft ihrer Vorfahren, waren. Einer dieser Künstler ist der Rocksänger Peter Maffay, am 30. August 1949 als Peter Makay in Kronstadt in Siebenbürgen geboren wurde und als Dreizehnjähriger mit der Familie nach Deutschland gekommen ist und hier einer der erfolgreichsten deutschen Sänger, Liedtexter, Musiker und Musikproduzent wurde. Insgesamt wurden über vierzig Millionen Tonträger von Peter Maffay verkauft. Nachdem sich Sachverständige, Archivare und Heimatforscher erfolgreich bei der Spurensuche über seine Herkunft bemüht hatten, war Peter Maffay mit seinem Vater nach Kronstadt und in die nähere Umgebung gefahren. Sie haben sich insbesondere in Brenndorf und dem Ort Szotyor/Coseni im nahen Szeklerland, aus dem die Makays stammen, umgesehen, Verwandte besucht und gesprochen und waren - wie im Film zu sehen war - sich sichtlich gerührt. Insbesondere das Wiedersehen mit seiner Tante in Brenndorf, der Schwester von Peter Maffays Mutter, war emotional, der Künstler tief beeindruckt von ihrem Wissen über die Familie und der Tatsache, dass sie dieses sogar mit vielen Fotos belegen konnte.

Ich wurde m die Geschichte einbezogen, als das Kamerateam der ARD Näheres über jene Banater Orte wissen wollte, aus dem Nikolaus Kuhn, Peter Maffays Großvater mütterlicherseits stammen sollte. Ich konnte Angaben zu dieser Ahnenreihe des Künstlers beisteuern, denn dieser Großvater war im serbischen Nachbarort meiner Heimatgemeinde zur Welt gekommen und als junger Mann - wohl "auf der Walz" - bis Brenndorf bei Kronstadt ins Burzenland gelangt und dort geblieben.
Den Eltern dieses Nikolaus Kuhn, Jakob Kuhn, "Balwiere" aus Racz-Sankt-Peter und seiner Frau, Anna Czobai aus Sankt Hubert, wurden in Diniasch neun Kinder geboren, die in unserer Kirche in Ulmbach-Neupetsch getauft wurden, denn die wenigen dort lebenden Katholiken gehörten als Filiale zu dieser Pfarrei, Nikolaus Kuhn, geboren am 17. Mai 1881, war das achte Kind. Nur seine älteste Schwester, er und sein jüngerer Bruder waren von den neun Kindern der Familie am Leben geblieben; er ging nach Brenndorf, der Bruder Jakob nach Schag. Nikolaus Kuhn hat die Brenndorferin Anna Lurtz geheiratet, ihre älteste Tochter, Amalia Anna, war Peter Maffays Mutter.
Nikolaus Kuhn ist am 13. Juli 1923 in Brenndorf gestorben.
Dem Brenndorfer Familienforscher, der an diesen Daten interessiert war, konnte ich berichten, dass die Sippe Kuhn in Perjamosch verbreitet war - und bis in die

Gegenwart immer auch "Balwiere" (Rasierer) hervorgebracht hat. Ein Nikolaus Kuhn wird als erster Namensträger unter den Hochwassergeschädigten des Jahres 1731 erwähnt: Er dürfte der Vater des Servatius Kuhn gewesen sein, der um 1730 geboren wurde und in Perjamosch am 14. Januar 1782 gestorben ist: Auf ihn und alle Kuhn-Familien aus Perjamosch und Racz-Sankt-Peter zurückzuführen und sowohl namentlich wie auch datenmäßig nachweisbar.

In der erwähnten Fernsehsendung wurde darauf nur kurz eingegangen. Man zeigte einen Stammbaum, ohne Namen und Daten, mit, mit Ausnahme des erwähnten Servatius Kuhn, der in Perjamosch zwischen 1750-1982 aus drei Ehen fünfzehn Kinder taufen ließ, von denen wiederum sieben in Perjamosch geheiratet haben. Ein Archivar erläuterte im Anschluss anhand des eingeblendeten Stammbaums der Sippe Kuhn auf einer Europakarte die "Schwabenzüge": vom Saarland - dort ist der Ursprung der Sippe Kuhn – bis ins Banat. Damit endete auch die Sendung über Peter Maffays Suche nach seinen Wurzeln. Er will sich nunmehr öfter seiner siebenbürgischen Heimat widmen; ob er mit dem Banat etwas anfangen kann oder will, bleibt ihm überlassen. (Ein anderer Siebenbürger mit Banater Wurzeln - über Warjasch nach Perjamosch - war der Schriftsteller Dr. Heinrich Zillich. Der aber hätte seine Warrjascher Identität wohl am liebsten verschwiegen.).
Vor kurzem habe ich eine ehemalige Mitschülerin, die in den USA lebt und mich besucht hat, zu ihrem Schwager Horst Jakobi nach Niederroden gebracht. Dort kam die Rede auch auf die Maffay-Sendung und ich erfuhr, dass Horst Jakoby Peter Maffay Lehrer gewesen ist, und sein Vater überdies der Lehrer von Peter Maffays Vater in Kronstadt war. So klein ist unsere Welt geworden.

                                                                                                             Anton Krämer

Veröffentlicht am 10.01.2009, W.E.


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 Am 23. Juni 2007 fanden im Rahmen des Perjamoscher Treffens im Gemeindezentrum in Barbing bei Regensburg folgende Klassentreffen statt:

*  Jahrgang 1937/38 organisiert von Lehrerin Elfriede Schuch

*  Jahrgang 1954 organisiert von Ernst Ehling

*  Jahrgang 1956 organisiert von Manfred Engelmann und  Hans Krakker

*  Jahrgang 1957 organisiert von Gerhard Bittenbinder 


Werner Enderle
27.07.2007



Eine Stunde Heimat
Gedanken am Rande eines Klassentreffens

Während der Anfahrt hatte ich Herzklopfen, beim Aussteigen Kniezittern: Seit meiner Ankunft in Deutschland vor 23 Jahren war ich bei keinem Heimattreffen, lediglich bei einem Klassentreffen vor 16 Jahren.

Vor der Eingangstür zum Gemeindesaal traf ich meine Grundschullehrerin. Sie hat mich sofort erkannt und sich sehr gefreut. Der Rest war dann einfach. Manche Landsleute erkennt man schnell, bei anderen muss man raten, andere erkennt man gar nicht. Eine Verbindung ist schnell hergestellt. Die gemeinsame Vergangenheit und die Freundlichkeit der Perjamoscher sind eine Garantie dafür.

Eine größere Herausforderung war das Klassentreffen. Da begegnet man Menschen, mit denen man acht Jahre lang auf engem Raum saß, die einen gut kennen. Eingeladen waren 40, gekommen sind elf. Es war eindeutig klar: unsere Mitte fehlte, unser Klassenlehrer Franz Engelmann. Er hätte sich riesig gefreut, wenn er uns gesehen hätte, das Ergebnis seines Einsatzes. Er hätte keine großen Worte gemacht, denn Reden war nicht seine Stärke. Er hätte verschmitzt gelächelt, sich geräuspert und ergriffen gesagt: "Ihr habt es gut gemacht, alle." Und wir sind der Beweis dafür, dass auch er es gut gemacht hat. Vielleicht hätte er uns auch gerügt, dass wir zu wenig für Perjamosch tun, aber selbst das hat uns gefehlt.

Dass wir dann nicht als Vollwaisen dastanden, dafür hat unsere Grundschullehrerin Liesel Willwerth gesorgt. Sie hat ihren Aufenthalt in Heidelberg unterbrochen, um für ein paar Stunden mit uns zusammen zu sein. Das hat uns gut getan, und dafür danken wir ihr sehr. Und nicht nur dafür. Sie hatte sich richtig vorbereitet – wie immer. Sie begann ihre Rede mit einem Hesse-Zitat: "Wo befreundete Wege zusammenlaufen, da sieht die Welt für eine Stunde wie Heimat aus." Und sie hat es geschafft, dass diese Klassenstunde für uns wie Heimat aussah. Sie hat ein paar unserer Streiche erwähnt, sie hat mit uns unsere ersten Lieder gesungen, sie hat sich an fehlende Klassenkollegen erinnert und vor allem hat sie uns gesagt, dass sie stolz auf uns ist. Es wäre nicht unsere Lehrerin, wenn sie uns nicht etwas mit auf den Weg gegeben hätte: "Das Wichtigste ist die Familie! Sorgt dafür, dass sie es bleibt!"

Sehr gefreut haben wir uns über den Besuch unseres Mathematiklehrers Hans Heiberger, der uns verriet, dass wir seine Lieblingsklasse waren (kein Wunder bei zwei Mathegenies in der Klasse) und unserer Deutschlehrerin Irmtraut Heinz, die unter anderem betonte, dass für sie die Unterstützung der Lehrer durch unsere Eltern sehr wichtig war. Vielen Dank an beide.

Ein Muss in jeder Klassenstunde: der Lebenslauf. Da gab es viele Überraschungen, von der Verlobten über den jungen Vater bis zur vierfachen Oma war alles vertreten; die berufliche Bandbreite war ähnlich groß. Sätze wie "das ist typisch für dich" und "das hätte ich dir nicht zugetraut" zeigen, dass wir uns zwar gut gekannt haben, dass da aber noch etwas ist, das sich lohnt, kennen gelernt zu werden. Ich weiß es schon heute, dass es neben der gemeinsamen Vergangenheit diese neue Seite an meinen gewesenen Kollegen ist, die mich in Zukunft zu den Treffen führen wird.

Zur Auflockerung gab es Bewegung. In dem von Manfred Engelmann initiierten Improvisationstheater konnte jeder aus sich herauskommen, wieder Kind werden und sich gleichzeitig als unentbehrlichen Bestandteil des Weltgeschehens fühlen. Eine gute Idee, die uns allen viel Spaß gemacht hat.

Nachdem wir unserer verstorbener Kollegen und unseres Lehrers gedacht hatten, gingen wir in den Saal zu den anderen. Es dauerte nicht lange, da hatten wir uns schon wieder um einen separaten Tisch versammelt, um das fortzusetzen, was in der Klassenstunde zu kurz gekommen ist oder vielleicht nicht so offiziell im "Lebenslauf" mitgeteilt werden konnte. Gesprächsthema waren auch die Abwesenden, die gute oder weniger gute Gründe für ihr Fernbleiben hatten. Respektiert wurden alle Gründe. Und so waren alle Eingeladenen dabei. Gibt es einen schöneren Beweis für Klassenzusammenhalt? So mancher Lehrer wäre neidisch.

Die Rückfahrt war leicht, denn es war Freude, was ich empfand. Freude, weil ich liebe Menschen wieder gesehen habe und erkannt habe, wie wichtig diese Menschen für mich sind. Geprägt wurden wir durch unsere Familie, durch unsere Schule und durch unser Dorf. Die Schule und das Dorf konnten wir nicht mitbringen, die Familie, die Lehrer und die Bewohner schon. Und das ist eigentlich sehr viel.

Ein herzliches Dankeschön an Toni Enderle, der dieses Treffen möglich gemacht hat, an Manfred Engelmann, der die Einladungen verschickt und das Klassentreffen des Jahrgangs 1956 organisiert hat und an Hansi Krakker, der Mitorganisator war.

Agnes Heitmann
geb. Keller  
veröffentlicht am 28.07.2007



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+++++ Richard Wagner +++++

Der Schriftsteller Richard Wagner hat mit dem Familienroman „Habseligkeiten“ einem untergegangenen Kulturraum ein wunderbares Denkmal gesetzt.
Das Buch „Der leere Himmel“ widerspiegelt Erlebnisse unserer Landsleute während und nach dem Zweiten Weltkrieg.

Beide Bücher sind im Aufbau Verlag, Berlin erschienen und werden wärmstens empfohlen.
Die Bücher kann man über den Buchhandel beziehen:

"Habseligkeiten"          ISBN 3-351-03027-4, 17,90 €
"Der leere Himmel"      ISBN 3-351-02548-3

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Autorenlesung

am 29. Juni 2007, 19.00 Uhr
im Thon-Dittmer-Palais am Haidplatz in Regensburg

Richard Wagner liest aus seinem Roman "Habseligkeiten".
... das Leben in seinem ganzen Ausmaß - als komisches und auch trauriges Schauspiel.
Die Dorfbewohner aus dem rumänischen Banat geraten immer wieder in den Strudel der
Geschichte - Generation für Generation. Richard Wagner erzählt von Heimat, Liebe und
Verrat zu allen Zeiten und schafft ein Familienepos von großer Wärme und Klugheit.

Das Buch ist empfehlenswert.                                                          W.E., 12.08.2007


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+++++ Dr. Siegfried Schuch  -  Arztpraxiseröffnung +++++

Unser Landsmann Herr Dr. Siegfried Schuch, Sohn von Lehrerin Elfriede Schuch und Dipl.-Ing. Konrad Schuch, hat Anfang des Jahres 2004 in München-Pasing  eine Praxis für Allgemeinmedizin eröffnet. Wir wünschen ihm viel Erfolg.

Anschrift:          Dr. Med. Siegfried Schuch
                                  Allgemeinarzt
                      Chirotherapie       Sportmedizin

                              Bodenseestraße 2
                              81243 München

                              Tel.: 089 / 88 01 74

Die Praxis befindet sich am Pasinger Marienplatz, in der Nähe des Pasinger Bahnhofs.

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Perjamosch im Herbst 2006.


Wenn man heute von westwärts her nach Perjamosch kommt, selbst wenn das nur aus dem kaum 25 km westlichen Grosssanktnikolaus ist, ist der Eindruck des Dorfes eher rustikal-verschlafen und leicht vergammelt.

Die Strassen sind zwar noch die altbekannten, die Kirchen auch (sie haben sich sogar inzwischen vermehrt), aber viele der Häuser wurden umgebaut, modernisiert, haben Thermopanfenster und erstrahlen in lebhaften Farben, wie rosa, besonders aber orange, Milka-lila oder himmelblau. Es gibt keine zwei gleiche Häuser mehr im Dorf, einige von ihnen sind kaum im Stande gehalten, manchmal wurde seit vor dem Zweiten Weltkrieg keine Hand mehr an sie gelegt und auf dem verwitterten Giebel kann man noch den Namen der ehemaligen deutschen Besitzer entziffern.

Doch betrachten wir zuerst die Bevölkerungsstatistik der Gemeinde.

Nach den Daten der letzten offiziellen Volkszählung aus dem Jahre 2002 hatte Perjamosch, ohne das eingemeindete Pesak nur 4466 Einwohner. Pesak will sich in Folge einer Volksabstimmung von Perjamosch trennen und eine eigene Gemeinde gründen, es wartet nur noch auf einen entsprechenden Regierungsentschluss.

Die Bevölkerungsszahl von Perjamosch stagniert schon lange. So hatte die Ortschaft z.B., nach „Meyers Lexikon“ im Jahre 1880, also vor mehr als 125 Jahren, 5500, damals zumeist deutsche Einwohner (im gleichen Jahr hatten  manche der heutigen großen Industriestädte in Rumänien, wie etwa Petrosani, Ploiesti oder Pitesti gerade mal halb so viele).

Was die heutige Nationalität der Bewohner anbelangt, so waren es in Perjamosch (nach eigenen Angaben) 3887 Rumänen, 85 Deutsche, 31 Ungarn, 23 Serben, 415 Zigeuner und 25 andere. In der Realität sind es wohl etwas mehr Zigeuner, einige davon haben sich nämlich, aus Angst vor der Diskriminierung, als Rumänen ausgegeben. Deutsche sind es eher noch weniger, als die, die sich als Deutsche erklärt haben. Nach unseren eigenen Recherchen leben  heute, also 2006, noch etwa 70 Deutschsprechende Landsleute in Perjamosch.

Wenn auch jede Statistik interpretierbar ist, so ist es doch eindeutig, dass Perjamosch heute ein rumänisches Dorf mit sinkender Bevölkerungszahl und einer etwa 10 - prozentigen Roma-Minderheit ist. Und das ist ja auch die Lage in allen ehemaligen großen deutschen Ortschaften der Banater Heide.

Bei der deutschen Bevölkerung gibt es inzwischen auch eine, wenn auch bescheidene, Rückwanderung: einige Landsleute, die inzwischen in Deutschland das Rentenalter erreicht haben und hier noch ihre Häuser behielten oder sich neue gekauft haben, ziehen es vor, einen Teil des Jahres wieder in der alten Heimat zu verbringen. Wie sich der Beitritt Rumäniens zur EU am 1. Januar 2007 auf diese Situation auswirken wird, bleibt abzuwarten.

Doch zurück zur Perjamoscher Statistik.

Was die Religionszugehörigkeit der Einwohner betrifft, so waren es im Jahre 2002 in Perjamosch 3808 Orthodoxe, 115 Römisch-Katholische, 326 Baptisten, 152 Pfingstler (Pentikostale) und 65 andere (wo auch die griechische Katholiken hingehören).

Dabei fällt auf, dass es bei mehr als 4000 Einwohnern  keinen einzigen Atheisten oder Konfessionslosen gibt. Das ist in ganz Rumänien so. Der 50 jährige kommunistische Atheismus hat nicht angeschlagen, heute singen die ehemaligen Parteisekretäre nicht selten in den orthodoxen Kirchenchören oder stiften Kirchen oder sogar Klöster. Wenn man da einen Vergleich mit der gewesenen DDR zieht, wo es sehr viele Atheisten gibt, merkt man, dass man in Rumänien den Kommunismus nie so richtig ernst genommen hatte und oft nur so tat, als ob.

Was nun die Kirchen in Perjamosch anbelangt, so wurde ja die Außenreparatur der Altdorfer katholischen Kirche inzwischen abgeschlossen und unser tatkräftiger Pfarrer, Herr Mihail Dumitresc strebt auch eine Innenreparatur an, so dass diese Kirche wohl für die nächsten Jahrzehnte gesichert ist.

Schlechter steht es um die Hauliker Kirche. Sie steht wie eine riesige Ruine inmitten des Dorfes im Park. Sie wurde ja schon seit ein paar Jahren an die griechisch-katholischen Gläubigen zur Benutzung überlassen, mit der Auflage, die Kirche im Stande zu halten. Bei ihrer geringen Anzahl werden sie wohl kaum die immensen Mittel aufbringen, die eine Generalreparatur des großen Baues kosten würden. Man hat jetzt in dieser auswegslosen Situation daran gedacht, die Kirche (eine der schönsten und größten Kirchen des Banats) zum Baudenkmal zu erklären (wegen der Kuppel) und dann  Geld vom Staat für die Reparatur zu bekommen. Nur-in Rumänien gibt es hunderte solcher Baudenkmäler, die auf Geld zur Reparatur warten. Innen ist die Kirche noch immer so schön und auch in Ordnung wie wir sie in Erinnerung haben.

Die rumänische orthodoxe Kirche wurde ja vergrößert und schön hergerichtet, inzwischen wurde auch noch eine zweite orthodoxe Kirche im neuen rumänischen Friedhof (jenseits der Warjascher Strasse) erbaut. Es handelt sich dabei aber eher um eine größere Kapelle (mit den Dimensionen 12 mal 8 Meter). Und im „Satu Nou“ gibt es ja schon seit Jahren eine kleinere Kirche der Pfingstler, inzwischen haben sich auch die Baptisten ein Gotteshaus erbaut (in der Nähe des ehemaligen Kohlen-Wirtshauses, auf dem Terrain des Hauses der Familie Thernes).

Was nun die beiden katholischen Friedhöfe anbelangt, so sind diese in diesem Jahre etwas besser in Ordnung als 2005. Der neue Friedhofswärter tut sein Bestes, wurde ja auch mit einer Motorsense ausgestattet, sein Werk ist aber gewissermaßen eine Sisyphusarbeit, denn die Leerstellen, das heißt die aufgelassenen Gräber werden immer mehr und die gepflegten Grabstellen immer weniger. Im Sommer wurde wenigstens der Graben entlang des Friedhofes durch den Arbeitseinsatz unserer wenigen Landsleute gesäubert. Der Hauliker Friedhof hat da vielleicht sogar etwas bessere Chancen, denn dorthin werden in letzter Zeit auch die griechisch-katholischen Rumänen begraben (Platz ist ja mehr als genug), so dass es sich wohl auch in der nächsten Generation jemanden findet, der den Friedhof in Ordnung hält.

Nachdem der gewählte Buergermeister Edgar Klein sein Amt freiwillig niedergelegt hatte, gab es im April 2006 in Perjamosch Neuwahlen, die von der Unternehmerin Rodica Boancas auf der Liste der Demokratischen Partei (PD) gewonnen wurden. Sie steht, wie sie es selbst sagt, vor vielen, schier unlösbaren Problemen. Sie schätzt die Einwohnerzahl von Perjamosch (ohne Pesak) auf 5800, räumt aber ein, dass diese Schätzung ungenau sei, da eine große Anzahl junger Leute (Rumänen) so zwischen 1000 und 2000, teils legal und teils illegal im westlichen Ausland arbeiten, besonders in Spanien und Italien, seltener in Österreich oder Deutschland (speziell die Perjamoscher zumeist in der Gegend um Barcelona) und nur mehr ab und zu nach Hause kommen. Auch fließt von dem von ihnen verdienten Geld nichts in die Gemeindekasse. Viele andere junge Leute, besonders Frauen, pendeln, aber nicht mehr mit der „CFR“ nach Temeswar oder Arad, sondern mittels Großbussen nach Grosssanktnikolaus, wo sich zwei große Betriebe (aus Österreich und aus Spanien) und mehrere mittelständige Betriebe niedergelassen und tausende Arbeitsplätze, die nicht von Grosssanktnikolaus allein gedeckt werden können, geschaffen haben, so dass die Arbeiter aus dem ganzen Nordbanat, von Totina bis Kleintermin, ja selbst aus Temeswar, herangekarrt werden. In Perjamosch selbst gibt es kaum Arbeitsplätze: die Hutfabrik produziert nur mehr mit sehr kleiner Belegschaft, wie ja auch die „COMTIM“ (die aber angeblich von einer privaten englischen Firma wieder auf Trab gebracht werden soll).Somit liegt die Arbeitslosigkeit nach Aussage der Buergermeisterin bei etwa 30%, uzw. besonders bei den 40 bis 60-Jährigen, wie ja fast überall in der Welt. Und Perjamosch hat auch noch über 400 Sozialhilfeempfänger, meist Zigeuner. Die sind laut Gesetz verpflichtet, 72 Arbeitsstunden pro Monat im Dienste der Gemeinschaft zu leisten und damit könnte man ja die Gemeinde in Schuss bringen. Nur leider funktioniert das nur mangelhaft und somit sind Gräben und freie Plätze ziemlich verwahrlost. Außer dem fehlenden Geld in der Gemeindekasse stehen auch noch andere Probleme an. So gibt es keine Kanalisierung (außer bei den Hutfabrikblocks und auch diese funktioniert schlecht), die Rohre der Wasserleitung sind bald 40 Jahre alt und müssten erneuert werden. Als Positivum des letzten Jahres soll angeführt werden, dass nun die Müllabfuhr in der Ortschaft einmal pro Woche von einer privaten Firma mittels tragbarer Mülltonnen bewerkstelligt wird und dass eine zweite private Apotheke (in der ehemaligen Korber- Villa im Hofe der Hutfabrik) eröffnet wurde. Auch dies ist ein allgemeines Geschehen in Rumänien- überall werden neue Apotheken errichtet, die Apotheker verdienen bestens, Medikamente gibt es in Hülle und Fülle, nur die Krankenkasse kommt nicht mit ihrer „Kompensierung“ nach.

Bei Schulbeginn am 15. September stand die Schuldirektion vor großen Problemen, denn das gesamte Gebäude der Klosterschule wurde nach langer Verzögerung der katholischen Kirche rückerstattet, aber in einem desolaten Zustand, wie ja auch schon vor paar Jahren die alte Bubenschule, die zur totalen Ruine geworden  ist. Was mit den riesigen Gebäuden geschehen soll, ist unklar. Es ist angeblich billiger eine neue Schule zu bauen als das „Kloster“ zu renovieren. So wurde der Neubau auch schon einer Firma in Auftrag gegeben, er soll auf dem Marktplatz, neben der rumänischen Kirche aufgezogen werden. Bis dahin  aber mussten die 24 Schulklassen notdürftig und in zwei Schichten im Gymnasium und in der kleinen rumänischen Schule untergebracht werden, die ja beide der Gemeinde gehören. Deutsche Klassen gibt es nur mehr zwei- eine Simultanklasse eins bis vier mit 10 Schülern und eine achte Klasse (die also absolviert ) mit 6 Kindern.  Gut besucht ist hingegen der deutsche Kindergarten (von rumänischen Kindern, die aber nachher nicht mehr in die deutsche Schule gehen). Die Situation ist ja dieselbe  wie in allen ehemaligen großen deutschen Ortschaften, wo es meist überhaupt keine deutsche Schulen mehr gibt (Ausnahme: Grosssanktnikolaus, wo eine gut besuchte Achtklassenschule existiert). Überlaufen hingegen ist das „Lenau“-Lyzeum in Temeswar, natürlich auch fast nur von rumänischen Kindern, die hier gratis Deutsch lernen und sich davon bessere Berufschancen versprechen.

Das Waisenhaus in Perjamosch wurde, Gott sei es gedankt, endlich aufgelassen. Schon seit einigen Jahren versucht man ja in Rumänien die vielen Kinderheime durch vom Staat bezahlte Pflegeeltern zu ersetzen, was angeblich sogar billiger ist als die vielen Heime. Die wenigen noch in Perjamosch übrig gebliebenen verlassene Kinder (eigentlich sind das alles ja gar keine Waisen, sie wurden zumeist von den Eltern bloß „abandoniert“, wie das hierzulande heißt) wurden auf die andere noch bestehende Waisenhäuser verteilt. Im Gebäude des alten Gemeindehauses, welches somit frei wurde, soll eine Kindertagesstätte („cresa“) für berufstätige Mütter errichtet werden.

An der Marosch hat sich auch einiges geändert. So wurde vor dem alten Maroschwirtshaus noch ein neues (aus Holz), errichtet, schon das dritte Maroschwirtshaus also, auch ein allgemein gültiges Phänomen in Rumänien: Wirtshäuser schießen wie Pilze aus dem Boden und erfreuen sich trotzdem guten Besuches.

Es gibt auch wieder eine Fähre uzw. die kleinere Variante, nachdem die beiden großen Fähren beide gekentert sind. Trotzdem kommt kaum noch ein Badegast ans Semlaker Ufer. Das Perjamoscher Ufer von der Fähre bis zur Biegung ist verwildert und der Wald in den „Kubiklöchern“ sieht wie ein Urwald aus. Jedes Mal im Juli findet in Periam-Port ein internationales Rock-Festival mit tausenden Besuchern aus ganz Rumänien und halb Europa statt. Nur alte Nostalgiker denken bei so viel Modernität noch an das „Majalus“, welches vor dem Zweiten Weltkrieg hier stattfand oder an  die armseligen „Erntefeiern“ jedes Jahr am 24. August während der kommunistischen Zeit.

Rumänien kommt ja bekanntlich schon am 1. Januar in die EU. Das Land ist schlecht darauf vorbereitet und das nicht nur wegen der ständig angeprangerten Korruption (die ja wirklich allgegenwärtig ist) und der schlecht funktionierenden Justiz (bei der man ständig den Eindruck gewinnt, sie handle nach dem Grundsatz: Die Kleinen müssen hängen, die Großen lässt man laufen) sondern auch wegen des kleinen Einkommens (Durchschnittseinkommen der Arbeitnehmer in Rumänien knapp über 200 Euro, Durchschnittsrente bei 100 Euro, auf dem Lande oft noch viel kleiner) und nicht zuletzt auch wegen der oft mittelalterlichen Rückständigkeit besonders auf dem Dorfe im Altreich. Dagegen rühmen sich ja die Banater und Siebenbürger, schon immer in Europa gewesen zu sein.

Trotz aller Kritik darf man aber in Rumänien nicht übersehen, dass eine Aufbruchstimmung sondergleichen herrscht. Wenn ein geschichtlicher Vergleich überhaupt möglich ist, könnte man das heutige Rumänien mit den fünfziger Jahren in der Bundesrepublik vergleichen (natürlich mit einigen Balkan-Abstrichen). So ist das Wirtschaftswachstum pro Jahr viel größer als in allen westeuropäischen Ländern, der Autopark hat sich, besonders in den Städten, verzehnfacht (ohne aber das Strassen und Parkplätze mitzogen), das Warenangebot hat sich, wenn man da an die völlig leeren Geschäfte der Achtziger denkt, mehr als vertausendfacht, es gibt sogar ein Überangebot an Waren (was aber auch mit der geringen Kaufkraft der Bevölkerung zusammenhängt), von der explosionsartigen Entwicklung von Handys, Internetanschlüssen und PCs ganz zu schweigen.

Was aber der EU- Beitritt konkret für unsere schwäbischen Landsleute bringen wird, ist schlecht vorauszusehen, auf längere Zeit sicher Positives, momentan aber auch etwa rasche Änderungen in der Fremdrentenregelung in Deutschland.

Dr. Werner Niederkorn, Oktober 2006


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++++ Dankeschön ++++

Frau Käthe Berenz hat hat uns das Bild mit der Kaule und dem "Kohlen"-Gasthaus
zugeschickt, welches digitalisiert in dieser Homepage (Seite "Bilder") veröffentlicht wurde.

Herr Gabriel Czank hat fünf Bilder mit der Altdörfer Kirche  und zwei Bilder mit der von
der Familie Neumann gestifteten Kapelle zugeschickt. Die Kapelle ist auch heute noch
auf dem Altdörfer Friedhof zu sehen. Diese Bilder wurden im Fotoalbum veröffentlicht.

Frau Heidrun Tomus, geb. Löb hat hat uns Bilder mit der Altdörfer und Hauliker Kirche,
mit der Kaule, der ersten Plett an der Marosch, des ehemaligen Hotels "Dacia" und Bilder mit anderen Ansichten aus Perjamosch zugeschickt.

Herr Gerhard Bittenbinder hat uns Bilder vom Perjamoscher Treffen zugeschickt. Diese sind mit der Beschriftung "Perjamoscher Treffen - 11. Juni 2005" im Fotoalbum  dieser Homepage zu finden. Die Bilder vom Heimattag der Banater Schwaben in Ulm 2006 sind im Fotoalbum veröffentlicht.

Anneliese Enderle geb. Giehl, Agnes Heitman geb. Keller und Hans Vollmann schickten Bilder vom Klassentreffen und HOG-Treffen 2007.  

Herzlichen Dank für die Bilder.
Werner Enderle

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Möchten Sie sich im Familienbuch von Perjamosch finden, dann klicken Sie auf folgenden
Link: Familienbuch Perjamosch

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++++ Aufruf zur Mitarbeit ++++

Frau Elena Krüger aus Mönchengladbach befasst sich mit der sogenannten "vergessenen Generation". Gemeint sind damit die Kriegskinder des 2. Weltkrieges. Sie wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie ihr einige Fragen beantworten würden. Wenn genügend Antwortschreiben zurückkommen, wird sie einen Buchband anstreben ( ein Verlag hat bereits Interesse bekundet). Näheres zu den Fragen sowie auch die Anschrift von Frau Krüger finden Sie im Gästebuch dieser Homepage.

Werner Enderle, August 2006

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Ausstellung "Banat und Siebenbürgen"

In der Marktgemeinde Obernberg am Inn ist ab dem 21. Mai 2004 die Ausstellung "Siedlungsgeschichte im Banat und Siebenbürgen" zu sehen. Ausstellungseröffnung war am 21. Mai um 14 Uhr im Kunsthaus Burg Obernberg. Gezeigt werden unter anderem Exponate aus dem Kultur-, Wirtschafts- und Alltagsleben, Trachten, Handarbeiten und Anschauungstafeln zur Geschichte der Banater Schwaben. Die Ausstellung kam aus Initiative des Vereins "Heimatstube Banat / Bezirk Ried im Innkreis" zustande. Sie kann am Samstag und Sonntag jeweils von 14 bis 17 Uhr besichtigt werden. Für Gruppen ist die Besichtigung nach Voranmeldung (Tel. 0043 7752 71001) auch an anderen Tagen möglich.

Näheres zu dieser Ausstellung erfahren Sie auch über die Homepage
www.obernberg.at. Auf der Startseite dieser Homepage müssen Sie bloß auf den Link "Ausstellung - Heimatstube Banat und Siebenbürgen" klicken. Sie erhalten dann Informationen zu den Öffnungszeiten, Telefonnummern und einiges mehr.
Um das pdf-Dokument mit der Ausstellungsbeschreibung und der Banater Geschichte öffnen zu können, muß auf Ihrem Rechner (PC) das Programm "Acrobat Reader" installiert sein.

Die Ausstellung organisierte Frau Maria Ritter aus Ried.

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Möchten  Sie Perjamosch besuchen, dort übernachten, haben aber keine Übernachtungsmöglichkeiten, dann wenden Sie sich bitte an unseren Landsmann
Manfred Engelmann. Er kann Ihnen diesbezüglich behilflich sein.
Sie erreichen ihn unter der (Mobil-)Telefon-Nummer: 0172 607 84 27

Manfred Engelmann ist Unternehmensberater.
Er gründete die Firma „Engelmann und Partner“

 
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